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Autoimmunerkrankter: Antikörper nach dritter Impfung
Vektorimpfung zeigt endlich Wirkung

Nachdem die beiden Impfungen mit Biontech nicht genügend Antikörper produzierten, wurde noch einmal mit Johnson & Johnson nachgeimpft.
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goeb Siegen. Mitte Juni berichtete die Siegener Zeitung über den Siegener autoimmunerkrankten Tobias F., dessen mRNA-Impfung mit dem Corona-Impfstoff der Firma Biontech mutmaßlich nicht von Erfolg gekrönt war.

Der 52-J

goeb Siegen. Mitte Juni berichtete die Siegener Zeitung über den Siegener autoimmunerkrankten Tobias F., dessen mRNA-Impfung mit dem Corona-Impfstoff der Firma Biontech mutmaßlich nicht von Erfolg gekrönt war.

Der 52-Jährige, der nicht mit seinem wirklichen Namen in der Zeitung erscheinen möchte, leidet seit vielen Jahren unter einer Morbus-Crohn-Erkrankung, die den Darm angreift. Das Leiden, das bei jedem Erkrankten sehr individuell zum Tragen kommen kann, zwingt ihn zur regelmäßigen Einnahme von Medikamenten zur Immunsuppression. Damit soll die Abwehr gegen körpereigene Zellen unterdrückt werden.

m-RNA-Impfstoff wird bei Autoimmunerkrankten abgeschwächt

Die Nachteile zeigen sich für viele Autoimmunerkrankte jetzt während der Corona-Epidemie. Entweder die Erkrankung selbst oder eben die Medikamente dagegen – da sind sich die Fachleute noch nicht einig – scheinen die Wirkung des Messenger-RNA-Impfstoffes abzuschwächen. Tobias F. erklärte seinerzeit, dass er inzwischen einige ebenfalls von Autoimmunerkrankungen Betroffene kenne, die ähnliche Erfahrungen gemacht hätten wie er.

Zwei Impfungen, keine Wirkung

Bei Tobias F. waren es zwei Biontech-Impfungen dieses Jahr gewesen, auf die er gar nicht reagiert habe. „Das hat mich stutzig gemacht, da ich normalerweise auf Impfungen immer reagiere“, berichtete er der SZ. Der Impfarzt, ein erfahrener älterer Kollege, habe ihm geraten, nach 14 Tagen einen Antikörpertest beim Hausarzt durchführen zu lassen. „Das habe ich dann getan und das Ergebnis war ernüchternd.

Trotz Impfung ungeschützt

Antikörper waren so gut wie gar keine bei mir nachzuweisen. Das hat mich doch sehr verunsichert.“ Tobias F. fühlte sich trotz Impfung ungeschützt. Inzwischen hätten die Schwierigkeiten mit dem m-RNA-Impfstoff unter Autoimmunerkrankten die Runde gemacht, berichtete er weiter.

Das passt zu den Ergebnissen einer Studie der Uni-Klinik Erlangen. Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen vertragen die Corona-Impfung besser als Gesunde, so die Wissenschaftler über das Ergebnis ihrer Studie. Insgesamt wurden für die Untersuchung 266 Personen untersucht, davon 84 mit Immunerkrankung und 182 Teilnehmer in der Kontrollgruppe. Alle seien spätestens zehn Tage zuvor mindestens einmal mit dem Impfstoff von Biontech geimpft worden, 96 Prozent hätten zum Zeitpunkt der Untersuchung bereits ihre Zweitimpfung erhalten. In einer Pressemitteilung der Erlanger heißt es, dass Symptome wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Gelenkschmerzen bei Patienten mit Immuntherapien deutlich seltener vorgekommen seien als bei Gesunden.

Jeder zehnte Immunkranke keinen ausreichenden Covid-Schutz

Allerdings scheinen die mRNA-Impfstoffe bei Immunkranken schlechter zu wirken. Immerhin hatte jeder Zehnte der Patienten, die eine Immuntherapie erhalten haben, trotz Impfung keinen ausreichenden Covid-Schutz. Laut Studienleiter hat dies nichts mit den entzündungshemmenden Medikamenten zu tun. Der Erlanger vertreten die Ansicht, dass die Krankheit selbst und nicht das Immunsuppressivum den Ausschlag gibt. Schon kurz danach rieten Experten bei Immunerkrankten zu einer dritten Impfung.

"Ich habe sofort gemerkt:
Diesmal schlägt es bei mir ein."

Tobias F.
Autoimmunerkrankter aus Siegen

Auch Tobias F. hat jetzt seine dritte Impfung bekommen – den Vektorimpfstoff der Fa. Johnson & Johnson. „Ich habe sofort gemerkt: diesmal schlägt es bei mir ein“, erzählte er der SZ. Die für Corona-Impfungen typischen Symptome seien sehr heftig gewesen. Das Ergebnis des nochmals durchgeführten Antikörpertests habe ihn überzeugt. Der sog. BAU-Wert je ml Blut (Binding Antibody Units) habe nach den ersten beiden m-RNA-Impfungen bei ihm bei etwa 3 gelegen. Nach der Vektorimpfung habe der Wert bei 2080 gelegen.

Nachdem die beiden Impfungen mit Biontech nicht genügend Antikörper produzierten, wurde noch einmal mit Johnson & Johnson nachgeimpft.
Die beiden Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech zeigten nicht die gewünschte Wirkung.
Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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