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20 Prozent mehr Abfall produziert
Virus bremst Müllabfuhr aus

An der Siegener Giersbergstraße reihte sich am Dienstag mancherorts gelber Sack an gelben Sack. Laut Suez führt der Shutdown im Kreis Siegen-Wittgenstein zu 20 Prozent mehr Abfall – über alle Müllarten hinweg.
  • An der Siegener Giersbergstraße reihte sich am Dienstag mancherorts gelber Sack an gelben Sack. Laut Suez führt der Shutdown im Kreis Siegen-Wittgenstein zu 20 Prozent mehr Abfall – über alle Müllarten hinweg.
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nja Siegen/Bad Berleburg.  Diese Nachricht aus dem Kreuztaler Rathaus ließ aufhorchen: Die Corona-Pandemie habe nun auch Auswirkungen auf das Leeren der gelben Tonne. Die zuständige Firma Suez habe mitgeteilt, dass es zu Verzögerungen kommen könnte. Werde die Tonne nicht am eigentlichen Abfuhrtag geleert, solle man sie einfach ein bis zwei Tage an der Straße stehen lassen; die Abfuhr werde so schnell wie möglich nachgeholt. Eine Reklamation bei der Firma Suez sei dazu nicht notwendig.
Mehr Onlineeinkäufe, mehr AbfallDie SZ fragte beim Entsorgungsunternehmen nach den Hintergründen der eventuellen Verzögerungen – zumal das Unternehmen ja nicht nur am Fuße des Kindelsbergs seine Runden dreht, sondern im gesamten Kreis Siegen-Wittgenstein.

nja Siegen/Bad Berleburg.  Diese Nachricht aus dem Kreuztaler Rathaus ließ aufhorchen: Die Corona-Pandemie habe nun auch Auswirkungen auf das Leeren der gelben Tonne. Die zuständige Firma Suez habe mitgeteilt, dass es zu Verzögerungen kommen könnte. Werde die Tonne nicht am eigentlichen Abfuhrtag geleert, solle man sie einfach ein bis zwei Tage an der Straße stehen lassen; die Abfuhr werde so schnell wie möglich nachgeholt. Eine Reklamation bei der Firma Suez sei dazu nicht notwendig.

Mehr Onlineeinkäufe, mehr Abfall

Die SZ fragte beim Entsorgungsunternehmen nach den Hintergründen der eventuellen Verzögerungen – zumal das Unternehmen ja nicht nur am Fuße des Kindelsbergs seine Runden dreht, sondern im gesamten Kreis Siegen-Wittgenstein. Mögliche Verspätungen seien nicht auf einen erhöhten Krankenstand oder personelle Corona-Ausfälle zurückzuführen, hieß es am Dienstag aus der Pressestelle. Und doch hat der Virus indirekt seine „Stachel“ im Spiel, denn: Die kommunalen Abfallmengen im Siegerland und in Wittgenstein haben sich offensichtlich spürbar erhöht. „Coronabedingt bleiben viele Menschen zu Hause, sie kochen mehr, nutzen vermehrt das Angebot von Online-Shopping etc.“, erklärt eine Suez-Sprecherin. Dies habe zur Folge, dass aktuell circa 20 Prozent mehr Müll „über alle Abfallarten hinweg“ anfielen.

Stapel neben den Wertstoffcontainern

Wer z. B. gestern Morgen in Siegen auf der Giersbergstraße unterwegs war, der sah wie sich mancherorts in der Tat gelber Sack an gelben Sack reihte. Und an vielen Wertstoff-Sammelstellen in der Region stapeln sich Pappe und Glas immer wieder neben den Containern. Suez-Sprecherin Louisa Mahr: „Da kann das Entleeren schon mal bis zu eine Stunde länger dauern als geplant, wenn erst einmal geräumt werden muss.“

Zugeparkte Straßenzüge wegen Homeoffice

Hinzu komme: Durch Home-Office und Kurzarbeit befänden sich derzeit mehr Autos auf und an den Straßen. „Zugeparkte Straßenzüge und Wendehämmer in den Städten und Gemeinden sind keine Seltenheit. Wenn unsere Fahrzeuge mehr Zeit benötigen, um diese Hindernisse zu umfahren, kann dies natürlich Auswirkungen auf die Abholung der gelben Tonne haben.“ Die Betonung liege derzeit aber auf „kann“. Man wolle die Bürger frühzeitig um Verständnis bitten, für den Fall der Fälle sozusagen.

"Nur vorgesehene Gefäße verwenden"

Und noch ein Problem, das Zeit kostet, tauche immer wieder auf: So wird darauf hingewiesen, „nur dafür vorgesehene Gefäße zu nutzen und nicht unerlaubt weitere Abfälle wie etwa Müllsäcke neben den Gefäßen zu platzieren. Das erschwert die Arbeit unserer Mitarbeiter erheblich“. In Ferndorf z. B. lagen gestern Nachmittag neben proppenvollen gelben Tonnen hier und da auch wieder gleichfarbige Säcke – ebenfalls voll mit Milchtüten und Co. Werden Letztere überhaupt noch von den Entsorgern mitgenommen? Die Kulanzzeit, um den zum Jahreswechsel in Kreuztal, Hilchenbach, Erndtebrück und Bad Berleburg vollzogenen Übergang von Sack zu Tonne zu erleichtern, sei eigentlich vorbei, hieß es dazu aus der Suez-Pressestelle.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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