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Uni Siegen in Zeiten von Corona
Veranstaltungen für "Ersties" fallen flach

Die Erasmus-Studierenden sind am vergangenen Donnerstag angereist. Mit Abstand dürfen sie sich in der
kleinen Gruppe auch persönlich kennenlernen.
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  • Die Erasmus-Studierenden sind am vergangenen Donnerstag angereist. Mit Abstand dürfen sie sich in der
    kleinen Gruppe auch persönlich kennenlernen.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

lm Siegen. Die Orientierungswoche einer Hochschule läuft im Prinzip ab wie die Einschulung. Nur dass Kinder durch junge Erwachsene, das Klassenzimmer durch den Vorlesungssaal und das obligatorische Glas Milch vor der Schule durch die ein oder andere Flasche Bier am Abend nach der Uni eingetauscht werden. Auch in Siegen steht sie bald wieder an, die Erstsemestereinführung (ESE).
Das bedeutete bisher immer: Busse gefüllt mit nervösen, aber auch freudigen, Gesichtern, die hoch gekarrt wurden zum Hauptcampus an der Adolf-Reichwein-Straße, wo dann das wilde Zusammenfinden von Gruppierungen nach Studiengängen und natürlich auch das Suchen nach neuen Freunden, stattfand.So eine Orientierungswoche konnte ganz schön stressig sein.

lm Siegen. Die Orientierungswoche einer Hochschule läuft im Prinzip ab wie die Einschulung. Nur dass Kinder durch junge Erwachsene, das Klassenzimmer durch den Vorlesungssaal und das obligatorische Glas Milch vor der Schule durch die ein oder andere Flasche Bier am Abend nach der Uni eingetauscht werden. Auch in Siegen steht sie bald wieder an, die Erstsemestereinführung (ESE).
Das bedeutete bisher immer: Busse gefüllt mit nervösen, aber auch freudigen, Gesichtern, die hoch gekarrt wurden zum Hauptcampus an der Adolf-Reichwein-Straße, wo dann das wilde Zusammenfinden von Gruppierungen nach Studiengängen und natürlich auch das Suchen nach neuen Freunden, stattfand.So eine Orientierungswoche konnte ganz schön stressig sein. Nebenbei musste man sich selbst einen Stundenplan erstellen, sich merken, wo die eigenen Vorlesungen in Zukunft stattfinden – die Uni Siegen hat, wohlgemerkt, 15 Standorte –, das Bezahlsystem der Mensa verstehen und dann noch den Umzug und das erstmalige, alleinige Wohnen auf die Reihe bekommen.

Erstsemestereinführung sieht 2020 ganz anders aus als gewohnt

Genau hier kommt dann die ESE ins Spiel, in der einem all das und noch viel mehr, beigebracht werden soll. Doch in diesem Jahr 2020 sieht alles anders aus. Eine Erstsemestereinführung wie sie in den vergangenen Jahren stattgefunden hat, ist situationsbedingt nicht möglich. Das erlebte auch Roberto de Oliveira. Der Amerikaner fing den Studiengang „Human Computer Interaction“ im Sommersemester 2020 an. Einführungsveranstaltungen, Vorlesungen und Seminare, alles fand wegen der Pandemie online statt.

Roberto de Oliveira fiel der Beginn des
Studiums in Siegen sehr schwer.

Nicht mal nach Deutschland einreisen konnte er. Erst drei Monate nach Semesterbeginn kam er in Siegen an. „Wegen der Zeitverschiebung in meinem Heimatland, war es für mich nahezu unmöglich, bei den Vorlesungen, geschweige denn bei den Einführungsveranstaltungen, mitzumachen.“ Als er dann in der Krönchenstadt angekommen war, fühlte er sich hilflos. „Ich musste zwei Wochen in Quarantäne, kannte hier niemanden, ich war einsam.“ Über Facebook fing Roberto de Oliveira dann an, sich mit Kommilitonen zu vernetzen. „Die Erstsemestereinführung wird auch dieses Jahr komplett in digitaler Form stattfinden“, so Sandra Blank. Neben ihrer Tätigkeit in der Studienberatung koordiniert sie die ESE der philosophischen Fakultät. „In den vergangenen Jahren haben Tutoren die neuen Studenten in kleinen Gruppen persönlich betreut, dieses Jahr finden die Tutorentreffen online statt.“

"Welcome Week" an der Uni Siegen fällt mager aus

Auch der Markt der Möglichkeiten, auf dem sich studentische Initiativen und Vereine vorstellen können, fällt virusbedingt in der gewohnten Form aus. „Der Markt ist eine gute Option für die Studierenden, Organisationen kennenzulernen und besonders gut, um Kontakte zu knüpfen, etwa zu Kommilitonen“, so Sandra Blank weiter. Auch dieses Angebot wird deshalb in digitaler Form stattfinden. Doch wie genau, das stehe noch nicht fest. „Vielleicht in Form von vorher abgedrehten Videos“, fügt die Koordinatorin hinzu.
Auch in der Fakultät für Wirtschaft fällt die „Welcome Week“ für den Hochschulnachwuchs in diesem Jahr eher mager aus. Das Programm zum Kennenlernen war früher vielversprechend: Campusrallye, Kneipentour und Brauereibesichtigung, mit anschließender Verköstigung in Krombach, Kneipentour und Activity-Day. Alles abgesagt. „Wir könnten bei der Menge an Studierenden nicht das Einhalten der Hygienevorschriften gewährleisten“, so Florian Corten, der die Orientierungswoche der Fakultät 3, leitet. Die Tutorien werden, wie in der philosophischen Fakultät, alle online stattfinden.

"Niemand ist auf eine Pandemie vorbereitet"

Luz Pacas, Studienberaterin für internationale Studierende betont: „Niemand ist auf eine Pandemie vorbereitet. Wir mussten schnell lernen, wie wir Veranstaltungen trotz Krise bestmöglich umsetzen können.“ Auch das Programm für internationale Studierende findet weiterhin online statt. Anders die Orientierungswoche der Erasmus-Studierenden, die diese Woche begonnen hat. Nathalie Bourin-Budig, Koordinatorin der frisch angereisten „Erasmen“ ist froh, dass ein persönliches Kennenlernen innerhalb der kleinen Gruppe stattfinden kann. „Wir versuchen, die Einführung so normal wie möglich zu gestalten, natürlich unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen.

Die Erasmus-Studierenden sind am vergangenen Donnerstag angereist. Mit Abstand dürfen sie sich in der
kleinen Gruppe auch persönlich kennenlernen.
Roberto de Oliveira fiel der Beginn des
Studiums in Siegen sehr schwer.
Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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