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Unsere schönsten Weihnachtsgeschenke

Ein schönes Weihnachtsgeschenk – das ist wohl wie vieles Geschmackssache.
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juka Siegen. Heiligabend. Das bedeutet für die meisten Familien nicht nur Gang in die Kirche, gemütliches Beisammensein und leckeres Essen, sondern auch leuchtende Augen bei der Bescherung unter dem Weihnachtsbaum. Besonders Kinder werden die Stunden am heutigen Tag wohl wieder sehnsüchtig herunterzählen, bis sich die Türen öffnen und die Geschenke bereitliegen. Von der Vorfreude und dem Kribbeln im Bauch werden sich wohl die wenigsten komplett freimachen können, auch viele Erwachsene erinnern sich gerne zurück.
Daher wollten wir von den SZ-Lesern die Geschichten der schönsten Weihnachtsgeschenke hören. Egal ob kreativ, ausgefallen oder auf ganz besondere Weise emotional.

juka Siegen. Heiligabend. Das bedeutet für die meisten Familien nicht nur Gang in die Kirche, gemütliches Beisammensein und leckeres Essen, sondern auch leuchtende Augen bei der Bescherung unter dem Weihnachtsbaum. Besonders Kinder werden die Stunden am heutigen Tag wohl wieder sehnsüchtig herunterzählen, bis sich die Türen öffnen und die Geschenke bereitliegen. Von der Vorfreude und dem Kribbeln im Bauch werden sich wohl die wenigsten komplett freimachen können, auch viele Erwachsene erinnern sich gerne zurück.
Daher wollten wir von den SZ-Lesern die Geschichten der schönsten Weihnachtsgeschenke hören. Egal ob kreativ, ausgefallen oder auf ganz besondere Weise emotional. Dabei heraus gekommen sind ganz verschiedene Erzählungen aus unterschiedlichen Generationen, die zeigen, wie vielschichtig große und kleine Gesten zu den Festtagen sein können.

Gisela Klein: Baby erobert Herzen im Sturm

In der Nacht des 22. Dezember 1970, während starkem Schneefall, wurde im Krankenhaus Kredenbach unsere Tochter Andrea geboren. Zwar drei Wochen zu früh, aber pünktlich zu Weihnachten. Sie war für uns das wunderbarste Weihnachtsgeschenk und hat unsere Herzen im Sturm erobert. In diesem besonderen Corona-Jahr feiert sie nun in der Weihnachtswoche ihren 50. Geburtstag.

Elke Münchow: Neue Kleider für die Barbiepuppen

Es war Mitte der 1970er-Jahre und ich war neun oder zehn Jahre alt. Das miese Wetter in der Vorweihnachtszeit zwang uns Kinder dazu, anders als sonst, hauptsächlich im Haus zu spielen. Aber meine Freundin und ich spielten mit großer Begeisterung mit unseren heißgeliebten Barbiepuppen und wir ließen uns dabei immer wieder etwas Neues einfallen. So wurden beispielsweise die Kleider der Barbies untereinander getauscht, damit die Puppen nicht immer gleich angezogen waren. Aber irgendwann war auch die Tauscherei am Ende und wir beide hatten für Weihnachten nur einen großen Wunsch: Neue Kleider für die Barbies!
So ging es auf Weihnachten zu. Meine Mutter hatte uns natürlich beim Spielen beobachtet und mitbekommen, was mein größter Wunsch war. Einerseits war das Angebot nicht so reichhaltig in damaligen Zeiten, anderseits wurde vieles noch selbst gemacht. Da meine Mutter eine sehr gute Näherin ist, wurde das ein oder andere Unikat für mich genäht. Darauf war ich immer sehr stolz! So setzte sie sich, als wir Kinder im Bett waren, abends hin und begann, neue Kleider zu nähen.
Als dann der Heiligabend kam, vermisste ich meine Puppen. Hatte ich sie verlegt oder was war geschehen? In der Zeit vor Weihnachten passierten bei uns im Haus immer mal wieder seltsame Sachen. Die Vorfreude war immer sehr groß und die Bescherung immer was besonderes! Als dann am Heiligen Abend das Weihnachtsglöckchen klingelte, rannten wir Kinder ins Wohnzimmer, um zu sehen, was das Christkind gebracht hatte. Unter dem Tannenbaum lag auf meiner Seite diesmal kein Geschenk. Oh Schreck! Die Enttäuschung war groß, mir schossen die Tränen in die Augen. Dann sagte meine Mutter: Dein Geschenk steht diesmal auf der Fensterbank. Da standen sie, meine Barbiepuppen, wie auf einem Catwalk drapiert mit den schönsten Kleidern der Welt!
Und so wurde dieses Weihnachtsfest für mich unvergesslich, und in den Wochen danach machten meine Freundin und ich nichts anderes, als mit unseren Barbiepuppen zu spielen und sie Modenschau machen zu lassen.

Matthias Gries: Nicht für möglich gehaltenes Rennrad

Es war Weihnachten 1976. Ich war zwölf Jahre alt und lebte in Geisweid. Dort wohnte unsere vierköpfige Familie in einer typischen Dreizimmer-Stahlwerkswohnung an der Stormstraße. Ich wünschte mir damals ein Rennrad zu Weihnachten. Tatsächlich besuchte mein Vater in der Vorweihnachtszeit mit mir den Fahrradhändler „Küchler“ in Siegen. Dort stand es dann, ein Fahrrad der Marke Rallye mit Rennradlenker und Zehngang- Simplex-Kettenschaltung in der Farbe Orange, es waren halt die Siebziger! Aber der Preis betrug stolze 249 DM. Ich war verständig genug, dass ein so teures Weihnachtsgeschenk wohl nicht drin war. Die Tage vergingen. Am heiligen Abend war das Wohnzimmer den ganzen Tag verschlossen. Um 18 Uhr wurde dann die Wohnzimmertür geöffnet. Im typischen Licht des weihnachtlich beleuchteten Zimmers stand mein neues Rennrad. Ich jubelte, hüpfte und sprang meinen Eltern nacheinander um den Hals. Ich freute mich so sehr. Nach ungefähr einer Stunde Bescherung war es üblich, dass wir noch Oma und Opa in Kirchen besuchten. Ich nahm aber vorher mein Fahrrad mit nach draußen und drehte bei „Grüner Weihnacht“ meine erste Runde um den Hohen Rain. Noch heute steht das Rennrad aus Respekt gegenüber meinen Eltern bei mir im Keller. 

Jürgen Uhr: Holzpferdchen vom Weihnachtsmann

Der Krieg war zu Ende und zu unserer Familie gehörten neben den Eltern noch fünf Kinder. Ich war der Jüngste. Meine Mutter hatte den Haushalt zu erledigen und das Vieh zu versorgen. Mein Vater war in der Grube Pfannenberg beschäftigt und hatte jede zweite Woche Nachtschicht. Weihnachten rückte näher und wir drei jüngeren Geschwister, die gemeinsam in einem Zimmer schliefen, fieberten Weihnachten entgegen.
Eines Abends vermissten meine beiden Schwestern ihre Puppen. Bei einer Nachfrage kam die geheimnisvolle Erklärung, die hat das Christkind geholt. Einige Tage später war abends das Wohnzimmer abgeschlossen. Auf meine Nachfrage kam die nächste geheimnisvolle Erklärung, dort ist der Weihnachtsmann beschäftigt. Das machte mich natürlich neugierig. Als meine Mutter die Küche verließ, dachte ich mir, die Gelegenheit ist günstig. Ich schlich in den dunklen Flur, ging zur Wohnzimmertür, bückte mich und hielt ein Auge an das Schlüsselloch. Das Wohnzimmer war hell erleuchtet. Auf einem Stuhl lag ein Stück Holz. Einen Bohrer und zwei Hände konnte ich ebenfalls sehen. Also hatte der Weihnachtsmann wirklich den weiten Weg zurückgelegt, um für mich ein Geschenk vorzubereiten, so jedenfalls dachte ich als damals Sechsjähriger.
Meine beiden Schwestern und ich hatten am Heiligabend noch ein Weihnachtslied im Bett gesungen und in der Nacht natürlich kaum geschlafen. Was sollte wohl auf dem Gabentisch liegen und wo waren die Puppen geblieben? Beschert wurde bei uns am ersten Weihnachtstag. Wir drei kamen am frühen Morgen erwartungsvoll die Treppe herunter und öffneten leise die Wohnzimmertür. Mit leuchtenden Augen blickten wir auf den Gabentisch. Dort saßen die Puppen meiner beiden Schwestern. In ihren neuen Kleidchen sahen auch sie aus wie neu. Daneben stand ein Holzpferdchen, bunt angestrichen und mit vier Rädern versehen, so dass man damit fahren konnte. Das war für mich. Es war mein schönstes Weihnachtsgeschenk in dieser armen Nachkriegszeit. Daran kann ich mich auch nach 74 Jahren noch gut erinnern. Meine Mutter hatte die Kleidchen genäht und meinem Vater gehörten die beiden Hände, die ich durch das Schlüsselloch gesehen hatte.

Jens-Oliver Lorenz: Entschleunigen und entkoppeln

Mein schönstes Weihnachtsgeschenk war stets die Gemütlichkeit innerhalb der Familie. Die Gespräche im Kreis der Liebsten, alte Anekdoten aus Kindertagen, die langen Abende daheim mit Glühwein und Kinderpunsch und einem heißen Kaffee am ersten Weihnachtsmorgen bei Kerzenschein und Musik von Dire Straits. Das Entschleunigt und entkoppelt.

Ein schönes Weihnachtsgeschenk – das ist wohl wie vieles Geschmackssache.
Die Vorfreude auf die Bescherung dürften die meisten aber 
 sicherlich teilen.
Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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