Vier Kinder in kreiseigener Kita

Mitarbeiter des Kreises Siegen-Wittgenstein können ihre Kinder in einer eigenen Kita abgeben. Die Nachfrage ist überschaubar. Archivfoto: kalle
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ihm - Manche Großbetriebe leisten sich einen eigenen Kindergarten für die Mitarbeiterkinder – gut fürs Betriebsklima, gut für die schnelle Rückkehr von Frauen an den Arbeitsplatz, gut für den Ruf des Unternehmens. Die Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein mischt bei diesem Spiel mit – 2015 wurde die Einrichtung einer eine Großtagespflegestelle für maximal neun Kinder zwischen ein und sechs Jahren beschlossen.

Während anderswo Eltern händeringend einen Kita-Platz suchen und Gruppen sogar notfallmäßig aufgestockt werden, gab es weder im Kindergartenjahr 2015/16 noch im Jahr 2016/17 eine Anmeldung bei der Kreis-Kita. Inzwischen aber werden tatsächlich Kinder betreut: Zwei Mitarbeiterinnen kümmern sich seit Ende 2017 um den Nachwuchs des Verwaltungspersonals – derzeit kommen vier Kinder.

Die Kreispressestelle schiebt in ihrer Antwort auf die SZ-Nachfrage gleich hinterher, dass es für das Jahr 2019 vier weitere verbindliche Anmeldungen gebe. Eine der Mitarbeiterinnen arbeite zur Zeit in Vollzeit, die andere sei teilzeitbeschäftigt. Die Kosten für die verwaltungsinterne Tagespflege liegen bei 60.000 Euro. Das zweite Standbein der betriebseigenen Familienförderung war die Ferienbetreuung, Während dreier Wochen in den Sommerferien sollten Kinder zwischen drei und 13 Jahren betreut werden – und zwar naturnah im Gillerbergheim in Grund. Zur Resonanz auf dieses Angebot heißt es aus der Pressestelle: „Eine Ferienbetreuung hat bisher noch nicht stattgefunden, da hierfür innerhalb der Kreisverwaltung kein ausreichender Bedarf ermittelt werden konnte. Eine Bedarfsabfrage für 2019 läuft.“

Dritter Teil des Beschlusses von 2015: Die Notfallbetreuung für Mitarbeiterkinder. Falls deren angestammte Betreuung ausfalle, sollte sich im Kreishaus oder im Lÿz jemand um die Kinder kümmern. Und noch ein Sahnehäubchen: Bei mehrtägigen Dienstreisen sollten eigens angeheuerte Tagesmütter die Sprösslinge von Verwaltungskräften versorgen. Die Kreis-Kita hatte schon vor ihrer Eröffnung politische Unruhe ausgelöst. Immerhin veranschlagte man dafür 193.000 Euro pro Jahr. Die Entscheidung im Kreistag war damals knapp. CDU und FDP monierten die schlechte Kommunikation und hatten Bedenken wegen der hohen Kosten, während SPD, Grüne und Linke das Projekt für wichtig hielten. Gegenwind kam auch von der Bürgermeisterkonferenz, denn die Städte und Gemeinden im Kreis finanzieren die Kita der Kreisverwaltung über die Kreisumlage. Die Verwaltungsspitze hält trotz der vergleichsweise geringen Nachfrage an der betriebseigenen Betreuung fest. Im Personalbericht 2018 heißt es dazu, dass die Unterstützungsangebote auch der Steigerung des Frauenanteils in Führungspositionen dienten.

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