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Odyssee oder Spaziergang? (Update)
Verbesserung in Sicht: Coronatest beim Hausarzt

Der eigentliche Vorgang ist eine Sache von Sekunden. Was folgt, ist ein großer bürokratischer Aufwand für die Praxen. Deswegen möchten nicht alle Ärzte Abstriche von möglichen Corona-Patienten nehmen.
  • Der eigentliche Vorgang ist eine Sache von Sekunden. Was folgt, ist ein großer bürokratischer Aufwand für die Praxen. Deswegen möchten nicht alle Ärzte Abstriche von möglichen Corona-Patienten nehmen.
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sos Siegen. Bei den einen „brennt der Baum“, bei den anderen „tanzt der Mob“. Es ist viel los bei den Hausärzten, mehr als normalerweise am Ende der Sommerferien. Der Grund: Die Mediziner dürfen Abstriche für einen Coronatest nehmen, viele Reiserückkehrer nehmen diese Möglichkeit gerne wahr.
Viel Betrieb beim Hausarzt
Viele Ärzte beteiligen sich, schieben Urlauber dazwischen, wenn es passt. Termin machen, Abstrich, fertig. So schnell kann es gehen. Aber: Die Testung ist für Hausärzte nicht verpflichtend. Und das führt offenbar teilweise dazu, dass Patienten sich in einem Ping-Pong-Spiel wiederfinden, bei dem sie zwischen Hausarzt und Gesundheitsamt hin- und hergereicht werden. 
Ärzte sollen testen„Es ist die Aufgabe der Ärzte“, betont Torsten Manges vom Kreis Siegen-Wittgenstein.

sos Siegen. Bei den einen „brennt der Baum“, bei den anderen „tanzt der Mob“. Es ist viel los bei den Hausärzten, mehr als normalerweise am Ende der Sommerferien. Der Grund: Die Mediziner dürfen Abstriche für einen Coronatest nehmen, viele Reiserückkehrer nehmen diese Möglichkeit gerne wahr.

Viel Betrieb beim Hausarzt

Viele Ärzte beteiligen sich, schieben Urlauber dazwischen, wenn es passt. Termin machen, Abstrich, fertig. So schnell kann es gehen. Aber: Die Testung ist für Hausärzte nicht verpflichtend. Und das führt offenbar teilweise dazu, dass Patienten sich in einem Ping-Pong-Spiel wiederfinden, bei dem sie zwischen Hausarzt und Gesundheitsamt hin- und hergereicht werden. 

Ärzte sollen testen

„Es ist die Aufgabe der Ärzte“, betont Torsten Manges vom Kreis Siegen-Wittgenstein. Zwar müssen sich Urlauber nach ihrer Rückkehr aus Risikogebieten unverzüglich beim Gesundheitsamt melden, für die Testungen sei das Amt jedoch nicht zuständig.

Zentrale Rufnummer

Eine Verbesserung kündigt sich aber an: Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat bei den Ärzten nachgefragt, wer überhaupt testet. Nun soll es eine zentrale Rufnummer geben, über die Patienten ihrer Postleitzahl entsprechend an einen Arzt in der Nähe verwiesen werden. Das teilte der Kreis gestern mit.

Bürokratischer Aufwand

Das kommt sicher auch den Hausärzten entgegen, die die zusätzliche Arbeit nicht leisten können. Rund 15 Patienten habe Silke Schütz in dieser Woche am Tag in ihrer Wilnsdorfer Gemeinschaftspraxis Neef und Schütz abgestrichen. Beschränkt ist das Angebot auf die eigenen Patienten sowie die von Kollegen, deren Vertretung sie übernommen habe. Aus anderen Praxen nehme sie niemanden auf. Insbesondere der „Blätterwald“ stelle einen immensen Zeitaufwand dar. „Es gibt sieben verschiedene Arten der Abrechnung“, kritisiert Schütz das Bürokratiemonster. „Meine Helferinnen sind am Limit.“

"Verwirrung auf allen Ebenen"

Anfangs habe „Verwirrung auf allen Ebenen geherrscht“, sagt Vanessa Pudlo, Pressesprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Man hoffe aber, dass sich bald alles einpendele; die Ärzte hätten nun mal Zeit gebraucht, um sich vorzubereiten.

Zusammenarbeit mit anderen Hausärzten

Bei der Gemeinschaftspraxis M. George und W. Litz in Netphen sind die Abläufe bereits eingespielt. „Wir testen, und es läuft gut“, sagt Dr. Wilhelm Litz. Der ganz große Ansturm sei am Montag auf die Praxis zugekommen, 30 bis 40 Patienten hätten sich testen lassen wollen. Inzwischen seien es viel weniger geworden; bislang habe man jeden, der angerufen habe, dazwischen schieben können. Seit Beginn der Woche arbeiten die Mediziner mit den Netphener Kollegen Dr. Philipp Kneppe und Dr. Harald Menker zusammen, um Abstriche in Schulen und Kindergärten zu nehmen. „Das teilen wir uns auf“, erklärt Litz.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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