Verunsicherung am Herrengarten

 Der Herrengarten ist bereits eine große Baustelle: Die Brüder-Busch-Straße wird derzeit im Anschluss an die neuen Sieg-Ufer hergerichtet. Foto: Christian Hoffmann
  • Der Herrengarten ist bereits eine große Baustelle: Die Brüder-Busch-Straße wird derzeit im Anschluss an die neuen Sieg-Ufer hergerichtet. Foto: Christian Hoffmann
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ch - Die Frage, ob der Herrengarten-Komplex an Siegens neuen Ufern aufgekauft und zum Mini-Park umgestaltet werden soll, beschäftigt am Mittwoch den Rat der Stadt Siegen. Und nicht nur Bürger und Kommunalpolitiker werden den Ausgang der Debatte im Geisweider Rathaus (16 Uhr) mit Interesse verfolgen, sondern auch die drei Dutzend Menschen, die in dem Gebäude aus den späten 70er-Jahren arbeiten, bzw. die Handvoll Geschäfts- und Restaurantinhaber des kleinen Einkaufszentrums in der Siegener Innenstadt.

„Wir sind verunsichert, weil wir bislang weder von den Eigentümern noch von der Stadtverwaltung persönlich über den Stand der Dinge bzw. über unsere Perspektiven informiert worden sind“, so z. B. Henning Bach, der mit seinem Bruder Rüdiger Bach das Reformhaus am Herrengarten betreibt. Er habe von dem Vorhaben der Stadt, den Teil des Komplexes, der noch nicht in städtischem Besitz ist, von der Bahnhofs-Arkaden GmbH aufzukaufen, abzureißen und zur 2000-Quadratmeter-Grünanlage umzuwandeln, erst in der Zeitung gelesen. „Wir sind immerhin einen Tag vor der Presseberichterstattung vom Bürgermeister informiert worden“, sagt Geschäftsinhaberin Christina Möller (Exklusive Damenmoden Möller), doch hätten Kunden, Mitarbeiter und sie selbst „so viele Fragen, dass wir meinen, dass jetzt die Stadtverwaltung am Zuge ist, mit uns ins Gespräch zu kommen!“

Zur Erinnerung: Die Stadt Siegen hat die berechtigte Hoffnung, die Herrengarten-Umgestaltung – ein 7,6-Mill.-Euro-Städtebauprojekt – im Anschluss an das Regionale-2013-Projekt „Siegen – zu neuen Ufern“ großzügig gefördert zu bekommen. Dafür muss die Politik in der Ratssitzung mit einem Grundsatzbeschluss die Weichen stellen. Als Konsequenz daraus müssten die Mieter sich schon mal nach einer Alternative umsehen. „Und genau das ist unser Problem“, macht Andreas Stein (Blumenreich) deutlich; „jetzt haben wir vier Jahre Baustelle hinter uns, und plötzlich steht ein großes Fragezeichen vor uns! Dank unserer treuen Stammkunden konnten alle hier im Herrengarten überleben, die Laufkundschaft ist fast gänzlich weggebrochen. Jetzt einfach so den Standortwechsel hinzubekommen, übersteigt die Wirtschaftskraft.“

Nicht nur das: „In der Innenstadt geeignete Objekte für eine Standortverlagerung zu finden, ist derzeit gar nicht so einfach“, gibt Hennig Bach zu bedenken. 450 Quadratmeter „bezahlbare“ Nettofläche für das Reformhaus müssten es schon sein, Möllers Modegeschäft hat sich seit 2008 auf 300 Quadratmetern Sortimentsvielfalt ausgebreitet. Und noch ein Einwand: „Ein Blumenfachgeschäft von der Unterstadt in die Oberstadt, etwa in die Kölnerstraße mit ihren vielen Leerständen, zu verlegen, kommt gar nicht in Frage. Studenten kaufen nämlich keine Blumensträuße“, so Andreas Stein.

Das Trio will sich, zur Not, die Zeit für Veränderung nehmen. Die Mietverträge – Optionen eingerechnet – laufen bis zu zwölf Jahre. Würden die Optionen gezogen, täte sich am Herrengarten erst einmal gar nichts. Auch deshalb hat Bürgermeister Steffen Mues bereits bei der Verkündung der Pläne betont, dass man die Mieter nicht alleine lassen wolle: „Wir machen keine Existenzen kaputt!“ Die drei Dutzende Mitarbeiter des Herrengarten-Komplexes und die Handvoll Inhaber werden ihn beim Wort nehmen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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