Standort Siegen auch betroffen
Veränderungen bei Karstadt

Die Karstadt-Filiale in Siegen. Der Name dürfte bald aus der Oberstadt verschwinden. Offenbar werden alle Häuser des Warenkonzerns künftig unter „Galeria“ firmieren.
  • Die Karstadt-Filiale in Siegen. Der Name dürfte bald aus der Oberstadt verschwinden. Offenbar werden alle Häuser des Warenkonzerns künftig unter „Galeria“ firmieren.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

sz/tip Siegen. Der Name „Karstadt“ wird aus der Siegener Oberstadt verschwinden, so viel scheint klar. Doch was hat der Konzern „Galeria Karstadt Kaufhof“ mit dem Warenhaus vor? Vorstandschef Miguel Müllenbach hatte dem „Handelsblatt“ am Wochenende von einer tiefgreifenden strategischen Neuausrichtung berichtet, die alle 131 Häuser der Kette betreffen würden. Entscheidende Akteure in Siegen wissen davon bislang aber noch nichts.

„Bei diesem Unternehmen ist viel rätselhaft“, sagt Monika Grothe. Sie verantwortet den Bereich „Handel“ der Gewerkschaft ver.di in NRW. Was Pläne und deren Umsetzung seitens des Konzern angeht, ist sie skeptisch: „Man hört da immer viel. In Witten gab es beispielsweise ein Kaufhof-Haus, das regelrecht florierte. Trotzdem wurde es geschlossen. Von den neuen Plänen wissen wir nichts.“

Stadt Siegen keine konkreten Karstadt-Infos bekannt

Auch bei der Stadt Siegen rätselt man, was die strategische Neuausrichtung des Konzerns für die Oberstadt bedeuten werde. „Der städtischen Wirtschaftsförderung wie auch Bürgermeister Steffen Mues sind keine konkreten Infos bekannt“, hieß es aus der Pressestelle auf SZ-Anfrage.

„Wir werden uns Ende Oktober mit unserem Konzept Galeria 2.0 strategisch neu aufstellen“, hatte Vorstandschef Miguel Müllenbach dem „Handelsblatt“ mitgeteilt. Offenbar soll dies auch einen einheitlichen Namen für die insgesamt 131 verbliebenen Warenhäuser der Kette beinhalten. Der Online-Auftritt des Konzerns firmiert bereits unter „Galeria“. „Wir wollen nach vorne ein Unternehmen mit einer Marke sein“, sagte Müllenbach nun.

Grundlegende inhaltliche Reform

„Galeria“ also statt „Karstadt“. Doch nicht nur das Etikett soll sich ändern. Auch inhaltlich plant der Konzern laut Bericht eine grundlegende Reform. Diese soll angeblich Investitionen von rund 600 Millionen Euro beinhalten. Seine Häuser will die Kette in drei Kategorien aufteilen: Weltstadthaus, regionaler Magnet und lokales Forum. Dies beinhalte auch bauliche Maßnahmen – von einem teilweisen bis zu einem kompletten Umbau der Filialen ist die Rede.

Angesichts der Größe und Bedeutung des Siegener Hauses ist denkbar, dass es hier um einen „regionalen Magnet“ gehen könnte. „In den Siegener Standort ist in den letzten Jahren bereits sehr viel investiert worden und es ist stark umgebaut worden mit dem Ziel, stärker auf den lokalen Bedarf einzugehen“, unterstreicht die Stadt.

Karstadt-Verkaufsfläche reduzieren

2018 hatten im Rahmen des Projektes „Uni (kommt) in die Stadt“ umfangreiche Baumaßnahmen im obersten der vier Stockwerke des Karstadt-Gebäudes begonnen. Zwei Jahre später war das Hörsaal- und Seminar-Zentrum „Campus Unteres Schloss“ fertiggestellt. Dort sind drei Hörsäle, acht Seminarräume sowie ein großzügiger Foyer-Bereich entstanden. Bis zu 1350 Studierende können in dem Komplex gleichzeitig lernen und arbeiten. Die Universität investierte dafür Landesmittel in Höhe von rund 15 Millionen Euro.

Die Pläne für einen „regionalen Magneten“ sähen vor, die Karstadt-Verkaufsfläche weiter zu reduzieren und stattdessen mehr Platz für regionale Produkte und Servicebereiche wie städtische Bürgerdienste, E-Bike-Stationen oder Paketschalter zu schaffen. „Wir wollen das vernetzte Herz der Innenstadt werden – und zwar mit Konzepten, die ganz genau auf den lokalen Standort abgestimmt sind“, sagte Müllenbach.

Stationäres Angebot ergänzt durch App

Ergänzt werden könne das stationäre Angebot mit einer App, in der nicht nur Parkplätze im eigenen Parkhaus und Tische im Warenhaus-Restaurant reserviert werden könnten, sondern auch Angebote von Partnern – etwa Friseurtermine oder die Abholung des neuen Personalausweises im Bürgerbüro.

Im Oktober will der Warenhauskonzern sein neues Konzept mit drei komplett umgebauten Pilotfilialen in Frankfurt, Kassel und Kleve und einem neuen Onlineauftritt vorstellen.

Autor:

Tim Plachner

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