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III. Weg: CJZ und die Linke melden sich zu Wort
Volle Härte des Rechtsstaates gefordert

Die CJZ vermutet, dass die Rechtsradikalen versuchen, das Stadtviertel Hammerhütte als einen "Nazikiez" zu etablieren.
  • Die CJZ vermutet, dass die Rechtsradikalen versuchen, das Stadtviertel Hammerhütte als einen "Nazikiez" zu etablieren.
  • Foto: mir (Archiv)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sz/mir Siegen. Droht tatsächlich eine Eskalation im Quartier Hammerhütte? Der antisemitische Vorfall beim „Stadtspaziergang entlang der Stolpersteine“ am 27. September hat in den Reihen der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (CJZ) große Bestürzung hervorgerufen. Fünf Rechtsradikale der Splitterpartei „III. Weg“ pöbelten, es wurden antisemitische Beschimpfungen („Scheißjuden“, „Drecksjuden“) und holocaustleugnerische Behauptungen („Lügengeschichten“, „Hier haben nie Juden gewohnt!“) verbreitet.
Eskalation im Quartier Hammerhütte droht
Hammerhütte als ihr Revier markierenDie Rechtsradikalen versuchten anscheinend, das Stadtviertel Hammerhütte als ihr Revier zu markieren, vielleicht einen Nazikiez zu etablieren, vermutet die CJZ.

sz/mir Siegen. Droht tatsächlich eine Eskalation im Quartier Hammerhütte? Der antisemitische Vorfall beim „Stadtspaziergang entlang der Stolpersteine“ am 27. September hat in den Reihen der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (CJZ) große Bestürzung hervorgerufen. Fünf Rechtsradikale der Splitterpartei „III. Weg“ pöbelten, es wurden antisemitische Beschimpfungen („Scheißjuden“, „Drecksjuden“) und holocaustleugnerische Behauptungen („Lügengeschichten“, „Hier haben nie Juden gewohnt!“) verbreitet.

Eskalation im Quartier Hammerhütte droht

Hammerhütte als ihr Revier markieren

Die Rechtsradikalen versuchten anscheinend, das Stadtviertel Hammerhütte als ihr Revier zu markieren, vielleicht einen Nazikiez zu etablieren, vermutet die CJZ. Dabei habe die Gruppe so wenig Kenntnis von ihrer Umgebung, dass sie selbst ihr Büro in Siegen als „Stützpunkt Südsauerland“ bezeichne. „Verlogen und lächerlich, wie die Ansichten dieser Gruppe auch sind, beobachten wir mit großer Sorge das Eindringen von Antisemitismus in den öffentlichen Raum in Siegen“, schreibt die Organisation. Die Geschichte lehre uns, welche Gefahren aus diesen scheinbaren „Kleinigkeiten“ entstehen könnten. Unter keinen Umständen dürfe der Antisemitismus auch nur einen Fuß in die Tür bekommen.

Ein Jahr nach dem Attentat von Halle

Vielleicht gar nicht zufällig habe der Vorfall Stunden vor Jom Kippur stattgefunden, dem höchsten jüdischen Feiertag, genau ein (jüdisches) Jahr nach dem Attentat von Halle. Es sei an der Zeit, den großen Reden von damals Taten folgen zu lassen. Die Gesellschaft müsse jeglichen Antisemitismus aus ihrer Mitte verbannen, die Politik die angekündigte volle Härte des Rechtsstaates unter Beweis stellen. „Wir hoffen, dass die Bürger Siegens aller Couleur sich zur Wehr setzen, der Bedrohung klar, eindeutig und laut entgegentreten“, schreiben die drei Vorsitzenden der Christlichen-Jüdischen.

In ähnlicher Weise hat sich der Kreisverband der Linken geäußert. Bei allen Siegener Bürgern sollten ob der Vorfälle die Alarmglocken schrillen. Jedes tolerierbare Maß an politischer Meinungsäußerung sei überschritten. Politik und Zivilgesellschaft seien in Siegen aufgefordert, sich eindeutig von derartigen Umtrieben zu distanzieren. Der Vorfall in Siegen zeige, dass Kassel und Halle eben keine Einzelfälle seien. Siegen sei nicht „nur“ ein Rückzugsgebiet für Neonazis, aus dem Büro heraus werde versucht, antisemitisches Gedankengut zu verbreiten. Denen, die in SA-Manier die Herrschaft über „die Straße“ für sich reklamierten, müsse man entschieden entgegentreten.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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