SZ

Großfeuer auf der Schemscheid
Vom Gericht Gesuchter meldet sich bei der SZ

Der Großbrand auf der Schemscheid legte im Oktober 2017 sogar die HTS lahm. Aktuell klagt einer der Hallenmieter, er macht Schadensersatz in Höhe von 180.000 Euro aus Amtshaftung geltend.
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  • Der Großbrand auf der Schemscheid legte im Oktober 2017 sogar die HTS lahm. Aktuell klagt einer der Hallenmieter, er macht Schadensersatz in Höhe von 180.000 Euro aus Amtshaftung geltend.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

gro Siegen. Von wegen untergetaucht: Der Geschäftsführer des Abschleppunternehmens, welches 2017 den Großbrand auf der Schemscheid verursacht hatte, hat sich bei der SZ gemeldet. Paul Tuytschaever: „Ich war über die Aussage des Gerichts sehr verwundert und möchte klarstellen, dass ich nicht untergetaucht bin. Im Gegenteil – ich war zur jeder Zeit greifbar.“ Beim Prozessauftakt vor gut einer Woche hatte das Landgericht behauptet, dass Tuytschaever keine gültige Meldeadresse habe. Er könne aktuell nicht ausfindig gemacht werden. Man vermutete sogar, er sei untergetaucht und habe sich ins Ausland abgesetzt.
Paul Tuytschaever innerhalb von Siegen umgezogen
Warum das Gericht von einer nicht gültigen Meldeadresse sprach, könne er sich nicht erklären: „Dies ist eine sehr kuriose Sache.

gro Siegen. Von wegen untergetaucht: Der Geschäftsführer des Abschleppunternehmens, welches 2017 den Großbrand auf der Schemscheid verursacht hatte, hat sich bei der SZ gemeldet. Paul Tuytschaever: „Ich war über die Aussage des Gerichts sehr verwundert und möchte klarstellen, dass ich nicht untergetaucht bin. Im Gegenteil – ich war zur jeder Zeit greifbar.“ Beim Prozessauftakt vor gut einer Woche hatte das Landgericht behauptet, dass Tuytschaever keine gültige Meldeadresse habe. Er könne aktuell nicht ausfindig gemacht werden. Man vermutete sogar, er sei untergetaucht und habe sich ins Ausland abgesetzt.

Paul Tuytschaever innerhalb von Siegen umgezogen

Warum das Gericht von einer nicht gültigen Meldeadresse sprach, könne er sich nicht erklären: „Dies ist eine sehr kuriose Sache. Ich bin hier versichert und gemeldet.“ Er sei Anfang des Jahres innerhalb Siegens umgezogen. Die Umsetzung sei aufgrund der Pandemie lediglich etwas komplizierter gewesen. Er könne jedoch belegen, dass er das Siegerland nicht verlassen habe.

Paul Tuytschaever ist der Inhaber des damals abgebrannten Abschleppunternehmens.

Nach dem Brand im Jahr 2017 habe er zunächst Insolvenz anmelden müssen. „Man vergisst oft, dass auch ich durch den Brand viel verloren habe. Nicht nur meine Existenz und mein Unternehmen. Auch viele persönliche, für mich emotional wertvolle Dinge, sind bei dem Brand zerstört worden“, sagt der Inhaber. Was damals passiert sei, tue ihm nach wie vor sehr Leid. „Aber irgendwie muss es ja immer weiter gehen“, findet Tuytschaever. Aus diesem Grund habe er im März 2018 ein neues Abschleppunternehmen an der Eiserfelderstraße gegründet.

„Dieses war natürlich auch angemeldet. Man hätte mich also auch hier immer finden können“, betont der frühere Unternehmer und erklärt weiter: „Der neue Betrieb existiert jedoch leider auch nicht mehr. Aufgrund einer schweren Erkrankung war ich nicht mehr in der Lage diesen zu führen, sodass ich es bereits im vergangenen Jahr schließen musste.“

Großfeuer auf der Schemscheid im Oktober 2017

Hintergrund: Am 12. Oktober 2017 hatte ein Mitarbeiter des Pauls Berge- und Abschleppdienstes, welcher dort auch Fahrzeuge zerlegte, mit einem Akkuschrauber ein Loch in den Metalltank eines älteren Autos gebohrt. „Die Jungs wollten das Benzin wiederverwenden. Der Mitarbeiter war jedoch erst neu im Betrieb und habe nicht verstanden, dass es da einen Unterschied zwischen Metall- und Plastiktanks gibt“, erinnert sich Tuytschaever. Es bildeten sich Funken und Benzindämpfe entzündeten sich. Innerhalb kürzester Zeit stand die Halle in Flammen.
Der Mitarbeiter und ein Praktikant konnten sich gerade noch so in Sicherheit bringen. Das Feuer griff auf die angrenzenden Hallen über. Alle neun Komplexe, samt Inhalt, brannten damals nieder (die Siegener Zeitung berichtete).

Nun geht es um viel Geld: Einer der Mieter verklagt die Stadt Siegen jetzt auf 180.000 Euro Schadensersatz. Er macht vor dem Landgericht Siegen in einem Zivilprozess geltend, dass es die Bauaufsicht versäumt habe, den Brandschutz in den Gebäuden zu prüfen und entsprechende Auflagen zu machen. Die Rede ist von F-90-Brandschutzwänden, die laut des Klägers die Ausbreitung des Brandes verhindert hätten. Die Stadt weist dies allerdings zurück.

Der Großbrand auf der Schemscheid legte im Oktober 2017 sogar die HTS lahm. Aktuell klagt einer der Hallenmieter, er macht Schadensersatz in Höhe von 180.000 Euro aus Amtshaftung geltend.
Paul Tuytschaever ist der Inhaber des damals abgebrannten Abschleppunternehmens.
Autor:

Sarah Groos

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