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Heimische Sparkasse bleibt im Corona-Jahr 2020 auf Wachstumskurs
Volle Kraft voraus

Trotz Pandemie, Lockdown und Wirtschaftskrise bleibt die Sparkasse Siegen auf Wachstumskurs.
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ch Siegen. Eine Rekord-Sparquote, ein dickes Plus im Wertpapiergeschäft und dazu die vermehrte Investition in die eigenen vier Wände: Trotz Pandemie, Lockdown und Wirtschaftskrise bleibt die Sparkasse Siegen auf Wachstumskurs. Auch und vor allem im Corona-Jahr 2020, das Vorstandsvorsitzender Wilfried Groos bei der Bilanzpressekonferenz am Freitag als „anspruchsvoll“ bezeichnete.

Denn das heimische Kreditinstitut hatte und hat mit den Folgen zweier Probleme zu tun: Da ist zum einen das Virus – und da ist zum anderen der Negativzins. „Es ist auch in absehbarer Zeit kein Zinsanstieg zu erwarten. Der Negativzins setzt alle einlagenfinanzierten Kreditinstitute und somit auch unsere Sparkasse unter Druck“, so Groos.

ch Siegen. Eine Rekord-Sparquote, ein dickes Plus im Wertpapiergeschäft und dazu die vermehrte Investition in die eigenen vier Wände: Trotz Pandemie, Lockdown und Wirtschaftskrise bleibt die Sparkasse Siegen auf Wachstumskurs. Auch und vor allem im Corona-Jahr 2020, das Vorstandsvorsitzender Wilfried Groos bei der Bilanzpressekonferenz am Freitag als „anspruchsvoll“ bezeichnete.

Denn das heimische Kreditinstitut hatte und hat mit den Folgen zweier Probleme zu tun: Da ist zum einen das Virus – und da ist zum anderen der Negativzins. „Es ist auch in absehbarer Zeit kein Zinsanstieg zu erwarten. Der Negativzins setzt alle einlagenfinanzierten Kreditinstitute und somit auch unsere Sparkasse unter Druck“, so Groos. Denn: Die Sparquote ist bundesweit deutlich höher als in den vergangenen Jahren. Die Einlagen wachsen stärker als die Kredite.

Jeder Einlage-Euro kostet Sparkasse Geld

Groos: „Was gut klingt – hohe Einlagenzuflüsse – ist tatsächlich für die Sparkassen inzwischen ein großes Problem. Es klingt paradox, denn wir freuen uns natürlich weiter über jeden Kunden, der uns sein Geld anvertraut. Aber jeder Euro, der als Einlage zu uns gebracht wird, kostet uns inzwischen real Geld und wirkt sich damit negativ auf unsere Ertragslage aus.“

Und er trage im Umkehrschluss auch nicht zum Vermögensaufbau der Kunden bei. Der Rat des Sparkassen-Chefs daher: Nicht benötigtes Geld nicht einfach auf dem Konto ruhen zu lassen, sondern sinnvoll einsetzen – sei es in Form einer Immobilie zur Selbstnutzung oder als Kapitalanalage oder in Aktien.

Pandemie bescherte wirtschaftliche Erfolg

Auch das zweite Problem, die Pandemie, beschäftigt natürlich die heimische Sparkasse seit März 2020 ungemein, bescherte dem Kreditinstitut zugleich oftmals wirtschaftlichen Erfolg. Das lässt sich aus dem Zahlenwerk der Sparkasse herauslesen. Ein paar Schlaglichter:

Digitalisierung:
Der digitale Zugang zur Schalter oder Konto erleichtert den Kunden den Alltag und senkt gleichzeitig den Aufwand auf der Sparkassen-Seite. Inzwischen sind fast 70 Prozent aller Konten bei der Sparkasse für das Online-Banking freigeschaltet; das sind mehr als im bundesdeutschen Schnitt. Die meistbesuchte Filiale ist mit großem Abstand die Internet-Filiale: Sie wurde im vergangenen Jahr 8 Millionen Mal aufgerufen. Über 38 000 der 120 000 Kunden nutzen die hauseigene App. Was dies für das „reale“ Filialnetz bedeutet? „Wir werden sicherlich die Filialen ohne Beratung auf den Prüfstand stellen und uns auf Beratungsangebote und SB-Center konzentrieren“, so Groos.

Vorstandsvorsitzender Wilfried Groos bezeichnete das Corona-Jahr als „anspruchsvoll“.
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Weniger Bargeld: Seitdem beim Bäcker, beim Metzger oder am Kiosk auch Kleinstbeträge ganz einfach kontaktlos gezahlt werden können, wird auch dafür immer häufiger die Karte oder das Smartphone genutzt. Im Umkehrschluss verzeichnete die Sparkasse 2020 einen deutlichen Rückgang der Buchungsposten an ihren Einzahlungs- und Auszahlungsautomaten – dort gab es über 20 Prozent weniger Verfügungen.

Geld für die eigene Immobilie: „Die eigenen vier Wände sind nach wie vor die Nummer eins, wenn es um Kredite und Darlehen geht“, so Vorstandmitglied Tillmann Reusch. Der größte Teil der an Privatkunden vergebenen Kredite wurden zur Finanzierung von Wohnimmobilien aufgenommen. Bei über 1000 Familien sei es gelungen, „sie 2020 in ihr neues Zuhause zu begleiten“, erklärte Reusch. Es wurden neue Wohnungsbaukredite in Höhe von 246 Millionen Euro zugesagt; das sind
22 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Jahresende verzeichnete die Sparkasse einen Bestand an privaten Wohnungsbaudarlehen inklusive der Weiterleitungsdarlehen von 1,27 Milliarden Euro; damit ist der Bestand um 7,5 Prozent gestiegen.

Boom rund ums Wertpapier: Die Sparkasse verzeichnete über 1 Milliarde Euro Wertpapierumsätze sowie einen Zuwachs der Wertpapierbestände ihrer Privat- und Firmenkunden in Höhe von 121 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr wurden 2200 neue Depots und Vermögensverwaltungen eröffnet sowie 6600 neue Fondssparverträge; deren Gesamtbestand damit gestiegen ist auf insgesamt rund 19 200 Verträge, wie Vorstandmitglied Günter Zimmermann ergänzte.

Kredite für den Mittelstand: Insgesamt stellte die Sparkasse der regionalen Wirtschaft Kredite in Höhe von 1,69 Milliarden Euro zur Verfügung. 2020 wurden rund 50 Millionen Euro aufgrund der Corona-Krise zugesagt; damit habe die Sparkasse rund 130 regionalen Unternehmen „zur Seite gestanden“. Bei 450 Firmenkrediten musste gestundet werden, so Vorstandsmitglied Burkhard Braach, der für das Firmenkundengeschäft zuständig ist.

Investitionszurückhaltung:
Braach weiter: „Die Auswirkungen auf die verarbeitende Industrie in unserer Region werden sicher erst im Jahresverlauf 2021 absehbar sein. Daher ist eine gewisse Investitionszurückhaltung mehr als verständlich.“ Dennoch habe die Sparkasse trotz allem rund 22 Millionen Euro Förderkredite für nachhaltige Investitionen für ökologische und soziale Zwecke zusagen können.

Am Anfang – gegründet wird immer:
So wurden im Gründerwerk der Sparkasse Siegen immerhin über 200 ganz unterschiedliche Start-ups diskutiert, analysiert und mit 3,4 Millionen Euro Darlehenszusagen unterstützt. Die Geschäftsideen reichten von gesundem Fastfood aus Kichererbsen über Softwarelösungen für den medizinischen Sektor bis hin zur Automation von Lagerlogistik.

Am Ende – Firmenpleiten werden kommen:
Den Blick in die Glaskugel wollte der Sparkassen-Vorstand am Freitag nicht werfen. Burckhard Braach: „Wir wissen nicht, wie die Konsumenten bzw. Verbraucher sich nach dem Lockdown verhalten werden. Reisen sie? Gehen sie essen? Welche Käufe holen sie nach? Die Antworten darauf werden über die Erholung der diversen Branchen entscheiden!“ Braach wollte nicht von einer „breiten Depression“ sprechen, „aber nicht alle, die in der Krise vom Staat oder von uns unterstützt worden sind, werden es schaffen“.

Trotz Pandemie, Lockdown und Wirtschaftskrise bleibt die Sparkasse Siegen auf Wachstumskurs.
Vorstandsvorsitzender Wilfried Groos bezeichnete das Corona-Jahr als „anspruchsvoll“.
Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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