Unbeständigkeit Siegens »Partner«

Die »Winter-Bilanz« der Regionalliga Süd:

»Sportfreunde« gewannen keine zwei Spiele hintereinander /2863 Zuschauer pro Spiel

MSPW/SZ Siegen. Hatten in den letzten beiden Spielzeiten der Fußball-Regionalliga Süd Schweinfurt 05 und Wacker Burghausen (01/02) als spätere Zweitliga-Aufsteiger für Furore gesorgt, so verabschiedete sich die Süd-Staffel in der aktuellen Saison 2002/2003 ohne große Überraschungen im oberen Tabellenbild in die Winterpause. Die SpVg Unterhaching, Jahn Regensburg, den l. FC Saarbrücken und den FC Augsburg, die auf den ersten vier Plätzen rangieren, hatten die Regionalliga-Trainer bereits vor dem Startschuss dieser Spielzeit auf ihren Favoritenzetteln ganz weit oben.

Mit dem Zweitliga-Absteiger aus Unterhaching führt die Mannschaft die Tabelle an, die die meisten Siege (13) und die meisten Tore (44) vorweisen kann. Währenddessen stellen die zweitplatzierten und punktgleichen Regensburger die Elf mit den wenigsten Niederlagen (3) und den wenigsten Gegentoren (11).

Zu Hause hui - auswärts pfui

Regensburg ist gleichzeitig die heimstärkste Mannschaft der Liga (28 von 33 möglichen Punkten), während Unterhaching die zweitbeste Auswärtself der Liga (16 Punkte aus zehn Spielen) stellt. Bestes Team in der Fremde ist jedoch Verfolger l. FC Saarbrücken (18 Zähler aus elf Partien), »Schlusslicht« in beiden Kategorien ist der Tabellenletzte Borussia Neunkirchen. Hinsichtlich der Heimbilanz belegen die Siegener »Sportfreunde« mit 19 Punkten aus neun Spielen den erfreulichen 5. Platz in der Winter-Statistik. Umgekehrt rangieren sie in der Auswärts-Tabelle auf dem 15. und damit einem »Abstiegsplatz«, da sie in neun Begegnunge n nur sechs Zähler in der Fremde einheimsten.

Mitte der 2. Halbzeit »krachts« häufig

Insgesamt fielen in den 197 Partien, die vor der Winterpause ausgetragen wurden, 537 Treffer, was einem Durchschnitt von 2,73 Toren pro Spiel entspricht. In der letzten Saison waren bis zum Jahresende 189 Duelle mit 506 Treffern (Schnitt: 2,68) ausgetragen worden. Das meiste Zielwasser hatten die Stürmer diesmal zwischen der 61. und 75. Minute getrunken: 117 Mal landete der Ball in dieser Spielphase im Netz (21,79 Prozent). Nur 71 Treffer (13,22 Prozent) und damit die wenigsten fielen zwischen der 16. und 30. Minute.

Den bisher höchsten Sieg landete die TSG Hoffenheim - wie schon in der letzten Saison. War es damals ein 6:0 gegen den VfR Aalen, besiegten die Kraichgauer jetzt die Amateure von Eintracht Frankfurt 7:1. Mit jeweils 5:0-Siegen folgen Jahn Regensburg (gegen Darmstadt 98), Rot-Weiß Erfurt (gegen den VfR Aalen) und Schweinfurt 05 (gegen Borussia Neunkirchen) in dieser Statistik. Auch für den höchsten Auswärtssieg zeichnet die TSG Hoffenheim verantwortlich: 5:0 bei den Amateuren des l. FC Kaiserslautern.

Am torhungrigsten präsentierte sich der Spitzenreiter aus Unterhaching. Insgesamt ließen es die Bayern 44 Mal im gegnerischen Gehäuse klingeln. Auch ein Verdienst von Stürmer Francisco Copado, der mit 15 Treffern die Torjägerliste anführt. Auf den Plätzen folgen Marc Römer (SC Pfullendorf) mit 13 Toren, Thomas Ollhoff, Christoph Teinert (beide TSG Hoffenheim) und Veselin Popovic (Schweinfurt 05) mit je 12 Treffern. Teinert (beim 5:0 in Kaiserslautern) und Saber Ben Neticha vom SV Wehen (beim 5:2 gegen Neunkirchen) waren die einzigen Akteure, denen das Kunststück gelang, in einem Spiel gleich vier Tore zu erzielen.

Schweinfurts lange Talfahrt

Weniger in »Schusslaune« war Aufsteiger Borussia Neunkirchen: Lediglich 16 Mal traf das abgeschlagene »Schlusslicht« ins Schwarze und ging in nicht weniger als elf Partien komplett leer aus. Das ist jedoch nicht die einzige Negativ-Statistik, die von der Borussia angeführt wird. Neunkirchen stellt auch die Mannschaft mit den wenigsten Siegen (l) und weist keinen vollen Erfolg in der Fremde auf. Außerdem wartet der Liga-Neuling seit zwölf Spielen auf einen »Dreier«. Genauso lange wie Schweinfurt 05, das zwischenzeitlich zwölf Partien sieglos blieb.

Außerdem zählt Borussia Neunkirchen zusammen mit den Offenbacher Kickers und den Sportfr. Siegen zu den Mannschaften, die in dieser Saison noch keine zwei Spiele in Folge gewinnen konnten. Ganz anders die SpVg Unterhaching! Der Zweitliga-Absteiger weist mit acht »Dreiern« hintereinander die bisher längste Siegesserie auf und verlor dafür genauso wie Rot-Weiß Erfurt, Jahn Regensburg und die TSG Hoffenheim nie zwei Mal in Folge. Die meisten Pleiten am Stück kassierten die Schweinfurter mit sechs Niederlagen hintereinander.

Insgesamt besuchten 474343 Zuschauer die 197 Spiele, was einen Schnitt von 2408 Fans pro Partie ergibt. Damit ist der Schnitt gegenüber dem letzten Jahr leicht gesunken: Damals hatten 471249 Besucher die 189 Begegnungen gesehen, ein Schnitt von 2493! Mit 2863 Besuchern pro Heimspiel lagen die »Sportfreunde« über dem Klassenschnitt, zufrieden konnte man mit dieser Zahl freilich auch nicht sein. »Zuschauer-Krösus« blieben die Offenbacher Kickers, die bei elf Heimspielen 60089 Fans (Schnitt: 5463) auf den Bieberer Berg lockten. Allerdings: Damit fehlen dem OFC allein 15821 (!) Besucher im Gegensatz zur letzten Spielzeit. Ebenfalls in die Röhre schaute beispielsweise Rot-Weiß Erfurt, der nach zehn Heimspielen im Vergleich einen Schwund von 16587 Fans zu beklagen hat. Die Partie mit den meisten Besuchern war das Saar-Derby zwischen Borussia Neunkirchen und dem l. FC Saarbrücken, das 12000 Zuschauer verfolgten. Der Zweitliga-Absteiger aus Saarbrücken war ohnehin der beste Publikumsmagnet bei seinen Auswärts-Aufgaben. In vier von fünf der meist besuchten Spiele war der l. FCS zu Gast.

Traditionell belegen die Amateurmannschaften der Profivereine l. FC Kaiserslautern (Schnitt: 623), FC Bayern München (714) und Eintracht Frankfurt (865) das Ende der Zuschauer-Statistik. Kein Wunder, dass die zwölf am schlechtesten besuchten Partien Heimspiele von Amateurteams waren.

Flicks »brave Buben« ohne Feldverweis

Die »braven Buben« der Liga spielen bei der TSG Hoffenheim. Die Fußballer von Trainer Hansi Flick beendeten jedes ihrer bisher 21 Punktspiele mit elf Mann! Äußerst fair präsentierten sich auch die SpVg Unterhaching (0 Gelb-Rote Karten/l Rote Karte), der SC Pfullendorf (0/1), Schweinfurt 05 (2/0), die Offenbacher Kickers (2/0) und die Amateure des l. FC Kaiserslautern (1/1) sowie des FC Bayern München (2/0).

Ordentlich hingelangt haben stattdessen die Stuttgarter Kickers: Die Mannschaft von Trainer Marcus Sorg kassierte bereits sechs Gelb-Rote und drei Rote Karten! Allein Marvin Braun flog dabei drei Mal (zwei »Ampelkarten«, ein Mal »Rot«) vorzeitig vom Platz. Ebenfalls nicht zimperlich im Umgang mit den Gegenspielern waren die Amateure von Eintracht Frankfurt (3/3), der SV Wehen (4/0), die SpVg Elversberg (2/2) und der l. FC Saarbrücken (3/1). Mit drei Gelb-Roten Karten für Eric Lukin, Matthias Straub und Andreas Nauroth waren auch die Siegener unerwartet häufig vorzeitig dezimiert. Insgesamt zückten die Unparteiischen 58 Feldverweise (39 Gelb- Rote/15 Rote Karten). Zum gleichen Zeitpunkt des letzten Jahres waren es 50 Platzverweise (15/35) bei allerdings acht Partien weniger.

Fast jeder 3. Verein mit neuem Trainer

Gleich sechs »neue Besen« wurden in der Regionalliga Süd bis zur Winterpause benötigt! Wobei die beiden letzten Trainer-Wechsel nach dem 22. Spieltag von den Trainern selbst ausgingen: Beim VfR Aalen warf Helmut Dietterle das Handtuch und bei Borussia Neunkirchen Jörg Nehren. Die Ernennung des Nachfolgers stand bei beiden Clubs zuletzt noch aus. Zuvor hatten Elversberg (Bernd Eichmann für Klaus Scheer nach dem 7. Spieltag), Schweinfurt 05 (Hans-Jürgen Boysen für Djuradj Vasic nach dem 10. Spieltag), Rot-Weiß Erfurt (Michael Feichtenbeiner für Jens Große nach dem 13. Spieltag) und der SV Wehen (Djuradj Vasic für Gerd Schwickert nach dem 17. Spieltag) den Trainer gewechselt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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