Vollmond im Erdschatten

Totale Finsternis am 9. Januar – Sternwarte lädt ein

Siegen. Das neue Jahrtausend ist erst neun Tage alt und schon bereitet es uns ein besonderes Himmelsschauspiel: In den Abendstunden des 9. Januar findet laut Uni Siegen die erste totale Mondfinsternis in diesem Jahrtausend statt (die letzte von Deutschland aus zu sehende totale Mondfinsternis des vergangenen Jahrtausends war am 21. Januar 2000). Mondfinsternisse sind für alle Orte der Erde beobachtbar, für die der Mond über dem Horizont steht, also von der ganzen Nachtseite aus. Der Beginn der Finsternis vom 9. Januar ist sichtbar von ganz Europa, Afrika, Australien, Asien und den arktischen Gebieten einschließlich Grönland sowie vom Nordatlantik, dem Indischen Ozean und dem Nordwestpazifik. Das Ende der Finsternis ist beobachtbar vom gesamten Europa, Asien und Afrika sowie von Grönland und den arktischen Gebieten, dem Atlantischen und dem Indischen Ozean.

Eine Mondfinsternis entsteht immer dann, wenn die Erde genau zwischen Mond und Sonne steht. Dabei zieht der Vollmond durch den Erdschatten. Dass nicht bei jedem Vollmond eine Mondfinsternis zu sehen ist, liegt daran, dass die Bahnebene des Mondes gegenüber der Erdbahnebene (Ekliptik) um einige Grad (5°) geneigt ist. Die meiste Zeit zieht der Vollmond also über oder unter dem Erdschatten vorbei. Nur wenn der Mond sich zur Vollmondzeit im Schnittpunkt der beiden Bahnebenen befindet (so genannte Mondknoten oder Drachenpunkte), tritt eine Mondfinsternis ein.

Die Verfinsterung des Mondes kann von zu Hause aus gut mit bloßem Auge verfolgt werden. Voraussetzung ist freie Sicht zum Osthorizont. Wer ein Fernglas besitzt, sollte sich damit das Schauspiel anschauen. Besitzer einer Spiegelreflexkamera haben die Möglichkeit, von der Beobachtungsplattform der Sternwarte aus unter fachkundiger Anleitung den verfinsterten Mond zu fotografieren. Als Kamerazubehör empfiehlt es sich, ein Teleobjektiv, Drahtauslöser, Fotostativ und einen mittel- bis hochempfindlichen Film mitzubringen.

Dass der Mond, während er sich im Erdschatten befindet, nicht total verschwindet und gar nicht mehr zu sehen ist, liegt an der dichten Erdatmosphäre. Der langwellige (d.h. rote) Anteil des Sonnenlichts wird bei seinem Weg durch die Atmosphäre in den Erdschattenkegel hineingebrochen (Refraktion) und beleuchtet dann den Mond. Je nachdem wie sauber die äußeren Luftschichten sind, erscheint der verfinsterte Mond von Finsternis zu Finsternis in verschiedenen Rottönen. Die Licht- und Farbverteilung im Erdschatten gibt somit Aufschluss über den Zustand der Erdatmosphäre über bestimmten Gebieten der Erde.

Die Verfinsterung beginnt um 19.42 Uhr MEZ am linken Mondrand mit dem Eintritt in den Kernschatten. Um 20.49 Uhr MEZ beginnt die totale Phase. Je nach Dunkelgrad der Finsternis erscheint der Mond rötlich-braun oder kupferrot. Die Mitte der Finsternis ist um 21.21 Uhr MEZ. Um 21.52 Uhr MEZ ist die totale Verfinsterung beendet und der Mond tritt wieder aus dem Kernschatten heraus. Vollständig ist der Mond dann um 22.59 Uhr MEZ wieder zu sehen. (Die nächste von uns aus beobachtbare totale Mondfinsternis ist am 16. Mai 2003 in den frühen Morgenstunden zwischen 3.02 und 6.17 Uhr MEZ.)

Die Sternwarte ist am 9. Januar 2001 bei gutem Beobachtungswetter ab 19.30 Uhr geöffnet. Da unter der Sternwartenkuppel nur 15 Personen Platz finden, können die Besucher eigene Ferngläser und Fernrohre mitbringen, um gemeinsam von der Beobachtungsplattform die Mondfinsternis zu erleben. Der Sternwarteneingang (Bauteil B) liegt am Bediensteten-Parkplatz Hölderlinstraße (neben dem Siegerlandkolleg).

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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