Verlorene urbane Orte

Auf großes Interesse stießen die Ausstellungen „Auf zu neuen Ufern“ und „Von wo wir ausgehen“ im Siegener Museum für Gegenwartskunst. Sie ergänzen die Initiative der SehStation.  Foto: gmz
  • Auf großes Interesse stießen die Ausstellungen „Auf zu neuen Ufern“ und „Von wo wir ausgehen“ im Siegener Museum für Gegenwartskunst. Sie ergänzen die Initiative der SehStation. Foto: gmz
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gmz Siegen. Zwei Ausstellungen wurden am Mittwoch im Museum für Gegenwartskunst in Siegen eröffnet, zwei Ausstellungen, die das Projekt des Sehcontainers auf der Siegplatte (wir berichteten) flankieren und den Blick öffnen sollen für die architektonischen Möglichkeiten, die in Sachen Stadtgestaltung bestehen. Die Neugestaltung des Bereiches der Siegplatte, die Verbindung zwischen Unter- und Oberstadt, die Fokussierung auf die schönen städtebaulichen Möglichkeiten, die in der vorhandenen Architektur liegen und oft überformt sind (Stadtbaurat Michael Stojan will diese in seinem Integrierten Handlungskonzept ausloten) – all diese Aspekte werden in den Modellen beleuchtet, die Architekturstudenten der Universität Siegen geschaffen haben (bis 23. Juli).

Unter dem Titel „Auf zu neuen Ufern: Zwischen Siegplatte und HTS“ sind sie zusammengestellt. Alexander Görg hat Vorschläge zur „Integration verkehrsplanerischer Restflächen und -räume“ untersucht, tote urbane Räume, die beim Bau der HTS übriggeblieben sind und die den Stadtraum zerschneiden. Eine Brücke über die vierspurige Straße in Geisweid oder eine Art kleines „Siegtheater“ an der Sieghütte sind seine Vorschläge. Auch in anderen Arbeiten spielt die Erschließung des verschwundenen Siegufers in treppenförmigen Annäherungen eine große Rolle. Auch der tote Raum zwischen City-Galerie und Gericht wird planerisch überbrückt.

Viele dieser „visionären Modelle“, wie sie von Dr. Eva Schmidt, Leiterin des Museum für Gegenwartskunst, in ihrer Begrüßung genannt wurden, sind nicht realisierbar. Darauf wies Prof. Bernd Borghoff, der zusammen mit Prof. Ulrich Exner, dem Dekan des Fachbereiches Architektur, die Arbeiten betreut hat, vorsichtshalber hin. Aber in ihrer kurzen Einführung betonten beide Professoren, dass die Entwürfe Denkanstöße sein wollten, die es ermöglichten sollten, die „verlorenen urbanen Orte“ zurückzuerobern.

Landrat Paul Breuer würdigte in seiner Begrüßung die Arbeiten als einen Beitrag zum architektonischen Diskurs, der für den heimischen Beitrag zur Regionale 2013 wichtig sei. Zu dieser Südwestfalen-Initiative tragen Stadt und Kreis das Vorhaben „Siegen: Zu neuen Ufern“ bei, das mit der Umgestaltung der Siegplatte die Attraktivität der Stadt für die Region steigern soll.

Wie Siegen einmal ausgesehen hat, zeigen die Aufnahmen, die unter dem Motto „Von wo wir ausgehen“ gezeigt werden. Die Vorkriegsaufnahmen zeigen, wie die Stadt vor dem Krieg ausgesehen hat. Die Ausstellung wurde vom Stadtarchiv ursprünglich für die ISG zusammengestellt. Interessant ist dabei beispielsweise, wie sehr eine andere Straßenführung am Kölner Tor und eine andere Bebauung an der Stadtmauer die Oberstadt an den Fußgänger „annähert“! Hingehen und anschauen!Im Rahmen der SehStation werden Bilder zu „Städten am Wasser“ gezeigt (6. Juli, 21 Uhr, Rubensplatz, von Stadtbaurat Stojan), „Architektur des Alltags“ folgt am 8. Juli, 21 Uhr. Am 9. Juli werden „Verborgene Qualitäten der Oberstadt“ in einem Rundgang gezeigt, ab Rubensplatz, 17 Uhr. Ferner besteht die Möglichkeit, Bilder von Lieblings- und Abneigungsorten an Stadtbaurat Stojan zu senden (bis 11. September, m_stojan@siegen.de). Kinder und Jugendliche können dasselbe tun, im Zusammenhang mit der Ausstellung Konrad/Linke: Concrete and Samples“ im Museum für Gegenwartskunst.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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