Giersberg und Wellersberg
Varianten für mögliche Wohngebiete

Am Bürbacher Giersberg könnte ein weiteres Wohngebiet entstehen. Für die Teilfläche „Am Wäldchen“ müssten allerdings Bäume weichen. Deren Zahl hängt davon ab, für welche vorgeschlagene Variante sich am Ende der Rat der Stadt Siegen entscheidet. Foto: kay
  • Am Bürbacher Giersberg könnte ein weiteres Wohngebiet entstehen. Für die Teilfläche „Am Wäldchen“ müssten allerdings Bäume weichen. Deren Zahl hängt davon ab, für welche vorgeschlagene Variante sich am Ende der Rat der Stadt Siegen entscheidet. Foto: kay
  • hochgeladen von Redaktion Siegen

sp/sz Siegen. Seit zwei Jahren hat die Stadt Siegen einen Beschluss für ein Wohnbaulandkonzept. Das Ziel ist klar, man will der gestiegenen Nachfrage nach Wohnraum gerecht werden. Jetzt wird es konkret: Ganz oben auf der Liste realisierbarer Flächen stehen der Bürbacher Giersberg und der Wellersberg. Oberhalb der Kinderklinik und der Panzerstraße könnte das frühere Munitionsbunker-Gelände umgewidmet werden. Im Ausschuss für Stadtentwicklung wird die Verwaltung am Mittwoch die möglichen Varianten für die Entwicklung dieser Gebiete vorstellen.

Die Fläche (2,7 ha) am Giersberg wurde in die zwei Teilbereiche „Zur dicken Eiche“ (nahe des Kreuzungsbereich Obere Dorfstraße/Giersbergstraße) und „Am Wäldchen“ (im Kreuzungsbereich Giersbergstraße/Leineweberstraße) aufgeteilt. Das Areal befindet sich noch nicht vollständig im Besitz der Stadt Siegen. Ziel ist es laut einer entsprechenden Vorlage bei den zwei Varianten, den Großteil des Waldes zu erhalten, der sich mit der Wohnbaufläche „Am Wäldchen“ überschneidet.

Geplant ist für die beiden Entwicklungsflächen, dass dort verschiedene Wohnformen angeboten werden, also eine Mischung aus Einfamilien-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern, dementsprechend kann auch die Geschossigkeit variieren. Für das Areal „Am Wäldchen“ stellt die Verwaltung zwei Varianten vor:

• Variante 1: Das Wohngebiet wird über eine zehn Meter breite Straße erschlossen. Entlang der Giersbergstraße und der Leineweberstraße werden erhöhte Mehrfamilienhäuser gebaut, die für den hinteren Bereich als Lärmschutz dienen. In Richtung Wald lockert die Bebauung auf. Einzel- oder Reihenhäuser sind möglich. Bis zu 110 Wohneinheiten können entstehen. Der Eingriff in die Waldfläche (20 Meter) ist am geringsten.

• Variante 2: Sie weist eine höhere Baudichte auf, wodurch die Errichtung einer Kita erforderlich werden könnte. Diese Möglichkeit sehen die Planer auf der Fläche „Zur dicken Eiche“. Die Erschließung des Wohngebiets erfolgt ebenfalls über eine breite Straße, die in zwei Wendeanlagen mündet. Der Eingriff in den Wald (80 Meter) ist größer als bei Variante 1. Etwa 140 Wohneinheiten wären denkbar. Das Kosten/Nutzen-Verhältnis fällt besser aus als bei Variante 1.

„Die Flächenabgrenzung des Bereiches ,Zur dicken Eiche’ ist aus Sicht der Verwaltung unstrittig“, heißt es in der Vorlage. Die Entwicklung hängt – in Bezug auf die Kita – mit den Planungen für die Fläche „Am Wäldchen“ zusammen. Die Varianten für dieses Areal sind noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Stadt spricht von einer topografisch und erschließungstechnisch anspruchsvollen Teilfläche.

Für das Gebiet am Wellersberg wurden ebenfalls mehrere Varianten erarbeitet. „Alle Varianten sehen eine vielseitige Nutzung des Areals vor“, heißt es in der Vorlage. In erster Linie soll dort gewohnt werden, aber auch wohngebietsverträgliche Gewerbebetriebe (Büros etc.), soziale Einrichtungen, Grünflächen und Freizeitangebote sollen vorhanden sein. Als sinnvoll erachtet wurde ein Wanderparkplatz, der zwischen dem geplanten Wohngebiet und einem neuen Stadtpark (ca. 3 ha) liegen soll. Dieser könnte nach der Vorlage in Verbindung mit einer Landesgartenschau entstehen.

Die drei Varianten unterscheiden sich vor allem in den Vorschlägen zur äußeren Erschließung. Vor- und Nachteile wurden dahingehend abgewogen und die Umsetzbarkeit bewertet. Mitbedacht wurden außerdem die Punkte: städtebauliche Einbindung, Bauland, Bebaubarkeit, Waldeingriff, Freizeit sowie Flächenverfügbarkeit (die Möglichkeit des Erwerbs der Flächen).

• Variante 1: Die äußere Erschließung erfolgt über die Trasse der vorhandenen Panzerstraße, die baulich erneuert, funktional und attraktiv umgestaltet wird. Die technische Umsetzbarkeit wird unter Berücksichtigung des schlechten Zustandes der Panzerstraße als „mittel“ bewertet. Insgesamt schneidet die Variante 1 am besten ab und punktet vor allem in der Rubrik „Freizeit“.

• Variante 2: Die Erschließung des Areals wird über die Flächen erfolgen, auf denen sich derzeit ein Spiel- und Sportplatz sowie ein Wanderparkplatz befinden. Diese Variante wird aufgrund eines hohen verkehrstechnischen Aufwands als nicht realistisch eingeschätzt. Die Variante 2 landet auf dem zweiten Platz, sie kann ebenfalls mit Freizeit sowie mit der Flächenverfügbarkeit punkten.

• Variante 3: Die Erschließung des Neubaugebiets führt parallel oberhalb der Herderstraße über die Waldfläche, unterhalb der „grünen Kuppe“. Das würde allerdings dem Grünflächenkonzept widersprechen, denn es soll keinen großen Eingriff in den Wald geben.

Mitbedacht werden soll bei der Planung die verkehrstechnische Abwicklung einer eventuellen Landesgartenschau. Auch die innere Erschließung kann auf unterschiedliche Weise beispielsweise über eine Ringstraße oder auch über Stichstraßen mit Wendeanlage passieren. Konkrete Aussagen zu den Geschossen und der Anzahl der Gebäude können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden. Die Zahl der Wohneinheiten werde bei den drei Varianten zwischen 300 und 500 liegen.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

12 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen