SZ

Trupbacher Heide
Verjüngungskur für Naturschutzgebiet

So sollen Flächen geschaffen werden, auf denen sich die Heidelerche wohlfühlt.
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sos Siegen/Freudenberg. Kurz gesagt: Es sieht wüst aus. Seit einigen Tagen trägt ein Baggerfahrer nach und nach den Oberboden auf Teilen der Trupbacher Heide ab. Was jetzt offenbar wird, ist nicht gerade ansehnlich: eine große, braune Fläche, die bei dem nassen Wetter auch noch entsprechend schlammig daherkommt. Aber das ist gewollt. Denn auf diesen insgesamt rund 2200 Quadratmeter großen Bereichen soll sich die Heidelerche zu Hause fühlen. Und sie mag es nun mal offen und vegetationsarm. In Kooperation mit der biologischen Station und in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde des Kreises führt der Naturpark Sauerland Rothaargebirge derzeit zwei verschiedene Maßnahmen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz durch.

sos Siegen/Freudenberg. Kurz gesagt: Es sieht wüst aus. Seit einigen Tagen trägt ein Baggerfahrer nach und nach den Oberboden auf Teilen der Trupbacher Heide ab. Was jetzt offenbar wird, ist nicht gerade ansehnlich: eine große, braune Fläche, die bei dem nassen Wetter auch noch entsprechend schlammig daherkommt. Aber das ist gewollt. Denn auf diesen insgesamt rund 2200 Quadratmeter großen Bereichen soll sich die Heidelerche zu Hause fühlen. Und sie mag es nun mal offen und vegetationsarm. In Kooperation mit der biologischen Station und in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde des Kreises führt der Naturpark Sauerland Rothaargebirge derzeit zwei verschiedene Maßnahmen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz durch.

Lebensraum für die Heidelerche

Hier gebe es die größte Heidelerchen-Population in ganz Siegen-Wittgenstein, erklärt Manuel Graf von der biologischen Station. Etwa zehn Brutpaare bzw. Reviere würden aktuell gezählt. Damit das auch so bleibt, kümmert sich das Unternehmen Vlam Gartengestaltung um einen geeigneten Lebensraum für den seltenen Singvogel. Insgesamt dauern die Arbeiten rund fünf Tage, schätzt Erik Vlam.

Heide soll Heide bleiben

Ein paar 100 Meter weiter steuert Frank Bunzel (Firma Uto Bunzel) eine Spezialraupe. Diese fährt über die von Ginster überwucherten Flächen und entnimmt die Gehölze. Denn der Ginster drücke die Heide weg, und dann bahnten sich auch Birken und andere Bäume ihren Weg, erklärt er. „Dann haben wir hier Wald.“ Bis zu 4 Zentimeter dürfen die Äste des Ginsters messen, damit die Raupe problemlos durchkommt, rund 7400 Quadratmeter hat er vor sich.
„Man schneidet selektiv“, beschreibt Manuel Graf den Vorteil dieser Methode. „Und die Heide wird durch das Abmähen automatisch wieder ausgesät“, fügt Bunzel hinzu. Abgesehen davon sei es grundsätzlich natürlich bodenschonender, mit kleinen Raupen über die Flächen zu fahren, als mit großen Treckern. Wobei die Trupbacher Heide es in der Vergangenheit bekanntermaßen schon mit ganz anderen Kalibern zu tun hatte, Stichwort: Panzer.

Grünschnitt wird verbrannt

Nachdem die eine Raupe für Unordnung gesorgt hat, räumt eine zweite hinter ihr auf: Bunzel steuert sie über die Äste und lässt sie alles zusammenrechen. Am Ende wird der Grünschnitt verbrannt.

Raupen lösen Ginsterschläger ab

Dank der verschiedenen technischen Geräte ist die Arbeit heute deutlich angenehmer als noch vor Jahren, als die sogenannten Ginsterschläger die Büsche mit der Hand entfernten. Damals waren davon nicht alle begeistert: Während die einen darin ein „umweltpolitisches Engagement“ für den Erhalt der Heide sahen, bewerteten die anderen die Aktion als „nahezu skandalösen Vorgang“, weil dadurch die eigentlich natürliche Vegetation zurückgedrängt würde (SZ vom 9. September 2000) – zu diesem Zeitpunkt war für das heutige Naherholungsgebiet noch die Errichtung eines Gewerbegebiets im Gespräch.

Ein Zuhause für viele

Dazu ist es letztendlich nicht gekommen; stattdessen fühlen sich hier etliche Tiere, Pflanzen und Spaziergänger wohl. Dazu tragen auch Pflegemaßnahmen wie diese bei. Und im besten Fall nennt die Heidelerche das Naturschutzgebiet in den kommenden Jahren noch immer ihr Zuhause, und die junge Heide blüht weiterhin in voller Pracht.

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Kosten

9000 Euro haben die zwei Maßnahmen insgesamt gekostet, sagt Christina Ermert, Regionalmanagerin des Kreises Siegen-Wittgenstein. Davon trägt das Land 70 Prozent, den Rest bringt der Naturpark als Eigenanteil auf.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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