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Ausbildung mit Bestnote bestanden
Vier der besten Azubis der Region im Gespräch

Jasmin Bruhn, Simon Spies, Daniel Bald und Katharina Hees haben ihre Ausbildung mit der Bestnote abgeschlossen.
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  • Jasmin Bruhn, Simon Spies, Daniel Bald und Katharina Hees haben ihre Ausbildung mit der Bestnote abgeschlossen.
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sos Siegen/Feuersbach/Hilchenbach. Für einige Schüler steht früh fest, was nach der Schule kommen soll, sei es die Ausbildung in einem großen Unternehmen der Stadt, „irgendwas mit Medien“ studieren oder der Weg ins Handwerk.
Jasmin BruhnAuch Jasmin Bruhn hatte einen Plan. Sie wollte im sozialen Bereich arbeiten, zum Beispiel mit Kindern und Jugendlichen oder Asylbewerbern. Nach dem Abitur folgte ein Auslandsjahr, das die gebürtige Frankfurterin für eine Entwicklungshilfe-Organisation zunächst in Sambia, dann in Schweden verbrachte. Anschließend studierte sie Theologie am Theologischen Seminar Rheinland im Westerwald. Doch schon bald wurde ihr klar, dass sie künftig lieber am Computer arbeiten möchte.

sos Siegen/Feuersbach/Hilchenbach. Für einige Schüler steht früh fest, was nach der Schule kommen soll, sei es die Ausbildung in einem großen Unternehmen der Stadt, „irgendwas mit Medien“ studieren oder der Weg ins Handwerk.

Jasmin Bruhn

Auch Jasmin Bruhn hatte einen Plan. Sie wollte im sozialen Bereich arbeiten, zum Beispiel mit Kindern und Jugendlichen oder Asylbewerbern. Nach dem Abitur folgte ein Auslandsjahr, das die gebürtige Frankfurterin für eine Entwicklungshilfe-Organisation zunächst in Sambia, dann in Schweden verbrachte. Anschließend studierte sie Theologie am Theologischen Seminar Rheinland im Westerwald. Doch schon bald wurde ihr klar, dass sie künftig lieber am Computer arbeiten möchte. Sie schwenkte um, absolvierte eine Lehre als Kauffrau für Büromanagement und ist nun eine der besten ihres Jahrgangs.

Jasmin Bruhn wollte eigentlich im sozialen Bereich arbeiten, stellte dann aber fest, dass ihr im Beruflichen die Arbeit am PC mehr Spaß bereitet. Nun arbeitet sie bei Hees Bürowelt; ihr soziales Engagement lebt sie nun im Ehrenamt aus.
  • Jasmin Bruhn wollte eigentlich im sozialen Bereich arbeiten, stellte dann aber fest, dass ihr im Beruflichen die Arbeit am PC mehr Spaß bereitet. Nun arbeitet sie bei Hees Bürowelt; ihr soziales Engagement lebt sie nun im Ehrenamt aus.
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Möbelabteilung bei Hees Bürowelt

„Ich bin eine alte Auszubildende“, sagt die 26-Jährige lachend. Doch die Zwischenschritte hin zu dem Beruf, den sie heute gerne ausübt, bereut sie keineswegs. „Ich wollte das Studium nicht abbrechen, denn da habe ich viel über mich selbst gelernt.“ In ihrem jetzigen Arbeitsalltag ist sie zuständig für den Einkauf und die Auftragsabwicklung in der Möbelabteilung bei Hees Bürowelt in Siegen. „Mir macht der Beruf Spaß, weil ich hier verwalte und organisiere“, freut sie sich.
Ihre Ausbildung durfte sie aufgrund ihres Abiturs um ein Jahr verkürzen.

Weiterhin im Ehrenamt tätig

Die Prüfung wurde wegen Corona von April auf Juni verschoben. Weil das Virus auch den Prüfungsvorbereitungskurs ausfallen ließ, musste sie nun besonders viel eigenständig lernen. Trotz der Hürden hat sie die Berufsschule mit der Note 1 abgeschlossen, bei der Ausbildungsprüfung der IHK erreichte sie 91 Prozent. „Ich bin zufrieden“, so die 26-Jährige, die 2018 der Liebe wegen nach Siegen gezogen ist. Dem Unternehmen bleibt sie auch nach dem Abschluss treu. Zum einen wegen der „lieben Kollegen“, zum anderen wegen der Arbeit an sich. Ihr soziales Engagement lebt sie nun im Ehrenamt aus.

Simon Spies

Auch Simon Spies hat seine Ausbildung bei Hees Bürowelt absolviert, allerdings als Informationselektroniker. Zusätzlich hat er die Qualifikation Fachmann für kaufmännische Betriebsführung im Handwerk erworben. Der 21-Jährige habe etwas lernen wollen, was einem niemand nehmen kann. „Ich habe lieber den Hammer in der Hand, als nur zuzuhören“, so der Weidenhausener.
Im Rahmen seiner Ausbildung hat er Drucker zusammengebaut, konfiguriert, eingerichtet, instand gesetzt und repariert. Selbstständig hat er zudem Projekte betreut, wenn in einem Unternehmen beispielsweise 50 Drucker gleichzeitig ausgetauscht werden mussten. Dazu gehörten dann die Bereiche Software, Logistik sowie Kunden- und Lieferantenabsprachen. „Das hat mir Spaß gemacht. Wenn man sich ordentlich kümmert, ist am Ende auch jeder zufriedengestellt“, sagt Simon Spies.

Simon Spies hat eine Ausbildung als Informationselektroniker bei Hees Bürowelt absolviert. Zusätzlich hat er die Qualifikation Fachmann für kaufmännische Betriebsführung im Handwerk erlangt.
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Erste Internetseite mit sieben Jahren "gebastelt"

Das Interesse an Informatik entstand ihn schon in seiner Kindheit, mit etwa sieben Jahren habe er seine erste Internetseite „gebastelt“, erinnert er sich. Entsprechend wollte er nach dem Abi am Gymnasium Schloss Wittgenstein in diese Richtung gehen. Auf der Ausbildungsmesse in der Siegerlandhalle sei er auf Hees gestoßen. „Das Unternehmen hat ausbildungstechnisch einen guten Ruf“, die Entscheidung war gefallen. Sowohl die Berufsschul- als auch die Ausbildungsabschlussprüfung hat Simon Spies mit der Note 1 bestanden. „Ich hatte mir ein gutes Ergebnis erhofft, aber nicht damit gerechnet.“

Teilnahme an NRW-Landesmeisterschaften

Inzwischen arbeitet der 21-Jährige nicht mehr bei Hees, er ist jetzt Projektmanager bei einem Ingenieurbüro für erneuerbare Energien in Leun bei Wetzlar. Der gute Kontakt zu seiner Ausbildungsstätte besteht aber weiterhin: Der Weidenhausener wird das Unternehmen und den Kammerbezirk Südwestfalen als bester IT-Gesellenprüfling der Region bei den NRW-Landesmeisterschaften vertreten.

Daniel Bald

Schon als Kind war Daniel Bald begeistert von Elektrik. So hat er einerseits gerne mit Lego-Technik-Fahrzeugen gespielt, andererseits hat er Geräte im Haus auseinander- und wieder zusammengebaut. „Die mussten natürlich wieder laufen“, so der 20-Jährige. Da verwundert es kaum, dass er sich nach dem Realschulabschluss in Wilnsdorf für eine Ausbildung zum Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik entschieden hat. „Nur zuhören und mitschreiben, das wollte ich nicht.“ Und mit der Erich Schäfer GmbH & Co. KG hatte sich der Niederdielfener bei einem Unternehmen beworben, das quasi direkt nebenan liegt, nämlich in Feuersbach.

Daniel Bald hat sich schon als Kind für Technik und Elektrik interessiert. Weiterbilden möchte er sich auch nach seiner abgeschlossenen Ausbildung bei der Erich Schäfer GmbH und Co. KG noch.
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Prüfungen fanden vor Corona statt

Mehrere Abteilungen ist er durchlaufen, hat Motoren zerlegt und instand gesetzt, Schaltschränke gebaut oder war am Kranbau beteiligt. Von Corona ist er glücklicherweise verschont geblieben, seine letzte praktische Prüfung hatte er Anfang 2020 hinter sich gebracht. Das Gesamtergebnis: 94 Punkte und damit die Note 1.

Wickelei bei Erich Schäfer

Das Unternehmen Erich Schäfer hat Daniel Bald übernommen, er ist jetzt in der Wickelei tätig. Hier stellt er Fehler fest, repariert Antriebsmaschinen und wickelt Motoren. Das könne auch schon mal stressig werden, so der 20-Jährige, weil der Kunde die Maschine natürlich so schnell wie möglich zurück bekommen soll. Unter Druck setze ihn das aber nicht.
„Ich bleibe gerne hier, die Arbeit macht mir Spaß“, betont Daniel Bald. „Aber ich möchte mich auch weiterbilden“, zeigt er sein großes Engagement. Deswegen habe er sich für einen Technikerlehrgang angemeldet, den er quasi in Teilzeit absolvieren wird. „Da muss man schon hinterher sein und sich selbst kümmern.“

Katharina Hees

„Ich möchte mit den Händen arbeiten. Da sieht man, was man gemacht hat“, sagt Katharina Hees. Die 22-Jährige hat ihre Ausbildung bei der Hilchenbacher Schreinerei Müller absolviert. Ein Interesse an der Arbeit habe sie schon immer gehegt, sagt die Langenholdinghausenerin. Ihr Opa habe bereits in diesem Bereich gearbeitet, zudem lebe ihre Familie in einer alten Mühle, in der es immer etwas zu tun gebe. „Wenn ich alte Werkzeuge finde, restauriere ich sie“, beschreibt Katharina Hees ihr Hobby. 
Nach dem Abitur am ev. Gymnasium in Siegen ging es für sie aber erst einmal ins Ausland: Als Lernhelferin unterrichtete sie die Kinder einer deutsch-amerikanischen Familie in Tansania. Ein halbes Jahr hat sie dort verbracht, bevor sie nach Deutschland zurückkehrte und mit der Ausbildung zur Tischlerin begann.

Katharina Hees behauptet sich als junge Frau im Tischler-Beruf. Ihre Ausbildung hat sie bei der Schreinerei Müller mit Bravour abgeschlossen.
  • Katharina Hees behauptet sich als junge Frau im Tischler-Beruf. Ihre Ausbildung hat sie bei der Schreinerei Müller mit Bravour abgeschlossen.
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Nur wenige Tischlerinnen

In ihrer Klasse sei sie nur eine von zwei junge Frauen gewesen, noch immer werde der Beruf von deutlich mehr Männern ausgeübt, berichtet Katharina Hees. Bei der Schreinerei Müller hat sie ebenfalls nur eine weibliche Tischler-Kollegin. „Nicht umsonst“, sagt sie. Schließlich müsse man teilweise sehr schwer heben. „Aber man hilft einander!“

Erfahrungen sammeln bei der Schreiberei Müller

Die dreijährige Ausbildung hat sie jedenfalls mit Bravour bestanden, mit 93 von 100 Punkten im praktischen sowie im schriftlichen Teil lautet die Gesamtnote unterm Strich „sehr gut“. „Das hat sich so ergeben“, sagt Katharina Hees bescheiden. „Ich will es gescheit machen.“ Jetzt möchte sie bei Müller möglichst viele Erfahrungen sammeln. Grundsätzlich sei sie in Zukunft aber offen für alles: „Wer weiß, vielleicht wandere ich irgendwann auch aus“, schmunzelt sie.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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