Viele Hürden für Schwertransporte

 EEW schlägt Alarm: Nur bessere Verkehrswege können den schleichenden Exodus verhindern. Das Erndtebrücker Eisenwerk muss deswegen gezwungenermaßen nach Alternativen suchen. Foto: Björn Weyand
  • EEW schlägt Alarm: Nur bessere Verkehrswege können den schleichenden Exodus verhindern. Das Erndtebrücker Eisenwerk muss deswegen gezwungenermaßen nach Alternativen suchen. Foto: Björn Weyand
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sz - „Landesweit sind viele Straßen und Brücken marode, aber die größten Probleme liegen direkt vor unserer Haustür!“ Jörg Schorge, geschäftsführender Gesellschafter der Erndtebrücker Eisenwerk GmbH & Co. KG (EEW), sieht die Mängel in der Verkehrsanbindung der Region mit großer Sorge. „An unserem Unternehmensstammsitz in Erndtebrück fertigen wir überwiegend Stahlrohre und Stahlrohrkomponenten mit großen Abmessungen und hohen Stückgewichten für die Offshore Öl- und Gas- sowie Offshore Windindustrie. Für den Transport zum nächstgelegenen Hafen bzw. innerhalb Europas sind wir deshalb zwingend auf Schwertransporte angewiesen. Alleine in diesem Jahr haben wir von Erndtebrück aus über 550 Sondertransporte durchgeführt.“

Der mittlerweile desolate Zustand von Straßen und Brückenbauwerken sorge dafür, dass immer mehr Strecken für Großraum- und Schwertransporte gesperrt würden, betont Schorge. Bereits bei der Annahme eines Auftrages müsse überlegt werden, ob und wie die Produkte aus der Region herauskommen. „Strecken, die bisher zur Verfügung standen, scheiden plötzlich aus, weil Baustellen die Fahrbahn so verengen, dass ein Passieren unmöglich ist. Auch beeinträchtigen uns die vielen baufälligen Brücken deutschlandweit. Insbesondere die Sperrung der A45 für Schwertransporte, unserer Hauptverbindung in Richtung der Seehäfen, führt zu großen Komplikationen“, unterstreicht Jörg Schorge.

Klaus Gräbener, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), ergänzt, hier räche sich, dass jahrzehntelang nicht genügend in den Straßenerhalt investiert worden sei. EEW sei kein Einzelfall, immerhin rollten allein auf den Straßen in Siegen-Wittgenstein bis zu 15 Schwertransporte in einer Nacht. Für das Erndtebrücker Unternehmen ist die Route 57 ein wichtiger Zukunftsfaktor, denn schon der Weg ins Siegerland ist für die Schwertransporte des Unternehmens häufig mit Problemen behaftet. Die geplante Straße an den Ortslagen vorbei, statt durch sie hindurch, wäre eine enorme Erleichterung, wenn sie denn verwirklicht würde. Planung und Bau der Strecke dauern aus Sicht des Unternehmens viel zu lange. Es dränge sich gelegentlich der Eindruck auf, dass die in der Region geforderte bessere Verkehrsanbindung Wittgensteins nicht überall auf Landesebene unterstützt, sondern im Gegenteil, aktiv behindert werde, meint Schorge.

Zwar sei der geplante Ausbau der B62 zwischen Lützel und Erndtebrück ein kleiner Lichtblick, man könne allerdings nicht nachvollziehen, warum die Beseitigung des so unfallreichen Bahnübergangs zum Industriegebiet „Im Grünewald“ nicht in die bisherigen Planungen einbezogen wurde. „Ein Ausbau der B62 ohne die Berücksichtigung des Industriegebiets Im Grünewald wäre eine Farce und eine Entscheidung, die für uns nicht nachvollziehbar ist“, so Schorge. Zusätzlich erschwert würden Planung und Organisation der Schwertransporte durch ein Übermaß an Bürokratie, vor allem im Rahmen der Genehmigungsverfahren.

Die EEW-Gruppe ist einer der international führenden Hersteller für längsnahtgeschweißte Stahlrohre. Das 1936 gegründete Familienunternehmen mit Stammsitz in Erndtebrück beschäftigt weltweit rund 2000 Mitarbeiter. Mit neun Produktionsstätten, davon vier in Deutschland, zwei in Korea und jeweils einem Standort in Großbritannien, Malaysia und Saudi-Arabien sowie elf regionalen Verkaufsbüros und 22 internationalen Vertretungen verfügt die EEW-Gruppe über eine Produktionskapazität von über 800.000 Tonnen pro Jahr.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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