Projekt der Uni Siegen
Von der Kita in die Grundschule

Vera Blume, Maxi Harbrecht (beide pädagogische Mitarbeiterinnen), Carolin Quenzer-Alfred (wissenschaftliche Mitarbeiterin/Co-Projektleitung) und  Vivien Soyka (pädagogische Mitarbeiterin) (v. l.) sind an dem Projekt beteiligt.
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  • Vera Blume, Maxi Harbrecht (beide pädagogische Mitarbeiterinnen), Carolin Quenzer-Alfred (wissenschaftliche Mitarbeiterin/Co-Projektleitung) und Vivien Soyka (pädagogische Mitarbeiterin) (v. l.) sind an dem Projekt beteiligt.
  • Foto: Uni Siegen
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sz Siegen. Wenn Kinder vom Kindergarten in die 1. Klasse kommen, verändert sich in ihrem Leben Einiges: Ein erster Schulweg, neue Freunde, neue Lehrer. Besonders für Kinder mit auffälligem Verhalten – etwa Aggressionen, ADHS oder extreme Formen von Schüchternheit – ist diese Phase im Leben eine Herausforderung. Kinder aus einkommensschwachen Familien haben eine zum Teil sechsmal höhere Wahrscheinlichkeit in den Risikobereich für auffälliges Verhalten zu fallen als Kinder aus einkommensstarken Familien. Bildungswissenschaftler Professor Dr. Daniel Mays von der Universität Siegen möchte diesem Problem mit einem praxisorientierten Projekt in der Phase des Übergangs zwischen Kita und Grundschule entgegenwirken.

Glauben an die eigenen Fähigkeiten

Das Projekt ist auf sozial benachteiligte Kinder ausgelegt. „Wir arbeiten mit Kindern, die die nötige Unterstützung zu Hause nicht bekommen“, sagt Carolin Quenzer-Alfred, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Mays und von Beginn an als Co-Leitung im Projekt involviert. „Unser Ziel ist es, den Glauben der Kinder an ihre eigenen Fähigkeiten zu stärken.“ Dabei wird in enger Zusammenarbeit und auf Augenhöhe mit Grundschulen, Kitas und dem Jugendamt der Stadt Siegen kooperiert.
Insgesamt sollen 200 durch Armut in ihrer Entwicklung gefährdete Kinder in sozioökonomisch schwachen Quartieren der Stadt Siegen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse gefördert werden.

Übergänge weiterentwickeln

„Das gemeinsame Ziel der Kooperationspartner ist es, die Bildungsübergänge insbesondere für Kinder mit auffälliger Entwicklung auf Grundlage der bestehenden Konzepte weiterzuentwickeln und zu evaluieren“, sagt Mays. Der Siegener Bildungswissenschaftler möchte die noch vorhandenen Forschungslücken weiter schließen, seit Juli 2019 mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds. 240 000 Euro stehen zur Verfügung. Mit dem Geld wurden zwei pädagogische Mitarbeiterinnen an der Universität Siegen eingestellt, die derzeit vor allem praktisch vor Ort in drei Kitas und einer Grundschule im Geisweider Stadtteil tätig sind. Darüber hinaus konnte aus eigenen Mitteln eine weitere Kraft ergänzt werden.
Sie sollen als sogenannte Übergangsmanager fungieren. Zum einen stellen sie für die Kinder eine fixe Bezugsperson dar. Zum anderen sollen sie durch individualisierte Förderkonzepte die Kinder im Übergang zwischen Kita und Grundschule unterstützen.
„Es ist schon erstaunlich: Wenn ein Kind in die Kita kommt, wird der Eingewöhnung ganz selbstverständlich sehr viel Zeit eingeräumt. Danach – also von der Kita in die Grundschule oder von der Grundschule auf die weiterführende Schule – ist dafür oftmals nur wenig oder gar kein Platz mehr“, wird Mays in einer Pressemitteilung der Uni Siegen zitiert.

Soziale Herkunft großer Faktor

Die im Dezember 2019 veröffentlichten Ergebnisse der neuen PISA-Studie zeigten deutlich, dass die soziale Herkunft in Deutschland weiterhin stark über den Erfolg in der Schule mitentscheidet. Vor allem die sogenannten Risikoschüler schneiden in der aktuellen Studie wieder schlecht ab – genau hier setzen Mays und sein Team an. Neben den drei hauptamtlichen pädagogischen Mitarbeiterinnen wird das Projekt außerdem durch Studenten ehrenamtlich unterstützt und begleitet, um so den Theorie-Praxis-Transfer multiprofessionell zu stärken. Gemeinsam mit den pädagogischen Mitarbeiterinnen ermitteln sie den individuellen Förderbedarf von Kindern im letzten Kindergartenjahr und helfen bei der Entwicklung geeigneter Förderkonzepte zur Übergangsbegleitung mit.

Förderpläne erarbeiten

Alle im Projekt entwickelten Förderkonzepte werden dabei von Prof. Mays und seinem Team inhaltlich begleitet und die Wirksamkeit der weiterentwickelten und individualisierten Fördermaßnahmen während der Schulübergänge evaluiert. Prof. Mays und sein Team gehen Fragen wie diese an: Ist der Einsatz von zusätzlichen pädagogischen Mitarbeiterstellen an bestimmten Schnittstellen sinnvoll? Wie profitieren neben den Kindern auch die abgebenden Kitas und die aufnehmenden Schulen inklusive Schulleitung und Lehrkräften?
Die Grundlage für die Forschung übernehmen die pädagogischen Mitarbeiterinnen und die ehrenamtlich tätigen Studenten im Projekt unter Mays Anleitung. Ausgehend von einer frühzeitigen und individuellen Diagnostik werden Förderpläne erarbeitet und zielgerichtet in Einzelbetreuung oder im Rahmen einer Kleingruppenförderung umgesetzt.
Es wird angestrebt, einzelne Fördermaßnahmen im Projektverlauf zu ändern und anzupassen und für eine nachhaltige Nutzung nach Projektende weiterzuentwickeln.

Vera Blume, Maxi Harbrecht (beide pädagogische Mitarbeiterinnen), Carolin Quenzer-Alfred (wissenschaftliche Mitarbeiterin/Co-Projektleitung) und  Vivien Soyka (pädagogische Mitarbeiterin) (v. l.) sind an dem Projekt beteiligt.
„Es ist schon erstaunlich: Wenn ein Kind in die Kita kommt, wird der Eingewöhnung ganz selbstverständlich sehr viel Zeit eingeräumt. Danach ist dafür oftmals nur wenig oder gar kein Platz mehr“, sagt Prof. Dr. Daniel Mays von der Uni Siegen.
Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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