Geburten in der Coronazeit
Väter dürfen mit in den Kreißsaal

Besuche im Anschluss der Geburt sind zum Teil eingeschränkt.

sp Siegen/Olpe/Kirchen/Bad Berleburg. Zurzeit sind die Besuchsmöglichkeiten in den Krankenhäusern aufgrund der Corona-Krise eingeschränkt. Diese Maßnahme zum Schutz der Mitarbeiter und Patienten macht auch vor frisch gebackenen Vätern nicht halt. Bei der Geburt allerdings dürfen sie oder eine andere Begleitperson mit dabei sein, zumindest in den von der SZ befragten Krankenhäusern. Die Regelungen für Besuche werden unterschiedlich gehandhabt.

Die Diakoniein Südwestfalen teilte mit, dass jede werdende Mutter eine Bezugsperson benennen dürfe, die mit in den Kreißsaal könne. In der Regel sei das der Partner oder der Mann, so Pressesprecher Stefan Nitz. Die Person dürfe den Kreißsaal aber nicht verlassen. Wenn die Mutter auf der Station liege, in der Regel seien das drei Tage, dürfe eine zuvor genannte Person mit Vorlage des Ausweises eine Stunde am Tag zu Besuch kommen.

Die Diakonie teilte zudem mit, dass das Team der Geburtshilfe und Pränatalmedizin im Diakonie-Klinikum Jung-Stilling in Siegen bisher „keine Verunsicherungen oder Ängste bei den Schwangeren und deren Partnern festgestellt“ habe. Werdende Eltern brächten für die besonderen Regelungen viel Akzeptanz und Verständnis mit und zeigten sich auch dankbar, dass der Vater oder eine Begleitperson weiterhin während der Geburt mit in den Kreißsaal dürfe (vorausgesetzt, er/sie sei gesund). Darüber hinaus bemerken Ärzte und Hebammen, dass die Schwangeren bzw. Mütter als Alternative zu persönlichen Treffen gerne Videochats über das Smartphone nutzen, um so den Austausch mit Angehörigen und Freunden aufrechtzuerhalten.

Corona beschäftigt werdende Eltern

Eine ähnliche Regelung wie das Jung-Stilling hat auch das St.-Marien-Krankenhaus in Siegen getroffen. Christian Stoffers, Sprecher für das St.-Marien-Krankenhaus, erklärt: „Väter dürfen mit dabei sein und die ersten Momente mit genießen.“ Vor einem Besuch müsse aber mit dem Chefarzt gesprochen werden, denn man wolle ausschließen, dass jemand krank sei oder aus einem Risikogebiet komme. Auf Nachfrage gab Stoffers an, dass die Schwangeren anfangs Angst hätten, ins Krankenhaus zu gehen, und verunsichert seien. Das sei aber nicht nötig, versichert er, denn ein Krankenhaus sei ein sicherer Ort, weit sicherer als das Zuhause. Damit die Mütter bei den eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten mit der Familie und Freunden kommunizieren könnten, sei eine Gratis-WLAN-Nutzung für sie möglich.

Kostenloses WLAN bietet auch die kath. Hospitalgesellschaft Südwestfalen in ihren beiden Krankenhäusern in Altenhundem und Olpe an. Denn nach der Geburt muss die Begleitperson derzeit die Häuser wieder verlassen. Besuche seien derzeit nicht möglich. Die Anwesenheit des Vaters oder einer anderen Begleitperson während der Geburt sei nach wie vor erlaubt. „Allerdings darf diese nicht Covid-19-positiv getestet worden sein, auf ein ausstehendes Testergebnis warten, es darf kein begründeter Verdacht einer Infektion bestehen und auch keine grippeähnlichen Erkältungssymptome dürfen vorhanden sein.“

In der Helios-Klinik in Attendorn gilt ein generelles Besuchsverbot mit der Ausnahme, dass maximal eine Person, nur in Einzelfällen und in Absprache mit medizinischem Personal gewährt werden kann, das gelte auch für die Geburtshilfe. Zur Geburt selbst darf die Schwangere nach wie vor eine Begleitperson – nicht mit Corona infiziert oder ein Verdachtsfall – mitbringen. Schwangere bzw. werdende Mütter mit Verdacht würden im Übrigen räumlich separiert und nach der Geburt isoliert untergebracht, teilt die Klinik mit.

Für Väter gilt auch im DRK-Krankenhaus Kirchen zurzeit wie für alle Besucher eine allgemeine Zugangsbeschränkung: „Einem begrenzten Personenkreis bzw. namentlich genannten Kontaktperson wird der Zutritt zum Hause weiter gewährt.“ Im Kreißsaal dürften die Männer oder andere Begleitpersonen nach wie vor dabei sein und anschließend auch mit in das Familienzimmer ziehen.

Die Vamed-Klinik in Bad Berleburg schreibt auf ihrer Internetseite, dass es ein generelles Besuchsverbot gebe mit einer Ausnahme für Angehörige schwer betroffener Patienten, die zum Beispiel auf der Intensivstation lägen. Auch für den Kreißsaal gelte eine Ausnahmeregelung für Besuche, die strengen Vorgaben unterliege und nur für den Partner der Gebärenden gelte.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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