Treffen vor dem Heimathaus Achenbach
Vereine üben Schulterschluss mit Alchen

Die Heimatvereine stehen zusammen. In Achenbach fand am Donnerstagnachmittag eine Kundgebung statt, um sich mit den Freunden des Heimat- und Verschönerungsvereins Alchen zu solidarisieren.
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  • Die Heimatvereine stehen zusammen. In Achenbach fand am Donnerstagnachmittag eine Kundgebung statt, um sich mit den Freunden des Heimat- und Verschönerungsvereins Alchen zu solidarisieren.
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cs Achenbach. "Wir müssen dafür kämpfen, dass das Ehrenamt nicht kaputt gemacht wird." Günther Langer fand am Donnerstagnachmittag klare Worte. Der Vorsitzende des Heimatvereins Achenbach hatte Heimatfreunde aus der ganzen Region zum örtlichen Heimathaus eingeladen, 70 Vorsitzende oder deren Stellvertreter hatten sich im Vorfeld für das Treffen angemeldet. Ihr aller Ziel: Der öffentliche Schulterschluss mit den Akteuren des Heimat- und Verschönerungsvereins Alchen. Nach dem tragischen Backesfest-Unglück vom 8. September 2019 hatte die Staatsanwaltschaft bekanntlich verkündet, gegen ein einzelnes Vorstandsmitglied wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung ermitteln zu wollen. "Wir waren sehr geschockt", meinte Günther Langer, nun gehe es darum, klare Kante zu zeigen.

Staatsanwaltschaft beschuldigt Vorstandsmitglied

Es könne nicht angehen, dass ein Ehrenamtler für einen Unfall persönlich zur Verantwortung gezogen werde. Eine klare Erwartungshaltung formulierte der Achenbacher Vereinsvorsitzende in Richtung Politik: Seitens des Gesetzgebers erwarte man nun endlich mehr Unterstützung und die Schaffung einer sicheren Rechtslage für Vereinsakteure.

Einfache Lösungen wird es nicht geben

Wer den Ausführungen der beiden Politiker, gekommen waren der CDU-Bundestagsabgeordnete Volkmar Klein sowie der Siegener SPD-Bürgermeisterkandidat Ingmar Schiltz, lauschte, erkannte allerdings rasch: Das Thema ist komplex, einfache und schnelle Lösungen wird es kaum geben. Klein etwa gab offen zu, keine Lösung parat zu haben. Der Christdemokrat sagte sinngemäß, es sei zwar vorstellbar, ein gewisses Maß an Straffreiheit zu schaffen, wenn Vereine nachweisen könnten, im Vorfeld einer Veranstaltung in höchstem Maße sorgfältig gearbeitet zu haben. Man müsse sich aber fragen, ob dieser praktische und bürokratische Aufwand überhaupt zu bewältigen sei.

Volkmar Klein (CDU) gestand offen, keine einfache Lösung für die Situation parat zu haben.
  • Volkmar Klein (CDU) gestand offen, keine einfache Lösung für die Situation parat zu haben.
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Ingmar Schiltz sprach indes von Möglichkeiten der kommunalpolitischen Ebene, das Ehrenamt im Allgemeinen zu stärken, tat sich mit dem Aufzeigen eines Auswegs aber ebenfalls schwer. Einig waren sich indes alle Beteiligten in einem Punkt: Es kann nicht darum gehen, eine grundsätzliche "Immunität" für ehrenamtlich engagierte Personen zu erwirken. Volkmar Klein: "Das Strafrecht kann natürlich nicht ausgehebelt werden."

Das Ringen wird weitergehen

Aus dem Plenum wurde etwa eine Rechtsschutzversicherung ins Spiel gebracht, um zumindest die finanziellen Folgen eines möglichen Rechtsverfahrens für Betroffene abfedern zu können. Auch Rufe nach einer unbegrenzten Haftpflichtversicherung wurden laut. Wie auch immer, das Ringen um Lösungen dürfte für eine sehr lange Zeit weitergehen - mit offenem Ausgang. 

Botschaft dürfte in Alchen klar ankommen

"Groß reden wollen wir heute nicht", stellte Günther Langer aber klar, dass die Zusammenkunft am Donnerstag vor allem symbolischen Charakter hatte. Die Heimatakteure der Region stehen zusammen und solidarisieren sich mit ihren Freunden aus Alchen - diese Botschaft jedenfalls ist klar angekommen.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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