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Corona-Pandemie
Volkstrauertag-Gedenkfeiern fallen zum großen Teil aus

In diesem Jahr wird es dieses Bild nicht geben: Anstelle der traditionellen zentralen Gedenkstunde am Kreisehrenmal Gosenbach wird nur ein Kranz niedergelegt – ganz ohne Publikum. Auch die meisten anderen Veranstaltungen werden abgesagt.
  • In diesem Jahr wird es dieses Bild nicht geben: Anstelle der traditionellen zentralen Gedenkstunde am Kreisehrenmal Gosenbach wird nur ein Kranz niedergelegt – ganz ohne Publikum. Auch die meisten anderen Veranstaltungen werden abgesagt.
  • Foto: Jan Schäfer (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

js Siegen/Bad Berleburg. Ausgesprochen einsam dürfte es werden auf den Ehrenmälern und Friedhöfen, an denen am nächsten Wochenende Kommunen, Kirchengemeinden und Vereine mit ihren traditionellen Gedenkfeiern den Volkstrauertag begehen wollten. Das Coronavirus und seine Folgen machen nun auch dieser Veranstaltung einen Strich durch die Rechnung. Die zentrale Gedenkstunde des Kreises Siegen-Wittgenstein, die stets am Kreisehrenmal in Gosenbach stattfindet, wird diesmal nicht stattfinden. Landrat Andreas Müller, zugleich Kreisvorsitzender des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), hat beschlossen, das gemeinschaftliche Innehalten abzusagen und stattdessen nur eine Kranzniederlegung ohne weiteres Programm und ohne Gäste vorzunehmen.

js Siegen/Bad Berleburg. Ausgesprochen einsam dürfte es werden auf den Ehrenmälern und Friedhöfen, an denen am nächsten Wochenende Kommunen, Kirchengemeinden und Vereine mit ihren traditionellen Gedenkfeiern den Volkstrauertag begehen wollten. Das Coronavirus und seine Folgen machen nun auch dieser Veranstaltung einen Strich durch die Rechnung. Die zentrale Gedenkstunde des Kreises Siegen-Wittgenstein, die stets am Kreisehrenmal in Gosenbach stattfindet, wird diesmal nicht stattfinden. Landrat Andreas Müller, zugleich Kreisvorsitzender des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), hat beschlossen, das gemeinschaftliche Innehalten abzusagen und stattdessen nur eine Kranzniederlegung ohne weiteres Programm und ohne Gäste vorzunehmen.

Gedenkfeiern zum Volkstrauertag fallen zum großen Teil aus

Mit dieser Entscheidung steht der Landrat nicht allein da. Am Donnerstag folgte eine Empfehlung des VDK-Landesverbands NRW. Dieser spricht sich darin für eine Absage von Gedenkstunden anlässlich des Volkstrauertages aus. „Alternativ regt der Volksbund stille Kranzniederlegungen und die Veröffentlichung von Statements und Videobotschaften an.“ Die Gründe sind keine Überraschung, der VDK führt „die dynamische Entwicklung der Corona-Infektionszahlen“ an und beruft sich auf die Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen vom 2. November. Demnach sind Veranstaltungen und Versammlungen untersagt. „Die zentrale Gedenkstunde des Landes in Kloster Knechtsteden in Dormagen wird um ein Jahr verschoben.“ Stattdessen veröffentlichen die Repräsentanten von Landtag, Landesregierung und Landesverband NRW des Volksbundes eigene Videostatements. Diese sollen am 14. November auf der Homepage des Landtags NRW (www.landtag.nrw.de) zu hören und zu sehen sein.

Einige Kommunen schlagen anderen Weg ein

Einige Veranstalter im Kreisgebiet beraten derzeit noch, in welcher Form sie die Gedenkfeier in diesem Jahr durchführen können oder möchten – oder ob sie doch noch abgesagt werden. „Die Tendenz geht dahin, dass der Großteil abgesagt wird“, berichtet Ingolf Jost, Geschäftsführer des Kreis-VDK. In einigen Kommunen wird ein anderer Weg eingeschlagen. In Bad Berleburg etwa soll nach jetzigem Stand die Feierstunde am Samstagnachmittag auf dem städtischen Friedhof stattfinden – allerdings nur mit kleinsten Abordnungen der Vereine; mit angemeldeten Teilnehmern, sodass eine Kontaktnachverfolgung möglich sein wird. Da die Veranstaltung komplett draußen stattfinde und der Platz die Einhaltung entsprechender Sicherheitsabstände ermögliche, habe das Ordnungsamt der Vorgehensweise zugestimmt, sagt Ortsvorsteherin Ulla Belz. Das Programm werde zudem reduziert sein. Auch in der Gemeinde Erndtebrück steht die Einladung zur Gedenkfeier – auch hier dürfen nur zwei Personen pro Verein kommen, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und das Einhalten der Abstandsregeln sind auch hier vorgeschrieben.

Volkstrauertag seit 1922 Tradition

Corona bringt damit eine langjährige Tradition aus dem Tritt. 1922 ins Leben gerufen, diente der Volkstrauertag zunächst dem Gedenken der Toten des Ersten Weltkrieges. Die Nationalsozialisten benannten den Tag in „Heldengedenktag“ um und stellten ihn in den Dienst ihrer kriegsverherrlichenden Propaganda. Seit 1945 wird am Volkstrauertag auch der zivilen Opfer des Krieges gedacht. „So treten neben die toten Soldaten auch die Frauen, Kinder und Männer, die in den besetzten Ländern und in Deutschland zu Opfern von Krieg und Gewalt geworden waren“, erklärt der VDK. „Hierzu zählen ausdrücklich auch die Menschen, die aus politischen, religiösen, so genannten ,rassischen’ oder anderen Gründen verfolgt und ermordet worden waren.“
Erste Gedenkfeiern zum Volkstrauertag hatte es im Siegerland 1951 und in Wittgenstein bereits im Jahr zuvor gegeben. Das Kreisehrenmal in Gosenbach wurde am 30. August 1953 eingeweiht – vor dieser Tage kaum vorstellbar großem Publikum: 3000 Gäste waren damals zugegen. Der Gosenbacher Soldatenfriedhof, auf dem sich zuvor bereits 29 Kriegsgräber befunden hatten, war dafür 1952 erweitert worden. Aus 47 Gemeindebezirken des Kreisgebiets wurden 163 Kriegstote umgebettet, darunter 24 unbekannte deutsche Soldaten. 1983 wurde die Anlage nochmals erweitert und landschaftsgärtnerisch umgestaltet.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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