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"Medizin neu denken": INDIRA am Start
Unis sagen Ärztemangel Kampf an

Mit der Gründung von INDIRA, die ihren Sitz in der Krönchenstadt haben wird, habe das Modellvorhaben „Medizin neu denken“ einen "weiteren Meilenstein" erreicht, kommentierte die heimische Hochschule die Kooperation.
  • Mit der Gründung von INDIRA, die ihren Sitz in der Krönchenstadt haben wird, habe das Modellvorhaben „Medizin neu denken“ einen "weiteren Meilenstein" erreicht, kommentierte die heimische Hochschule die Kooperation.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Christian Hoffmann (Redakteur)

sz/ch Siegen/Bonn. Die beiden Universitäten Siegen und Bonn gründen eine gemeinsame Einrichtung: Mit INDIRA (Englisch: Interdisciplinary Center for Digital Medicine and Health Services Research in Rural Areas) sollen sowohl Projekte der digitalen Medizin als auch der Versorgungsforschung im ländlichen Raum wissenschaftlich angegangen und vorangetrieben werden; die beiden Hochschulen kooperieren dabei künftig mit fünf Praxis-Partnern: mit dem Bonner Universitätsklinikum sowie mit dem Kreisklinikum, der Diakonie in Südwestfalen, dem St.-Marien-Krankenhaus und der DRK-Kinderklinik, die alle ihren Sitz im Oberzentrum Siegen haben.

sz/ch Siegen/Bonn. Die beiden Universitäten Siegen und Bonn gründen eine gemeinsame Einrichtung: Mit INDIRA (Englisch: Interdisciplinary Center for Digital Medicine and Health Services Research in Rural Areas) sollen sowohl Projekte der digitalen Medizin als auch der Versorgungsforschung im ländlichen Raum wissenschaftlich angegangen und vorangetrieben werden; die beiden Hochschulen kooperieren dabei künftig mit fünf Praxis-Partnern: mit dem Bonner Universitätsklinikum sowie mit dem Kreisklinikum, der Diakonie in Südwestfalen, dem St.-Marien-Krankenhaus und der DRK-Kinderklinik, die alle ihren Sitz im Oberzentrum Siegen haben. Mit der Neugründung der Einrichtung, die ihren Sitz in der Krönchenstadt haben wird, habe das Modellvorhaben „Medizin neu denken“ einen "weiteren Meilenstein" erreicht, kommentierte die heimische Hochschule die Kooperation.

Für die Gesundheitsversorgung von morgen

„Mit dieser Gründung werden die gemeinsamen Anstrengungen im Modellvorhaben gebündelt, um Forschung und Lehre mit Blick auf zukünftige, digital unterstützte Versorgungskonzepte für den ländlichen Raum zu ermöglichen", so NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. Sie betont, dass es ist wichtig sei, dass die beiden Universitäten "ihre unterschiedliche Expertise einbringen, vernetzt agieren und dabei frühzeitig die relevanten Akteure der Gesundheitsversorgung aktiv einbeziehen. So kann das Vorhaben wissenschaftlich fundiert wertvolle Erkenntnisse für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum von morgen liefern“.

Mensch im Mittelpunkt

Durch INDIRA sollen Studenten der Humanmedizin in Bonn und der medizinnahen Bachelor- und Master-Studiengänge in Siegen an typische Versorgungssituationen in einer ländlichen Region herangeführt werden. Wichtig: Der wissenschaftliche Ansatz der Einrichtung orientiert sich an den Bedürfnissen der Patienten und stellt statt der Technik den Menschen in den Mittelpunkt. Dabei sollen die beteiligten Wissenschaftler interdisziplinär und nah an der medizinischen Praxis arbeiten, um die gesundheitliche Versorgung in der Fläche auch in Zukunft sicherzustellen – eben vor allem im ländlichen Raum. Eine Kampfansage an den prognostizierten Ärztemangel.

Bessere Ausbildung

Es sollen in diesem Rahmen nicht nur innovative Versorgungsmodelle entwickelt, sondern auch schneller in die Regelversorgung übertragen werden. Darüber hinaus ist eine bessere Verzahnung von klinischer Forschung und Versorgungsforschung angestrebt. Schließlich soll die Sicht auf die Bedürfnisse der Patienten der angehenden Ärzte schlicht und einfach verbessert bzw. verbreitert werden: "Wir sehen da unseren Fokus in der angewandten Lehre vor Ort. Studenten erhalten Einblicke in Form von Praktika oder über Veranstaltungen. Bei uns lernen sie spezifische Sachverhalte einer medizinischen Versorgung kennen, die auch den ländlichen Raum mit einbeziehen", sagt zum Beispiel Hans-Jürgen Winkelmann, Hauptgeschäftsführer der Marien-Gesellschaft und damit Chef des St.-Marien-Krankenhauses.

Deutliches Signal

Nach der Gründung der medizinischen Fakultät OWL an der Bielefelder Uni vor Kurzem und dem 2019er-Aus der ursprünglichen Pläne, Medizinstudenten in Südwestfalen auszubilden, um sie dort später auch als praktizierende Ärzte zu halten, sind die INDIRA-Gründung und der Zuspruch aus Düsseldorf für das Projekt "Medizin neu denken" ungemein wichtig: Sowohl die Politik als auch die Partner stehen hinter dem Projekt. Der Stand der Dinge: 

  • Das ist zum einen das Medizinstudium auf der Grundlage der ärztlichen Approbationsordnung an der Universität Bonn, das in Teilen an den vier Siegener Kliniken absolviert wird.
  • Zum anderen sind neue, medizinnahe Bachelor- und Masterstudiengänge aus den Naturwissenschaften, den Ingenieurwissenschaften sowie den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Uni Siegen entstanden.
  • Hinzu kommt die „Digitale Modellregion Gesundheit Dreiländereck“, in der neue und innovative Versorgungsformen erforscht und entwickelt werden.
Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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