Unternehmen gesteht Schuld

 Der Gasalarm rief rund 200 Einsatzkräfte auf den Plan. Für die bauausführende Firma, die den Unfall verursacht hat, hat er ein Nachspiel. Das Unternehmen zeigt sich kommunikativ. Foto: Timo Karl
  • Der Gasalarm rief rund 200 Einsatzkräfte auf den Plan. Für die bauausführende Firma, die den Unfall verursacht hat, hat er ein Nachspiel. Das Unternehmen zeigt sich kommunikativ. Foto: Timo Karl
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tika - Die erste Aufregung hat sich gelegt, abgeschlossen ist der Gasalarm von Bad Berleburg aber längst nicht. Gut eine halbe Woche nach dem Unfall im Homrighäuser Weg läuft die Suche nach den Gründen weiter. Die bauausführende Firma „Oebotec“ will den entstandenen Schaden allerdings offenkundig schnell begleichen. Wie angekündigt hat das Unternehmen mit Sitz im münsterländischen Billerbeck eine Hotline eingerichtet, unter der sich Geschädigte melden können.

Unumwunden hat „Oebotec“ seine Schuld an dem Unfall eingestanden. Um ein Haar ist die Stadt Bad Berleburg dabei einer Katastrophe entkommen. „Wir sind der Verursacher, wenn auch die Ursache noch nicht abschließend geklärt ist. Zum jetzigen Zeitpunkt deutet alles darauf hin, dass Pläne nicht richtig interpretiert wurden“, erklärte Christian Oelke. Der Bauleiter machte deutlich, dass sein Unternehmen um „Wiedergutmachung bemüht“ ist.

Bei Fräsarbeiten für eine neue Breitbandleitung, die bis nach Bad Laasphe reichen soll, hatte ein Mitarbeiter am Donnerstag die Gasleitung getroffen und damit ein Leck verursacht. Stundenlang strömte Gas aus der Leitung. Eine direkt oberhalb verlaufende 110-Kilovolt-Stromleitung hatte der Betreiber „Westnetz“ ausgeschaltet, um eine Entzündung des ausströmenden Gases zu verhindern.

Während des gesamten Tages kam es zu massiven Einschränkungen, Betriebe mussten ihre Produktion über Stunden einstellen, Geschäfte blieben geschlossen und phasenweise waren 14 000 Menschen im Stadtgebiet ohne elektrischen Strom. Vorsorglich sollte die Bevölkerung Fenster und Türen geschlossen halten. Zudem mussten die Einsatzkräfte rund 300 Anwohner aus der Peripherie des Gaslecks während des gesamten Einsatzes evakuieren. Fest steht: Der dadurch entstandene wirtschaftliche Schaden ist beträchtlich.

„Was das alles bis in die letzte Konsequenz bedeutet, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Glücklicherweise sind keine Menschen zu Schaden gekommen“, sagte Christian Oelke. Glück hatten indes auch Christian Oelke und seine Mitarbeiter. Nachdem das Leck im Rahmen der Fräsarbeiten entstanden war, kam es zu einem heftigen Gasaustritt, der sich noch in einigen hundert Metern Entfernung akustisch und auch optisch bemerkbar gemacht hatte.

Der dichte Nebel über der Stadt hatte dabei zusätzlich eine Deckelwirkung: Das Gas zog nicht nach oben ab, sondern gen Kernstadt. Die vier vor Ort agierenden Mitarbeiter der Firma „Oebotec“ – das Unternehmen ist nach eigenen Angaben seit rund 15 Jahren im Tiefbau tätig – hatten in der Situation richtig reagiert. Der Maschinenführer der Fräse hatte rechtzeitig den Notaus-Knopf betätigt, die Mitarbeiter hatten sich in Sicherheit gebracht und dann Alarm ausgelöst. In der Folge hatten die Verantwortlichen die Anwohner aus dem direkten Umfeld evakuiert.

„Als uns bewusst war, welche Situation wir ausgelöst hatten, mussten wir schnell und professionell handeln. In der Folge wurden die richtigen Entscheidungen getroffen“, berichtete der Bauleiter seine Sicht der Dinge unmittelbar nach dem Entstehen des Gaslecks. Insgesamt rund 200 Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreisgebiet von Freiwilliger Feuerwehr, Polizei, des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser-Hilfsdienstes sowie des Technischen Hilfswerks hatte der Gasalarm auf den Plan gerufen. Die Atmosphäre nach Eintreffen war konzentriert und geordnet – gleiches galt auch für die Reaktion der Einwohner der Kernstadt sowie der Dörfer, die von dem Stromausfall betroffen waren.

„Uns ist von der Bevölkerung so viel Herzlichkeit und Verständnis entgegengebracht worden – dafür danken wir ausdrücklich“, erklärte Christian Oelke, dessen Unternehmen sich gestern erstmals nach dem Unfall an die Öffentlichkeit wandte – ein erster Schritt, die Suche nach den Gründen dauert an. Der entstandene Schaden ist derzeit gleichsam noch längst nicht zu beziffern.

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