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Tierheim beobachtet einen beunruhigenden Trend
Unmoralische Tierverkäufe

Tiere, die ihren Haltern lästig werden, werden teilweise auf Plattformen wie Ebay-Kleinanzeigen verkauft. Sie haben Glück, wenn sie in gute Hände geraten.
  • Tiere, die ihren Haltern lästig werden, werden teilweise auf Plattformen wie Ebay-Kleinanzeigen verkauft. Sie haben Glück, wenn sie in gute Hände geraten.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

sk Siegen. Eigentlich sollte es im Gespräch mit dem Tierschutzverein Siegen um die Frage gehen, ob kleinere Tiere wie etwa Kaninchen immer noch als „süßes Geschenk“ im Osterkorb landen. Schnell wird jedoch im Gespräch mit Tobias Neumann vom Tierheim Siegen deutlich, dass die Geschichte eine andere Dimension hat. Tobias Neumann schildert, dass Händler, Hobbyzüchter und auch „einfache“ Tierbesitzer die Online-Plattform Ebay-Kleinanzeigen nutzen, um ihre Tiere zu verkaufen oder einfach nur schnell loszuwerden – ohne Fragen, ohne Kontrolle. Das Tierwohl wird dabei vollkommen außer Acht gelassen, das wird im Gespräch mit Neumann schnell klar. „Die Verkäufer wollen nur das schnelle Geld machen. Keiner schaut darauf, wohin das Tier geht oder woher es kommt. Die juckt das nicht.

sk Siegen. Eigentlich sollte es im Gespräch mit dem Tierschutzverein Siegen um die Frage gehen, ob kleinere Tiere wie etwa Kaninchen immer noch als „süßes Geschenk“ im Osterkorb landen. Schnell wird jedoch im Gespräch mit Tobias Neumann vom Tierheim Siegen deutlich, dass die Geschichte eine andere Dimension hat. Tobias Neumann schildert, dass Händler, Hobbyzüchter und auch „einfache“ Tierbesitzer die Online-Plattform Ebay-Kleinanzeigen nutzen, um ihre Tiere zu verkaufen oder einfach nur schnell loszuwerden – ohne Fragen, ohne Kontrolle. Das Tierwohl wird dabei vollkommen außer Acht gelassen, das wird im Gespräch mit Neumann schnell klar. „Die Verkäufer wollen nur das schnelle Geld machen. Keiner schaut darauf, wohin das Tier geht oder woher es kommt. Die juckt das nicht.“ Er findet klare Worte: „Niemand, der sein Tier in gute Hände geben will, geht da hin“, erklärt Neumann.

Keine Chance im Kampf gegen Giganten

Mit „da hin“ meint er die besagte Verkaufs- und Handelsplattform. Er berichtet davon, dass der Deutsche Tierschutzbund und „4 Pfoten“, eine Tierschutz-Organisation, bereits versuchen, gegen den Ebay-Kleinanzeigen-Verkauf von Tieren vorzugehen. Bisher jedoch mit wenig Erfolg. Man komme gegen einen solchen Giganten schlicht nicht an. Mehr noch: „Das ist Ebay einfach egal.“ Die SZ hat sich auf der Online-Plattform umgesehen – und tatsächlich: Nach kurzer Recherche finden sich auf Ebay-Kleinanzeigen im Siegener Raum viele Würfe von Kleintieren und Hunden. Sogar eine Kuh steht zum Verkauf. Womöglich sind sie den Haltern lästig geworden oder sie sind erkrankt. Fast jeder Verkäufer legt dabei laut Beschreibung Wert auf die „Abgabe in gute Hände“, aber was damit gemeint ist, wird in der Regel nicht deutlich. Informationen zu den Tieren selbst, woher sie kommen oder wie ihr Gesundheitszustand ist, lassen sich meist nicht finden. Tobias Neumann berichtet, dass viele der Tiere krank werden und am Ende im Siegener Tierheim landen, da sie sich dann nicht mehr gut verkaufen lassen.

Apell an Tierliebhaber

Er appelliert an die Bürger, den Tieren zuliebe nicht auf Portalen wie Ebay auf die Suche nach ihnen zu gehen. Er verweist stattdessen auf die Tierheime. Das Siegener Tierheim zum Beispiel vermittelt viele kleine und große Haustiere, die sehnsüchtig auf ein gutes Zuhause warten, an verlässliche tierliebe Menschen. Alternativ gibt es im Internet auch die Seite tierheimhelden.de, die bundesweit versucht, alle Tierheime untereinander zu vernetzen. Auch hier können sich Interessierte kundig machen. Tobias Neumann wirft einen pessimistisch Blick in die Zukunft und den unkontrollierten Verkauf von Tieren über das Netz: „Es müsste etwas auf politischer Ebene passieren, ich sehe da aber für die nahe Zukunft schwarz.“

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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