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Ausstellung zur Siegtalbrücke
Vom Modell zur Autobahnbrücke

Eindrucksvoll zeigt das Modell die Dimensionen der Brücke und macht detailreich die Situation im Siegtal unterhalb der Brücke und in der Umgebung deutlich.
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  • Eindrucksvoll zeigt das Modell die Dimensionen der Brücke und macht detailreich die Situation im Siegtal unterhalb der Brücke und in der Umgebung deutlich.
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gmz Niederschelden. Vor gut 51 Jahren, am 20. Juli 1970, wurde die Siegtalbrücke, die Autobahnverbindung, die das Tal bei Eiserfeld und Niederschelden überspannt, feierlich eröffnet. Das Siegerland und die angrenzenden Gebiete hatten damit einen Autobahnanschluss, der maßgeblich und messbar den wirtschaftlichen Aufschwung in der Region vorantrieb (die SZ erinnerte auf diesen Seiten an das Ereignis).
Ausstellung wegen Corona verschobenDie Heimatgruppe Niederschelden wollte schon 2020 mit einer Ausstellung an die Einweihung dieses bedeutenden Bauwerks erinnern, das nicht nur technisch, sondern auch ästhetisch Maßstäbe setzte. Ein großer Teil der Brücke liegt auf Niederschelder Gebiet.

gmz Niederschelden. Vor gut 51 Jahren, am 20. Juli 1970, wurde die Siegtalbrücke, die Autobahnverbindung, die das Tal bei Eiserfeld und Niederschelden überspannt, feierlich eröffnet. Das Siegerland und die angrenzenden Gebiete hatten damit einen Autobahnanschluss, der maßgeblich und messbar den wirtschaftlichen Aufschwung in der Region vorantrieb (die SZ erinnerte auf diesen Seiten an das Ereignis).

Ausstellung wegen Corona verschoben

Die Heimatgruppe Niederschelden wollte schon 2020 mit einer Ausstellung an die Einweihung dieses bedeutenden Bauwerks erinnern, das nicht nur technisch, sondern auch ästhetisch Maßstäbe setzte. Ein großer Teil der Brücke liegt auf Niederschelder Gebiet. Der Brückenbau war ein großer Eingriff ins Leben der Menschen im betroffenen Gebiet: Häuser mussten dem Bauwerk weichen, Menschen wurden neu „verortet“, was keineswegs immer leicht war. Die Ausstellung zum Jahrestag musste wegen der Corona-Auflagen verschoben werden, aber am Sonntag, 19. September, ab 12 Uhr, kann sie im Volkshaus Niederschelden gezeigt werden. Die Heimatgruppe hat, unter Federführung von Friedrich Schmidt und Günter Messerschmidt, die Zeit natürlich genutzt und weitere Informationen, Bilder und Geschichten zur Brücke gesammelt (teils auch mit Hilfe von SZ-Lesern).

Baugeschichte wird skizziert

Die Schau, die in einer Broschüre dokumentiert ist, wird dadurch noch lebendiger. Sie zeigt auf verschiedenen Stellwänden die Planung von den ersten Überlegungen über die Planfeststellung und einige Bau-Details (das hier erstmals eingesetzte Bauverfahren setzte ja schließlich weltweit einen Standard) bis hin zu den fotografisch dokumentierten Bauphasen. Überraschende Bilder sind dabei, persönliche Erinnerungen an und ungewohnte Blicke auf dieses Bauwerk sind zu finden, bei dessen Errichtung zum Glück kein Mensch zu Schaden kam. Ein Hauptaugenmerk wird sicher auf dem drei mal ein Meter großen Modell liegen (Foto, s. u.). Es zeigt eindrucksvoll die Dimensionen der Brücke!

Auch die Nachfolgebrücke wird vorgestellt

Interessant auch: Am Sonntag wird Katharina Erbismann anwesend sein, die Projektleiterin der neuen Brücke, die von der „Autobahn des Bundes“ GmbH vermutlich ab Ende der 2020er-Jahre errichtet wird. Die Projektleiterin hat die Pläne für die neue Brücke im Gepäck und steht für Fragen zur Verfügung: Schließlich werden beim Bau wieder Menschen beeinträchtigt, da die neue ja neben der alten Brücke errichtet wird. – Die Heimatgruppe bittet um Anmeldung (3G-Regel beachten), um Wartezeiten zu vermeiden (für das leibliche Wohl ist aber gesorgt). Alle 30 Minuten kann eine neue Gruppe in die Ausstellung, in der auch ein Film des WDR gezeigt wird, der über Jahre den Bau der Brücke dokumentiert. Anmeldungen bei Friedrich Schmidt, unter der Telefonnummer (01 71) 5 33 82 19 oder per auch E-Mail (mit Zeitwunsch): schmidtschelden@gmail.com. 

Wie das Modell  gerettet wurde

„Haben Sie Interesse an dem Modell der Siegtalbrücke?“ Der Anruf, der Klaus Hippenstiel und Bernd Nückel vor gut fünf Jahren erreichte, elektrisierte die beiden Eiserfelder Heimatfreunde, die als Geschäftsführer der Gewerkschaft Eisenzecher Zug das Schaubergwerk Reinhold-Forster-Erbstolln betreiben. Klar hatten sie Interesse, erinnert sich Bernd Nückel im SZ-Gespräch: „Das kann man doch nicht verschrotten lassen!“, war beiden klar. „Ich habe sofort ein Plätzchen in meiner Firma geschaffen“, so Nückel weiter. In der Halle von Behälterbau Nückel in Eiserfeld fand das fünfmal einen Meter große Modell einen sicheren, wenn auch nicht staubfreien Platz (s. Foto oben).

Uni Siegen musste Modell aus Brandschutzgründen entfernen

Das Modell kommt aus der Uni Siegen, wo es lange Jahre unter einer Glashaube geschützt im Foyer des Paul-Bonatz-Gebäudes auf dem Haardter Berg stand. Auch der Baupreis der Brücke, erinnern sich ehemalige Studenten, war auf der Vitrine vermerkt. Aus „Brandschutzgründen“, so wurde Nückel und Hippenstiel damals bei dem Anruf mitgeteilt, müsse das Modell von seinem Platz im Uni-Foyer verschwinden. Zum Glück wurde es den Heimatfreunden angeboten, die das große und äußerst realitäts- und detailgetreue Modell vor dem Müll retteten.

Model zeigt Situation von Ende der 1960er-Jahre

Die Ausstellung der Heimatgruppe Niederschelden ist eine gute Gelegenheit, das Modell nun noch einmal zu zeigen: Viele Menschen werden sich noch an die eindrucksvolle Miniaturbrücke erinnern. Die Arbeit ist ein Blickfang im Zentrum der Schau – und manch einer wird sich noch an die Häuser erinnern, die unter der Brücke standen, an die Wiesen im Tal, die man vielleicht als Kind gemäht, an den Lauf der Sieg, an der man gespielt hat .... Die Darstellung gibt die Situation Ende der 1960er-Jahre wieder. Nach der eintägigen Ausstellung, so Ausstellungsplaner Friedrich Schmidt zur SZ, wird das Modell noch einige Zeit im Heimathaus Niederschelden gezeigt. Das hat man mit Bernd Nückel und Klaus Hippenstiel vereinbart.

Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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