Viele ziehen nach Erndtebrück um

 Alle Proteste haben nichts bewirkt: Die AWo Westliches Westfalen treibt die Abwicklung des Fritz-Heinrich-Seniorenzentrums weiter voran. Bewohner und Beschäftigte erhielten nun Alternativen aufgezeigt – viele haben sich schon entschieden, die Mehrheit wechselt nach Erndtebrück. Archivfoto: Timo Karl
  • Alle Proteste haben nichts bewirkt: Die AWo Westliches Westfalen treibt die Abwicklung des Fritz-Heinrich-Seniorenzentrums weiter voran. Bewohner und Beschäftigte erhielten nun Alternativen aufgezeigt – viele haben sich schon entschieden, die Mehrheit wechselt nach Erndtebrück. Archivfoto: Timo Karl
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bw - Alleine schon die ersten Worte in der von der Arbeiterwohlfahrt Westliches Westfalen verbreiteten Pressemitteilung zum Fritz-Heinrich-Seniorenzentrum in Bad Laasphe dürften in den Ohren der betroffenen Mitarbeiter und Bewohner wie Hohn klingen. Wörtlich heißt es darin: „Die AWo hat Wort gehalten und sozialverträgliche Lösungen für die Mitarbeiter und Bewohner ihres Seniorenzentrums in Bad Laasphe gefunden.“ Die Arbeiterwohlfahrt habe sowohl den Beschäftigten als auch den Senioren Alternativen aufgezeigt. Einige von ihnen hätten bereits zugestimmt, wie der AWo-Bezirksverband bekannt gab.

Die 47 Bewohner seien bis auf vier Personen, die sich noch nicht entschieden hätten, mit einem neuen Pflegeplatz versorgt. 23 von ihnen ziehen in das benachbarte AWo-Seniorenheim Erndtebrück und 20 weitere Senioren wechseln in Einrichtungen von anderen Trägern. Auf Anfrage der Siegener Zeitung ließ die Arbeiterwohlfahrt offen, welchen Zeitplan es für den Umzug der Bewohner gibt. Alle Mitarbeiter des Fritz-Heinrich-Seniorenzentrums haben derweil in diesen Tagen konkrete Angebote für eine Weiterbeschäftigung erhalten, hieß es von Seiten des Sozialverbands. Der größte Teil werde bei der AWo bleiben und in benachbarte Einrichtungen wechseln. Wie viele von ihnen mit den Bewohnern nach Erndtebrück umziehen, beantwortete die Arbeiterwohlfahrt ebenfalls nicht. Einige Mitarbeiter werden bei anderen Trägern vor Ort anfangen, die die AWo selbst ins Boot geholt habe, um den ortsgebundenen Mitarbeitern „eine sozialverträgliche Lösung“ anbieten zu können.

Im Vorfeld hatte der AWo-Bezirksverband „persönliche Gespräche mit allen Mitarbeitern“ geführt, um die Angebote passgenau zu unterbreiten. Indes ist der Betriebsrat bisher aus den Gesprächen herausgehalten worden, wie die SZ von der stellvertretenden Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Mechthild Boller-Winkel erfuhr. Bislang seien sämtliche Bestrebungen für die Verhandlungen eines Sozialplans, „wie er sich bei so einer Schließung gehören würde“, von der AWo abgeblockt worden. Von ordentlichen Gesprächen mit den Mitarbeitern könne also keine Rede sein, kritisierte die Vertreterin der Dienstleistungsgewerkschaft. Sie forderte von der AWo, den Verhandlungsfaden mit dem Betriebsrat des Heims aufzunehmen. Verdi selbst wird am Freitag die Mitarbeiter beraten, ob sie das erhaltene Angebot annehmen sollten oder nicht.

Gleichwohl lässt die doch recht zügige Abwicklung der angekündigten Schließung nur einen einzigen Schluss zu: Ein zeitnaher Neubau in Bad Laasphe dürfte wohl ausgeschlossen sein. Für Mechthild Boller-Winkel war diese Ankündigung eines Neubaus ohnehin „eine Seifenblase“. In der Pressemitteilung stellte die AWo jedoch klar, in engem Kontakt zur Stadt zu stehen, um einen neuen Standort für ein neues Seniorenzentrum zu finden. Die AWo Westliches Westfalen begründet die Schließung mit wirtschaftlichen Erwägungen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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