Verloren in diesem Kosmos?

Neuer Roman von Ingo Porschien heißt „Die Schwimmer”

sz Siegen. Nach der Präsentation auf der Frankfurter Buchmesse stellt der in Siegen lebende Autor Ingo Porschien seinen neuen Roman „Die Schwimmer” heute in Siegen vor. Die Lesung, eine Kooperation der Stadtbibliothek Siegen und des Carl-Böschen-Verlags in dem Porschiens Roman erschienen ist, beginnt um 20 Uhr im Haus Seel. Die Kulturredaktion der Siegener Zeitung sprach mit dem 1961 in Duisburg geborenen Autoren. Detailliert stellte Ingo Porschien jetzt seinen Roman vor: „Es geht um die Kindheit und Jugend von drei Freunden in Deutschland in den 60er und 70er Jahren.” Sebastian Höhlenholz und seine Freunde Felix und Gerhart wachsen gemeinsam im Bergischen Land, in der Kleinstadt Heckmannshausen, auf. Porschien zur durchaus autobiographisch gefärbten Romanhandlung: „Das idyllische Kleinstadtbild bekommt Risse durch den Input – z.B. durch das Fernsehen – von außen.” Die beiden Bücher des Romans, die auf den sehr geschickt Musik und Sprache verbindenden Prolog folgen, tragen die Titel „Im Meer der Ruhe” und im „Ozean der Stürme”. Diese „Meere”, so der Autor, „waren die Orte der ersten und zweiten Mondlandung” (dazu passt, dass Sebastian Höhlenholz am Tag des ersten Weltraumflugs geboren wird). Porschien, der in seiner Sprache gerne das Bild des Sternenhimmels einsetzt, will die Frage stellen, „wie verloren bin ich in diesem Kosmos?” In der Fortsetzung des Prologs im Finale lässt der Schriftsteller den Leser mit dem Problem nicht allein: Das Zusammenfinden, die Liebe (von Marion und Sebastian) kann den Lebenssinn bedeuten. „Im Ozean der Stürme”, ihrer Jugendzeit, erweitern die drei Freunde ihren Horizont. Der „deutsche Herbst” wird thematisiert, die Auflehnung der Jugend, aber auch persönliche Schicksalsschläge wie der Tod einer Mutter. Ingo Porschien: „Die drei Protagonisten werden immer kritischer gegen den vorherrschenden Zeitgeist. Jeder schlägt fast exemplarisch eine andere Richtung ein.” Autobiografische Züge hat der Autor allen seinen Figuren mit auf den literarischen Lebensweg gegeben. „Häufig”, so sagt er, „wird allerdings auch gemischt.” Vier Jahre hat der Wahl-Siegener an seinem Roman gearbeitet. Disziplin bei der Arbeit sei eine dringend erforderliche Voraussetzung. Von 9 bis 12 Uhr hat er meist geschrieben. Dabei habe das tägliche Pensum von einem Satz bis zu einer halben Seite gereicht. Jede DIN-A4-Seite habe er anschließend bis zu 20 Mal überarbeitet. Das Ergebnis kann sich lesen lassen. Wer auch in jenen Tagen, als Mick Jagger noch jünger als der Papst war, seine Adoleszenz erlebt/durchlitten hat, wird Ingo Porschiens Roman „Die Schwimmer” und ihre Erlebnisse in den stürmischen Zeiten des Erwachsenwerdens besonders aufmerksam lesen. bö

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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