„Ungerechte Parkregelung“

 Nur eine Stunde darf man auf der Seite parken, wo sich in Laasphe der Frisör „Beauty Home“ befindet. Das ist der Geschäftsführerin deutlich zu wenig. Foto: Holger Weber
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howe - Zu Wort gemeldet hatte sich Evgenia Neneshtil schon bei der zurückliegenden Ratssitzung im Februar in Bad Laasphe. Da ärgerte sich die Inhaberin des Frisörsalons „Beauty Home“ darüber, dass die Parkzeiten an ihrer Straßenseite in der Bahnhofstraße geschäftsschädigend seien. Nur eine Stunde lang dürften Autofahrer ihre Wagen dort abstellen, für Dauerwelle oder Färben sei das aber viel zu kurz. „Eine Stunde ist schnell vorbei“, sagte Evgenia Neneshtil und berichtete von Knöllchen, die bereits an ihre Kunden verteilt worden seien. Während Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann zumindest zusagte, die Thematik mit in die Verkehrsschau im März zu nehmen, harrte die Unternehmerin der Dinge, die da kommen sollten.

Inzwischen erfuhr die Siegener Zeitung, dass wieder eine Kundin aus Wallau – kurz nach der Beschwerde von Evgenia Neneshtil im Ratssaal – ein Verwarngeld von zehn Euro zahlen musste. Die Kundin wandte sich in einem Schreiben direkt an die Politesse der Stadt und führte dieser nochmals vor Augen, wie schwer es sei, waschen, färben und föhnen in nur einer Stunde zu absolvieren. Sie könne selbstverständlich ihr Auto umparken, so die Kundin. Sie könne aber auch einen anderen Frisör in einer anderen Stadt aufsuchen und dort gleich auch den Einkauf erledigen. Dann hätte Bad Laasphe eine Kundin weniger. Die Chefin von „Beauty Home“ nahm die Aufregung der Kundin nun zum Anlass, sich erneut bei der SZ zu melden. Dass Regeln einzuhalten seien, verstehe sie. Aber hier sei die Parkzeitregelung völlig ungerecht. Die Stadt Bad Laasphe habe ihr Anfang Mai mitgeteilt, dass aus Gleichbehandlungsgründen keine Änderung der Parkregelung erfolge. „Was heißt Gleichberechtigung? Gegenüber an der Straße gibt es für zwei Frisöre überhaupt keine Begrenzung.“ Das sei eine Diskriminierung, so die Unternehmerin.

In der Tat beginnt auf der Seite von „Beauty Home“ die Parkbegrenzung für eine Stunde per Schild auf Höhe des Radiomuseums. Hier gibt es auch den Hinweis auf den Parkplatz hinter dem Radiomuseum. Die „Eine-Stunde-Begrenzung“ zieht sich dann bis unten Richtung Kreisverkehr durch. Gegenüber allerdings können Autos frei parken. Ab dem Radiomuseum bis hinunter zum Kreisverkehr stehen keine Schilder. Das soll einer verstehen. „Das ist ungerecht“, stellt Evgenia Neneshtil fest. Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist im Fachbereich Verkehrssicherung und Beförderungserlaubnisse als Aufsichtsbehörde zuständig. Er nimmt nach der Verkehrsschau am 20. März wie folgt Stellung: Es sei darauf hinzuweisen, dass die aktuelle Regelung auf Wunsch der Einzelhändler eingeführt worden sei. Die hätten sich über Dauerparker beschwert, weil sie diese als „geschäftsschädigend“ empfinden würden. Pressesprecher Torsten Manges: „Auf der gegenüber liegenden Fahrbahnseite des Frisörgeschäfts befinden sich sieben bis acht Parkplätze, die zeitlich nicht begrenzt sind. Hier sind immer wieder Parkplätze frei, da sie in der Regel nicht von Dauerparkern genutzt werden.“ An dieser Stelle befinde sich auch die Einfahrt zu einem größeren Parkplatz hinter dem Jugendheim und dem Radiomuseum, auf dem es immer wieder freien Parkraum gebe, so der Kreis-Pressesprecher. Im Grunde ist die Argumentation also folgende: Wenn es auf der gegenüber liegenden Seite keine Dauerparker gibt, muss hier auch keine Begrenzung stattfinden. Schließlich sind hier ausreichend Möglichkeiten vorhanden, auch hinter dem Radiomuseum zu parken. Da aber auf der Seite von „Beauty Home“ dauerhaft geparkt wird, muss hier eine Begrenzung auf eine Stunde erfolgen. Der Kreis sagt: Auch mit Blick auf eine Gleichbehandlung wäre eine Ausweitung der erlaubten Parkzeit nicht sinnvoll, weil andere Geschäftsinhaber dann vor ihren Geschäften ebenfalls längere Parkzeiten einfordern könnten. Das wiederum würde aber der Idee der Kurzzeitparkflächen zuwider laufen. Überdies zeige die Erfahrung, dass längere Parkzeiten vor Geschäften nicht zwingend den Kunden dieser Geschäfte zugute kommen, da diese dann auch von anderen Verkehrsteilnehmern zum längerfristigen Parken genutzt würden. Evgenia Neneshtil bleibt nun wohl nichts anderes übrig, als ihre Kunden auf das Parken auf der gegenüber liegenden Seite aufmerksam zu machen. Vielleicht, und die Chance besteht ja noch, tut sich etwas, wenn die Neugestaltung der Bahnhofstraße mal fertig geplant ist. Da sind Landesbetrieb Straßenbau NRW, Universität Siegen und die Industrie- und Handelskammer seit geraumer Zeit dran.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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