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29 Prozent der Fahrbahnen marode
Verfall der Straßen droht

Die „Schossi“ in Niederschelden ist eine der 18 Baumaßnahmen im Siegener Stadtgebiet, die in diesem Jahr realisiert werden bzw. fest eingeplant sind. Im Jahr 2020 sind sechs zusätzliche Maßnahmen zur Deckenerneuerung vorgesehen.
  • Die „Schossi“ in Niederschelden ist eine der 18 Baumaßnahmen im Siegener Stadtgebiet, die in diesem Jahr realisiert werden bzw. fest eingeplant sind. Im Jahr 2020 sind sechs zusätzliche Maßnahmen zur Deckenerneuerung vorgesehen.
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ihm Siegen. Wenn die Reifen von Schlagloch zu Schlagloch rumpeln und die Stoßdämpfer die Schläge nur noch ansatzweise abfedern, dann sind die Autofahrer in Siegen auf einer der Straßen unterwegs, die „sehr viele und/oder großflächige Schäden“ aufweisen. Und das sind 28,7 Prozent aller Straßen im Stadtgebiet. 560 Kilometer Straßennetz gibt es in der Stadt, 160 Kilometer sind also marode.

Die Ergebnisse der Untersuchung mit der Überschrift „Erhaltungsmanagementsystem“, die die Stadt Siegen bei einer Darmstädter Firma in Auftrag gegeben hat, überraschen nicht, wenn man sich als Autofahrer den „gefühlten“ Zustand der Asphaltpisten vor Augen führt.

ihm Siegen. Wenn die Reifen von Schlagloch zu Schlagloch rumpeln und die Stoßdämpfer die Schläge nur noch ansatzweise abfedern, dann sind die Autofahrer in Siegen auf einer der Straßen unterwegs, die „sehr viele und/oder großflächige Schäden“ aufweisen. Und das sind 28,7 Prozent aller Straßen im Stadtgebiet. 560 Kilometer Straßennetz gibt es in der Stadt, 160 Kilometer sind also marode.

Die Ergebnisse der Untersuchung mit der Überschrift „Erhaltungsmanagementsystem“, die die Stadt Siegen bei einer Darmstädter Firma in Auftrag gegeben hat, überraschen nicht, wenn man sich als Autofahrer den „gefühlten“ Zustand der Asphaltpisten vor Augen führt. Die Fachleute haben den Zustand der Straßen mit Noten von 1 (schadensfrei) bis 5 (sehr viele und/oder großflächige Schäden) bewertet und dann in vier Kategorien eingeteilt:

• Schadensfrei oder praktisch schadensfrei: 16,1 Prozent,

• Kleinere Schäden: 34,1 Prozent,

• Deutliche Schäden: 21,1 Prozent,

• Sehr viele und/oder großflächige Schäden: 28,7 Prozent.

Die neu erstellte Straßendatenbank weist also für 29 Prozent akuten Handlungsbedarf auf. Die Hälfte des gesamten Straßennetzes sei in einem Zustand, der eine Erhaltungsmaßnahme rechtfertigen würde, schreiben die Experten in ihrem Gutachten.

Nebenstraßen besonders schlecht

Interessant ist die Differenzierung nach Straßentypen. Die Gutachter haben das Netz in zwei Klassen aufgeteilt. Zur Straßenklasse 1 gehören Bundes- Landes- und Kreisstraße sowie sonstige Hauptverkehrsstraßen. Sie tragen die Hauptlast des Straßenverkehrs, über sie läuft der Durchgangs-, Schwerlast- und Busverkehr.

Viel geringer belastet sind die Straßen der Straßenklasse 2. Das sind Hauptsammelstraßen, Sammelstraßen und Anliegerstraßen.

Der Mittelwert für den Zustand der Siegener Straßen (Notenskala 1 bis 5) ist 3,24 – in der Schule würde man sagen: noch gerade so eine glatte 3. Die Hauptstraßen aber sind im Schnitt in besserem Zustand: Zwischen 2,46 (Landesstraßen) und 2,98 (Kreisstraßen). Am schlechtesten werden die Anliegerstraßen beurteilt: 3,38 ist der Durchschnittswert.

Meiswinkel hat die größten Schäden

Die Ingenieure haben auch in die einzelnen Stadtteile geschaut. Meiswinkel, Breitenbach und Trupbach haben die mit Abstand schlechteste Straßensubstanz, am besten stehen Bürbach, Kaan-Marienborn und Dillnhütten da. In Meiswinkel gab es die Durchschnittsnote 4,51 – das ist eine 5 plus. Bürbach kommt mit 2,24 daher.

Nach der Bewertung des Ist-Zustands sollten die Experte die Frage beantworten, wo welche Erhaltungsmaßnahmen erforderlich sind. Die entsprechende Liste soll in ein Erhaltungsprogramm münden. Dies allerdings könne niemals völlig automatisch aufgestellt werden, heißt es im Gutachten. Dafür gebe es zu viele Einflussfaktoren, Restriktionen und Risiken, sodass Ingenieure stets abwägen und entscheiden müssten, was tatsächlich als erstes in Angriff genommen werden soll.

Letztlich ist die Straßenerhaltung und -erneuerung in erster Linie eine Geldfrage. Auch dazu trifft das Gutachten Aussagen. In den vergangenen Jahren habe die Stadt für die Straßen der Klasse 1 rund 900 000 Euro pro Jahr ausgegeben, für die Straßenklasse 2 waren es 1,8 Mill. Euro pro Jahr. Wenn das so bleibt, wird die Substanz kontinuierlich schlechter, und zwar um rund 0,1 Punkte in den nächsten fünf Jahren.

6 Mill. Euro für deutliche Verbesserung

Nur um den Verfall aufzuhalten, wären bei den Hauptstraßen 1,1 Mill. Euro pro Jahr aufzuwenden, bei den Nebenstraßen sogar 2,4 Mill. Euro jährlich. Und will man gar eine Verbesserung des Gesamtzustandes erreichen, haben die Ingenieure einen Bedarf von jährlich 6 Mill. Euro ausgerechnet, das entspräche eine Steigerung um 3,3 Mill. Euro oder 122 Prozent.

Die Empfehlung des Ingenieurbüros lautet, die Mittel für beide Straßenklassen „signifikant zu erhöhen“. Zumindest die Erhaltung des Istzustandes mit Hilfe von 800 000 Euro zusätzlich pro Jahr sollte angestrebt werden.

Der Rat der Stadt hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, 1 Mill. Euro jährlich für die Abarbeitung der Prioritätenliste zu veranschlagen – das soll „haushaltsverträglich“ geschehen.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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