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Gewaltiges Stadtumbau-Programm
Uni bringt Hinterhöfe auf Vordermann

Hinterhof-Charme ade: Das städtebaulich unter Wert genutzte Quartier rund um die Friedrichstraße soll zu einem urbanen Campus mit öffentlicher Verbindungsfunktion zum Zentralcampus am Unteren Schloss werden.
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  • Hinterhof-Charme ade: Das städtebaulich unter Wert genutzte Quartier rund um die Friedrichstraße soll zu einem urbanen Campus mit öffentlicher Verbindungsfunktion zum Zentralcampus am Unteren Schloss werden.
  • Foto: Stadt Siegen
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js Siegen.  „Universitätsstadt Siegen“: Neun Jahre sind vergangen, seitdem Bürgermeister Steffen Mues und Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart das erste Ortsschild mit dieser Zusatzbezeichnung anbrachten. Ein symbolischer Akt, dem im Laufe der Jahre eine konkrete Ausgestaltung erfolgen sollte. „Uns war immer klar, dass Siegen – wenn wir Universitätsstadt sein wollen – an Attraktivität gewinnt, wenn es Campus-Standorte im Zentrum gibt“, berichtete der Bürgermeister beim ersten öffentlichen Quartiersrundgang durch die Innenstadtbereiche, in denen künftig das Herz der Uni schlagen soll.
Dass die Tour durch die künftigen Universitätsareale nur virtuell stattfinden konnte, war nicht etwa dem ergiebigen Frühjahrsregen geschuldet, sondern der Corona-Schutzverordnung.

js Siegen.  „Universitätsstadt Siegen“: Neun Jahre sind vergangen, seitdem Bürgermeister Steffen Mues und Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart das erste Ortsschild mit dieser Zusatzbezeichnung anbrachten. Ein symbolischer Akt, dem im Laufe der Jahre eine konkrete Ausgestaltung erfolgen sollte. „Uns war immer klar, dass Siegen – wenn wir Universitätsstadt sein wollen – an Attraktivität gewinnt, wenn es Campus-Standorte im Zentrum gibt“, berichtete der Bürgermeister beim ersten öffentlichen Quartiersrundgang durch die Innenstadtbereiche, in denen künftig das Herz der Uni schlagen soll.
Dass die Tour durch die künftigen Universitätsareale nur virtuell stattfinden konnte, war nicht etwa dem ergiebigen Frühjahrsregen geschuldet, sondern der Corona-Schutzverordnung. Mit zehn registrierten Gästen durch die Stadt zu schlendern, war schlichtweg nicht erlaubt. Daher nutzten der Rathauschef und Stadtbaurat Henrik Schumann die inzwischen unfreiwillig oft erprobten Austausch via Videokonferenz – auch in der kommenden Wochen werden die Stadtoberen auf diese Weise über das Großprojekt „Siegen. Wissen verbindet“ informieren.

Zwei-Standorte-Strategie

Das Siegener Zentrum steht vor einem gewaltigen und ambitionierten Stadtumbau. Die Uni hat sich auf den Weg zu einer Zwei-Standorte-Strategie gemacht. Auf dem Haardter Berg, wo das akademische Bildungszentrum seit knapp fünf Jahrzehnten beheimatet ist, werden die technischen und naturwissenschaftlichen Fakultäten bleiben, die Campus Hölderlinstraße und Paul-Bonatz werden aufgegeben. In der City sollen bis etwa 2028 insgesamt drei Fakultäten eingezogen sein. Das Untere Schloss wird zum neuen Hauptcampus, sowohl südlich als auch nördlich davon wird es zwei weitere Campus-Standorte geben.

Campus Nord
Die Philosophische Fakultät wird in das Quartier Friedrichstraße einziehen. Der Bereich, dem heute Hinterhof-Atmosphäre attestiert wird, soll umgekrempelt und zu einem urbanen Viertel aufgepeppt werden. Neue Baukörper ergänzen Umbauten im Bestand, platziert um einen autofreien Anger. Der Campus ist übrigens kein exklusives Uni-Pflaster, er hat auch öffentlichen Wert – als Verbindung zum Siegberg, mit Freitreppe und rund um die Uhr von jedermann nutzbarem Aufzug. Zudem wird das Hettlage-Gebäude, bald zentralen Bibliothek, einen weiteres barrierefreies Scharnier zur Oberstadt bilden.

Campus Süd
Im Bereich Löhrstraße und Häutebachweg entsteht der südliche Campus, neue Wirkungsstätte der Fakultät II (Bildung, Architektur und Künste). Hier wird luftiger und transparenter, auch weniger hoch gebaut, Grünstrukturen und Aufenthaltsflächen werden geschaffen, das Ufer der Weiß aus seinem Mauerkorsett befreit und gestaltet. Ein Brückenschlag über den Bachlauf wird das Haus der Musik anbinden. Über mehrere Treppen entstehen Verbindungen zum Hauptcampus. Der Häutebachweg wird zur Fahrradstraße und ist damit ein Wegweiser für das Verkehrskonzept: Die Uni wird in der Stadt nur 900 Autoparkplätze bekommen, dafür Abstellmöglichkeiten für 1350 Fahrräder. Das Uniprojekt tritt für die Siegener Verkehrswende fest in die Pedale.

Baubeginn 2024
Stadt und Uni Siegen gehen dieser Tage immer weiter in die Öffentlichkeit mit ihrem Masterplan, der am 10. Juni um 19 Uhr präsentiert wird. Gebaut werden soll übrigens nicht vom landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetrieb. Um die Sache zu beschleunigen, soll mit Investoren zusammengearbeitet werden, ein viel beachtetes Pilotprojekt. 2024, so die Perspektive, soll der Bau beginnen. Nach und nach sollen Gebäude und Gelände (um-) gebaut werden, vier bis fünf Jahre lang.
Chancen für die Stadt

Schon jetzt positive Auswirkungen

Schon jetzt habe sich die Verlagerung der Uni Siegen positiv auf die Stadt ausgewirkt. Die um eine Etage verkleinerte Karstadt-Filiale sei nun keine Schließungskandidatin mehr – wegen der wirtschaftlicheren Größe, aber auch wegen der neuen „Nachbarn“. Wenn sich Hörsaalgebäude und Mensa – beides fertig, aber wegen Corona noch ungenutzt – in Betrieb gehen, erwartet der Bürgermeister deutlich mehr Leben in der Stadt und auf lange Sicht ein gutes Mittel gegen die Leerstandproblematik im Zentrum, die nach Corona alles andere als vom Tisch sein dürfte. Für Steffen Mues steht fest: „Das ist eine Riesenchance, um unsere Innenstadt auf Jahre zu sichern.“

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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