Vertrauen war besonders prägend

 Dr Andreas Lemmen, Allgemeinmediziner aus Bad Berleburg, freut sich auf den Ruhestand: „Endlich habe ich Zeit, Hobby eins bis sechs meine Aufmerksamkeit zu schenken.“ Foto: sabe
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sabe - Eine Portion Traurigkeit habe es bei Patienten und Mitarbeiterinnen sicherlich gegeben, aber die Menschen würden ihm die Freizeit jetzt natürlich gönnen, erklärt Dr. Andreas Lemmen die Reaktionen auf seinen angekündigten Ruhestand. Der Allgemeinmediziner aus Bad Berleburg verabschiedet sich nach 32 Jahren von Stethoskop, Blutdruckmessgerät und Reflexhammer. Er habe das Rentenalter eben einfach erreicht. Leicht sei es natürlich trotzdem nicht gewesen mit dem Aufhören. „Man hat ohne Frage viele Bande geknüpft, da eine Arzt-Patienten-Beziehung auch immer auf einer menschlichen Ebene existiert“, so Andreas Lemmen. Die vorherrschende familiäre Atmosphäre in seiner einstigen Praxis, sowohl im Umgang mit seinen Mitarbeiterinnen als auch seinen Patienten, habe er immer sehr geschätzt, verrät der Mediziner. „Prägend war vor allem das Vertrauen, das die Menschen mir täglich entgegen brachten“, resümiert der Facharzt seine Erfahrungen.

Gerade deshalb sei er auch so glücklich, dass er einen Nachfolger gefunden habe – beim Thema niedergelassene Ärzte in ländlichen Regionen längst nicht mehr selbstverständlich. „Ich bin sehr beruhigt und zufrieden, dass die Praxis weitergeführt wird“, so Andreas Lemmen. Der Kollege Juri Rein hat bereits am 1. Juli die Praxis an der Poststraße samt Patienten und Mitarbeitern übernommen. „Der Kollege Dr. Rein war langjähriger Assistenzarzt in der Helios-Klinik. Er kennt sich also aus im Wittgensteiner Land“, sagt Andreas Lemmen. Außerdem sei er ihm menschlich und auch in fachlicher Hinsicht sehr ähnlich. Er habe ein „durchweg gutes Gefühl“. Juri Rein ist Facharzt für Innere Medizin. „Er ist aber genau so ein Hausarzt wie ich.“ Die Praxis an der Poststraße bleibe also eine feste Anlaufstelle mit hausärztlicher Versorgung.

Die Schwierigkeit, einen geeigneten Nachfolger zu finden, sei sicherlich immer präsent gewesen. Das sei schlichtweg „das ländliche Problem“, so Andreas Lemmen. Er selbst habe aber seine Entscheidung, vor Jahrzehnten aus der Pfalz nach Wittgenstein gekommen zu sein, nie bereut. Er sei als „Zugelöfener“ sehr herzlich aufgenommen worden. „Diese Herzlichkeit habe ich auch während der ganzen Jahre zu spüren bekommen“, unterstreicht Andreas Lemmen. Er würde daher diesen Weg immer wieder gehen. Er freue sich auch auf die freie Zeit im Wittgensteiner Land. „Ein Umzug nach der Übergabe der Praxis stand nie zur Debatte.“ Denn: Im Alter müsse man bleiben, wo man seine Freunde habe, so Andreas Lemmen, und das sei definitiv in Bad Berleburg.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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