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Gedenkstunde in Siegen
Vertriebene werden als „Ewiggestrige“ bezeichnet

Der 91-jährige Ehrenvorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Kreisgruppe Siegen, Hans-Heinrich Thomas – hier in seiner oberschlesischen Tracht – richtet den Kranz am Mahnmal.
  • Der 91-jährige Ehrenvorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Kreisgruppe Siegen, Hans-Heinrich Thomas – hier in seiner oberschlesischen Tracht – richtet den Kranz am Mahnmal.
  • Foto: kalle
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

kalle Siegen. Es war am Freitag erneut ein lauer Sommerabend, an dem sich zum 71. Mal die Mitglieder des Bundes der Vertriebenen, Kreisgruppe Siegen, zum Tag der Heimat im Oberen Schloss am Mahnmal „Vergesst den deutschen Osten nicht“ zur feierlichen Kranzniederlegung trafen. In diesem Jahr stand die Veranstaltung unter dem Leitgedanken der Charta der deutschen Heimatvertriebenen, die am
5. August 1950 in Stuttgart unterzeichnet worden ist. Es sei mehr als ein historisches Dokument, so die stellv. Landrätin Jutta Capito in ihrer...

kalle Siegen. Es war am Freitag erneut ein lauer Sommerabend, an dem sich zum 71. Mal die Mitglieder des Bundes der Vertriebenen, Kreisgruppe Siegen, zum Tag der Heimat im Oberen Schloss am Mahnmal „Vergesst den deutschen Osten nicht“ zur feierlichen Kranzniederlegung trafen. In diesem Jahr stand die Veranstaltung unter dem Leitgedanken der Charta der deutschen Heimatvertriebenen, die am
5. August 1950 in Stuttgart unterzeichnet worden ist. Es sei mehr als ein historisches Dokument, so die stellv. Landrätin Jutta Capito in ihrer Grußbotschaft. Die damalige Charta sei ein Bekenntnis, das habe der Ministerpräsident von Baden Württemberg, Winfried Kretschmann, treffend formuliert, „ein Bekenntnis zu Schaffung eines freien, vereinten Europas und gleichzeitig eine Erklärung des Verzichts auf Rache und Vergeltung“.

Hinter jedem Menschen steckt ein Schicksal

Sie erinnerte aber auch an das Jahr 2015, als fast 900 000 Menschen Schutz und Sicherheit im Westen suchten. Hinter jedem einzelnen dieser geflohenen Menschen, stecke eine Geschichte und ein persönliches Schicksal. Mehr als 70 Jahre sei es nun her, dass 14 Millionen Deutsche alles verloren hätten, was sie besaßen. Sie seien Hunderte Kilometer nach Westen gezogen, um dort neu anzufangen. Jutta Capito weiter: „Der Bund der Vertriebenen setzt sich dafür ein, dass diese Schicksale nicht vergessen werden“.
Auch der stellv. Bürgermeister der Stadt Siegen, Jens Kamieth, lobte in seinem Grußwort das jahrzehntelange Engagement der Vertriebenen. Der neue Kreisvorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Kreisverband Siegen, Volker Braun, fand aber auch kritische Worte. Im Rückblick auf die Charta müsse man feststellen, dass die Vertriebenen alle in der Charta gegebenen Versprechen und Verpflichtungen eingehalten, doch ihr Recht auf Heimat nicht erhalten hätten. Im Gegenteil, die Heimatvertriebenen würden auch noch heute als „Ewiggestrige“ bezeichnet, die zurück in die Vergangenheit wollten. „Aber wir wollen doch unser Recht auf Heimat zurückhaben, das uns brutal geraubt wurde“, so Braun. Der neue Vorstand kämpfe weiter um die Heimatstuben in Siegen und Neunkirchen. Dazu brauche man auch die Unterstützung der Politik auf den verschiedenen Ebenen.

Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

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