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Vergewaltigung in Erndtebrück
Vater über Sohn: "Schlechtester Mensch der Welt"

mick Erndtebrück/Siegen. Der jüngste Verhandlungstag gegen den 22-Jährigen, dem die Vergewaltigung einer ihm Unbekannten in Erndtebrück am 18. März 2020 vorgeworfen wird, brachte wenig Fortschritte. Der junge Mann, der sich inzwischen auf einen Gedächtnisverlust beruft und die Tat nicht mehr ausschließt, hatte nach Plan vor Ostern einen Explorationstermin bei Gutachter Dr. Bernd Roggenwallner. Dazu kam es nicht. Für eine kurzfristige Untersuchung war am Montag auch keine Zeit, weil der Dortmunder Nervenarzt erst mit zwei Stunden Verspätung in Siegen eintraf und der nächste Anschlusstermin bereits wartete. Auch ein Richter und der Verteidiger waren aufgrund des Winterwetters zu spät.

mick Erndtebrück/Siegen. Der jüngste Verhandlungstag gegen den 22-Jährigen, dem die Vergewaltigung einer ihm Unbekannten in Erndtebrück am 18. März 2020 vorgeworfen wird, brachte wenig Fortschritte. Der junge Mann, der sich inzwischen auf einen Gedächtnisverlust beruft und die Tat nicht mehr ausschließt, hatte nach Plan vor Ostern einen Explorationstermin bei Gutachter Dr. Bernd Roggenwallner. Dazu kam es nicht. Für eine kurzfristige Untersuchung war am Montag auch keine Zeit, weil der Dortmunder Nervenarzt erst mit zwei Stunden Verspätung in Siegen eintraf und der nächste Anschlusstermin bereits wartete. Auch ein Richter und der Verteidiger waren aufgrund des Winterwetters zu spät.

Die geladenen Zeugen, Eltern und Freundin des Angeklagten, sollten etwas zu dessen Vorleben aussagen, weshalb der Sachverständige sie mangels Untersuchung doch noch nicht hören möchte. Die soll nun endgültig am 11. April erfolgen, eine Fortsetzung der Verhandlung wird auf den 22. April terminiert.

"Nicht schön, so etwas über den eigenen Sohn sagen zu müssen"

„Sie sollten sich den Vater ruhig einmal anhören“, riet Verteidiger Uwe Krechel dem Gutachter, nachdem er selbst kurz vorher mit dem Zeugen gesprochen hatte. Also wurde der 45-Jährige gehört, der ohne seine Frau gekommen war, die sich zu Hause um die Hunde kümmern müsse und ohnehin nicht aussagen wolle. Der Vater wartete mit einem desolaten Bild seines Sohnes auf. Er halte ihn „für den schlechtesten Menschen der Welt“, suche ständig Streit und provoziere zu Hause eine Prügelei nach der nächsten. „Es ist ja nicht schön, so etwas über den eigenen Sohn sagen zu müssen“, klagte der Zeuge unter anderem über ein lädiertes Schienbein.

Beweislast scheint erdrückend

Für das Verhalten seines Sohnes ihm gegenüber hat er keinen Erklärung. Er habe sich eine Aussprache gewünscht, die aber nicht komme.

Auf Ausbildung hatte der Angeklagte keine Lust

Als Mensch, der selbst in jungen Jahren einige Drogenerfahrungen gemacht habe, könne er dem Sohn ansehen, dass dieser zumindest kiffe und Tabletten nehme. Daneben sei der Alkoholmissbrauch immer heftiger geworden. Der Junge sei immer etwas aufmüpfig gewesen, „wir waren aber trotz allem eine normale Familie“. Seit drei oder vier Jahren gehe aber gar keine Kommunikation mehr, nur noch Terror. Mit der Mutter komme der Sohn etwas besser zurecht, „mit mir gar nicht“.

Der 22-Jährige habe die Schule abgeschlossen aber keine Lust auf eine Ausbildung gehabt, lasse sein Zimmer verkommen und hänge manche Tage bis in die Nacht mit Junkies herum. Über den hier verhandelten Vorfall sei zu Hause kaum gesprochen worden.
Zu einem gewissen Maße machte der Zeuge die Freundin seines Sohnes für dessen Verhalten verantwortlich. Sie hatte diesen zu Beginn des Verfahrens entlastet. Die habe bei ihm „Haus- und Hofverbot“, betonte der Wittgensteiner. Sie habe bei ihren Besuchen stundenlang nur rumgebrüllt, Ärger gemacht, seinen Sohn betrogen und schlecht behandelt.

Trotzdem seien sich die beiden in einer Sekunde „spinnefeind gewesen“, in der nächsten wieder vereint gegen ihn. Mit Drogen habe sie allerdings nichts zu tun gehabt und den Angeklagten davon wegbringen wollen: „Saufen ist besser als Kiffen!“
Die junge Frau, vom Angeklagten inzwischen als „Ex“ bezeichnet, soll nun erst am 22. April gehört werden. Der Vater soll dann auch noch einmal kommen, weil der Sachverständige wie angekündigt keine Fragen stellte.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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