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Prozess um virtuelle Vergewaltigung
Urteil des Siegener Gerichts lässt auf sich warten

Das Urteil aes Siegener Landgerichts lässt noch etwas auf sich warten.
  • Das Urteil aes Siegener Landgerichts lässt noch etwas auf sich warten.
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  • hochgeladen von Jan Schäfer (Redakteur)

mick Siegen. Im zurückverwiesenen Prozess gegen einen Siegerländer, der zugegeben hat, eine Minderjährige virtuell vergewaltigt zu haben, wird das Urteil nun erst Mitte Dezember fallen. Dafür gibt es einen Grund: Der Verteidiger hat angezeigt, er habe keine Möglichkeit gehabt, die schriftliche Fassung am Tag vor der Verhandlung zu lesen. Immerhin umfasse das Papier 75 Seiten, gibt Anwalt Michael Aßhauer zu bedenken und bekommt Unterstützung vom Sachverständigen. Für Dr. Michael Mattes macht die Verschiebung seines Vortrags auf den 3. Dezember Sinn: „Es ist doch etwas komplex.“

Gleichzeitig hat der Psychiater der Kammer dringend empfohlen, den Angeklagten so schnell wie möglich vorläufig unterzubringen.

mick Siegen. Im zurückverwiesenen Prozess gegen einen Siegerländer, der zugegeben hat, eine Minderjährige virtuell vergewaltigt zu haben, wird das Urteil nun erst Mitte Dezember fallen. Dafür gibt es einen Grund: Der Verteidiger hat angezeigt, er habe keine Möglichkeit gehabt, die schriftliche Fassung am Tag vor der Verhandlung zu lesen. Immerhin umfasse das Papier 75 Seiten, gibt Anwalt Michael Aßhauer zu bedenken und bekommt Unterstützung vom Sachverständigen. Für Dr. Michael Mattes macht die Verschiebung seines Vortrags auf den 3. Dezember Sinn: „Es ist doch etwas komplex.“

Gleichzeitig hat der Psychiater der Kammer dringend empfohlen, den Angeklagten so schnell wie möglich vorläufig unterzubringen. Die Kammer werde umgehend Gespräche mit dem LWL aufnehmen, sichert die Vorsitzende Richterin Elfriede Dreisbach zu. Für den Gutachter ist es wichtig, „dass er nach Lippstadt-Eickelborn kommt“. Nur dort gebe es die nötige Erfahrung und das Fachpersonal. Auf diese Weise wird es ein kurzer Verhandlungstag. Auf Anregung des Verteidigers wird ein weiterer Zeuge vernommen, der das letzte Vierteljahr mit der verstorbenen Ex-Frau des Angeklagten zusammen war und diese kurz vor ihrem Tod geheiratet hat. Er soll zu deren Verhältnis zu ihrer Schwester und dem Charakter der Schwägerin aussagen.

"Sie lebt in einer eigenen Welt"

Die Frau hat in der Verhandlung kein gutes Haar an seinem Mandanten gelassen. Obwohl sie diesem andererseits Briefe ins Gefängnis geschrieben hat, ihre Zuneigung und Unterstützung versicherte. „Ist die Frau eine Intrigantin?“, fragt Aßhauer direkt. Der Zeuge berichtet von einer kurzen, aber sehr intensiven Beziehung zu seiner Frau, die ihm in den drei Monaten sehr viel über ihre Familie und auch die Schwester berichtet hätte. Überwiegend habe es viel Streit und lange Zeiten des Schweigens zwischen den Frauen gegeben. Die Schwägerin habe Lügen verbreitet und verschiedenen Parteien unterschiedliche Positionen vorgespielt. Aus Sicht des Zeugen „lebt sie in ihrer ganz eigenen Welt. Die wenig mit der Realität zu tun hat“.

Die Ehefrau des Angeklagten hatte sich nach dem ersten Urteil 2012, als es um eine ähnliche Tat ging, von ihm scheiden lassen. Auf Druck von außen, sagt der Mann und hat seine Frau bis heute in guter Erinnerung behalten. Gerade an diesem Tag mache ihm die Erinnerung wieder sehr zu schaffen, „es wäre ihr Geburtstag gewesen“. Die Vorsitzende hat in den Briefen des Angeklagten an die Noch-Gattin Darstellungen gefunden, dass die Vorwürfe in der damaligen Sache falsch waren, er tatsächlich in das minderjährige Mädchen in Süddeutschland verliebt gewesen sei.

„Haben Sie das nur geschrieben, um Ihrer Frau etwas Gutes zu tun“, fragt die Richterin zweifelnd: „Sie haben das doch nicht selbst geglaubt?“ „Nein“, entgegnet der Angeklagte. Er habe es ihr nur leichter machen wollen. „Ihre Frau hat damals sämtliche Briefe an die Staatsanwalt geschickt. Mit der dringenden Bitte, Ihnen zu helfen, der unrechtmäßig verurteilt worden ist“, fügt Dreisbach an. Davon habe er nie etwas gewusst, erklärt ihr Gegenüber recht simpel.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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