Unmittelbare Begegnungen

Einblicke in seine Inszenierung von „Tod eines Handlungsreisenden“ wird im Rahmen der Siegener Biennale der Regisseur Luk Perceval geben. Foto: Apollo
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sz Siegen. „Apollo begrüßt“ wird es auch bei der ersten Siegener Biennale, die vom 10. April bis 2. Mai im und um das Apollo-Theater läuft, geben – aber ein gutes Stück größer, an einem besonderen Ort und mit spannenden Gästen.

„Apollo begrüßt“ heißt es seit anderthalb Jahren vor jeder Aufführung im großen Saal des Siegener Theaters. Zu diesen viertelstündigen, meist kurzweiligen und kostenlosen Einführungen in die jeweilige Vorstellung kommen jedes Mal zwischen 30 und 90 Interessenten. Während der Biennale finden diese Einführungen im Fest-Zelt statt, das auf dem Scheiner-Platz vor dem Theater aufgebaut wird. Und sie beginnen jeweils um 19 Uhr, eine Stunde vor der Vorstellung, damit genug Zeit ist für diejeweiligen Referenten.

Am Ostersonntag (20. April) beispielsweise wird der Regisseur Luk Perceval Einblicke in seine Inszenierung von Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ geben. Perceval ist als Schauspieler, Autor und Regisseur europaweit bekannt. Er begann 1979 als Schauspieler am Nationaltheater von Antwerpen. 1984 gründete er die freie Truppe „Blauwe Maandag Compagnie“, eine der wichtigsten Vertreterinnen der „Flämischen Welle“. Sein Shakespeare-Marathon „Schlachten!“ wurde 2000 zur „Aufführung des Jahres“ gewählt. 1998 wurde Perceval Intendant des Nationaltheaters Antwerpen. Seit 2000 arbeitet er regelmäßig in Deutschland: Zu seinen wegweisenden Regiearbeiten gehören Tschechows „Kirschgarten“ (schauspiel hannover), „Traum im Herbst“ von Jon Fosse (Münchner Kammerspiele, eingeladen zum Theatertreffen Berlin 2002) und Shakespeares „Othello“ in einer Bearbeitung von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel (Münchner Kammerspiele).

Auch als Opernregisseur machte er sich international einen Namen. Seit 2006 ist Luk Perceval Hausregisseur an der Berliner Schaubühne. 2005 erschien das Buch „Theater und Ritual“ über Luk Percevals spezifische Arbeitsweise und Theaterphilosophie.

Mit Ende der jeweiligen Biennale-Aufführung muss aber noch keineswegs Schluss sein. Anschließend gibt es nämlich oftmals Theatergespräche. Nach einer Vorstellung mit den Künstlern diskutieren, die sich gerade noch auf der Bühne das Herz aus dem Leib gespielt haben – das kann spannend sein.Für die „Theatergespräche“ im Rahmen der Biennale zeichnet, so das Apollo, unter anderem Prof. Ralf Schnell verantwortlich. Wie kenntnisreich, lebendig und spannend dieser international renommierte Literaturwissenschaftler – seit 2006 Rektor der Siegener Universität – solche Begegnungen mit Künstlern moderieren kann, hat das Apollo-Publikum inzwischen mehrfach und mit Begeisterung erlebt.Bei Prof. Ralf Schnell sind es immer tatsächliche Gespräche – keine Monologe. Er hat – neben allem wissenschaftlichen Hintergrund – eine ungewöhnliche Souveränität in der Einbeziehung des Publikums. Ralf Schnell ist Mitherausgeber der 27-bändigen Heinrich-Böll-Werkausgabe.Der gebürtige Oldenburger, Jahrgang 1943, studierte in Köln und Berlin Germanistik, Philosophie, Theaterwissenschaften und Publizistik. Als Hochschullehrer wirkte er unter anderem in Hannover, Osnabrück, Tokio, an der FU Berlin, im niederländischen Tilburg sowie an der Ain-Shams-Universität Kairo. Er arbeitete als Publizist und Literaturkritiker für die „Zeit“, die Frankfurter Rundschau und den WDR.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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