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Hausärzte wegen Impfungen am Limit
"Unglaublich, was uns zugemutet wird"

Noch immer warten viele auf den langersehnten Piks. Nicht gelieferte Impfdosen sorgen da für Frust – bei den Patienten und bei den Ärzten.
  • Noch immer warten viele auf den langersehnten Piks. Nicht gelieferte Impfdosen sorgen da für Frust – bei den Patienten und bei den Ärzten.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

sp Siegen/Bad Laasphe. Jede Woche können Hausärzte aufs Neue angeben, wie viele Impfdosen sie gerne für ihre Patienten hätten. Die Anzahl, die pro Arzt bestellt werden kann, ist begrenzt – außer bei AstraZeneca. Für diese Woche konnten die Hausärzte so viel dieses Impfstoffs bestellen, wie sie für angemessen hielten.

Dann die Enttäuschung bei Medizinern wie auch bei Patienten: Die bestellten Mengen konnten nicht an alle Praxen geliefert werden, Impftermine mussten teilweise wieder abgesagt werden. „Da hat sich das Bundesgesundheitsministerium einfach verkalkuliert“, sagt Andreas Daniel, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe. Die Apotheken, die die Praxen mit den Impfstoffen versorgen, hätten versucht, die Dosen möglichst gerecht an die Hausärzte zu verteilen.

sp Siegen/Bad Laasphe. Jede Woche können Hausärzte aufs Neue angeben, wie viele Impfdosen sie gerne für ihre Patienten hätten. Die Anzahl, die pro Arzt bestellt werden kann, ist begrenzt – außer bei AstraZeneca. Für diese Woche konnten die Hausärzte so viel dieses Impfstoffs bestellen, wie sie für angemessen hielten.

Dann die Enttäuschung bei Medizinern wie auch bei Patienten: Die bestellten Mengen konnten nicht an alle Praxen geliefert werden, Impftermine mussten teilweise wieder abgesagt werden. „Da hat sich das Bundesgesundheitsministerium einfach verkalkuliert“, sagt Andreas Daniel, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe. Die Apotheken, die die Praxen mit den Impfstoffen versorgen, hätten versucht, die Dosen möglichst gerecht an die Hausärzte zu verteilen.

Frust bei Impfstoff-Bestellungen

Ob das funktioniert hat, ist die eine Frage. Denn während sich zahlreiche Arztpraxen darüber beklagen, selbst große Teile der ersten Prioritätengruppen vertrösten zu müssen, werben andere bereits offensiv damit, Patienten mit Anfang 20 impfen zu können. Eine Praxis aus dem nördlichen Siegerland beispielsweise hatte von den mehr als 250 bestellten gerade einmal 20 Dosen bekommen – am Montag mussten in stundenlangen Telefonaten mehr als 230 Termine abgesagt werden. Der Frust war entsprechend groß, nicht nur auf Patientenseite.

"Wir sind nicht
ein reines Impfzentrum,
das vergessen viele."

Silke Schütz
Hausärztin

Dr. Martin Junker, Leiter der KV-Bezirksstelle Lüdenscheid, weiß von vielen Kollegen, die die bestellten Mengen nicht geliefert bekommen hätten. Dr. Martin Winkemann, Hausarzt in Weidenau, hatte 150 AstraZeneca-Dosen bestellt, 70 kamen an. Termine musste er allerdings nicht absagen, weil er sie erst dann vergibt, wenn er sicher weiß, welche Menge er bekommt. Auch Dr. Martin Dudszus, Hausarzt in Siegen, sagt: „Ich habe nie die Menge bekommen, die ich mir gewünscht hätte, sondern nur die Hälfte.“ Erstmals habe er jetzt Johnson & Johnson bestellt – das Vakzin, bei dem der Schutz nach nur einer Impfung erreicht wird. „Ich bin gespannt, was ich da bekomme.“

Nicht alle Praxen von Impfstoff-Ärger betroffen

Doch nicht alle Hausarztpraxen sind betroffen. Die beiden Medizinischen Versorgungszentren der Mariengesellschaft mit Hausärzten in Eiserfeld und Bad Laasphe hätten keine Lieferengpässe bei AstraZeneca gehabt, sagt Pressesprecher Dr. Christian Stoffers. Auch Silke Schütz, Hausärztin in der Gemeinschaftspraxis Neef und Schütz in Wilnsdorf, bekam die Menge, die sie bestellt hatte.

Dennoch sind die Corona-Impfungen eine große Herausforderung, die allen Beteiligten viel abverlangen: Am Montag wird den Hausärzten mitgeteilt, wieviel Impfstoff-Dosen potenziell zur Verfügung stehen, am Dienstag geben sie ihre Bestellungen bei ihren Apotheken ab und erst Ende der Woche, Donnerstag oder Freitag, bekommen sie gesagt, wie viele Dosen tatsächlich in der nächsten Woche zur Verfügung stehen.

Ärzte sind am Limit

„Wir sind nicht ein reines Impfzentrum, das vergessen viele“, sagt Silke Schütz. Alle machten Überstunden, geimpft werde, wenn die Praxis eigentlich geschlossen habe. „Wir sind am Limit.“ Selbst, wenn mehr Impfstoff zur Verfügung stehe, könnten sie dem Ansturm von Patienten nicht gerecht werden. „Wir können die Kapazitäten nicht erhöhen, wir müssten dann noch nachts impfen“, so die Ärztin.

Und auch Dr. Martin Dudszus empfindet die Durchführungen der Impfungen unter den aktuellen Umständen als „extrem schwierig“ neben dem normalen Betrieb. Es sei mit viel Aufwand verbunden. Dr. Martin Junker bezeichnet es als „unglaublich, was uns da zugemutet wird“.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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