Von der und für die Musik begeistern

Die Studierenden des Fachbereichs Musik präsentierten die Ergebnisse des Klavier-Meisterkurses und der Fachpraktischen Prüfungen.  Foto: anne
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anne Weidenau. Warum soll man Lehramtsstudenten mit dem Fach Musik auf besondere Weise künstlerisch ausbilden? Ganz einfach und einleuchtend war da die Antwort von Prof. Martin Herchenröder: „Wir wollen Lehrer, die unsere Kinder von der Musik und für die Musik begeistern.“ Dass die Siegener Musikstudierenden dazu in der Lage sind, bewiesen sie bei einem Konzert am Donnerstagabend im Musiksaal der Uni Siegen.

Eine Woche zuvor war Prof. Gerhard Erber aus Leipzig zu Gast und hatte mit den Studierenden im Rahmen eines Klavier-Meisterkurses zusammengearbeitet. Eine kleine Premiere, denn so konnte der erste mehrtägige Meisterkurs für Klavier an der Uni stattfinden. Daneben gab es aber auch Werke aus den Programmen der Fachpraktischen Prüfungen zu hören. Matthaeus Koa eröffnete das Konzert mit Haydns Sonate e-Moll (Presto, Adagio, Vivace molto). Mit viel Virtuosität und Leichtigkeit setzte der Pianist zu Beginn einen hohen Standard, aber auch die übrigen Werke sollten nicht enttäuschen. So präsentierte Alexander Loup mit den Variationen f-Moll ebenfalls ein Haydn-Werk, dessen Charakter sich jedoch von der Sonate unterschied. Dem Pianist gelang es, die Variationen lebendig zu interpretieren, schwermütige Passagen wechselten mit filigranen und perlenden Klängen und machten das Werk zu einem fesselnden Hörerlebnis.

Ein bisschen feuriger, aber mit vielen spielerisch klingenden Passagen war da der erste Satz „Allegro con brio“ aus der Sonate D-Dur, gespielt von Anastasia Schmidt. Sie präsentierte außerdem ein Werk des zweiten Komponisten des Abends, Felix Mendelssohn Bartholdy. Das „Lied ohne Worte ,Duetto‘ As-Dur op. 38 Nr. 6“ war im Gegensatz zu der klassischen Musik Haydns viel mehr geprägt von sehr gefühlvollen Passagen, die die Pianistin auszukosten wusste. Und noch ein zweites Werk der „Lieder ohne Worte“ gab es an dem Abend zu hören: Falko Krüger trug op. 102 Nr. 4 vor und ließ damit nochmals romantisch melancholisch-schöne Musik erklingen.

Ein besonderer Programmpunkt war sicherlich Mendelssohn Bartholdys Andante con Variazioni B-Dur op. 83a für Klavier zu vier Händen. Wann bekommt man so etwas schon einmal geboten? Anja Braun und Ann-Christin Linke spielten die zunächst sehr getragenen, schönen Variationen, die immer virtuoser und dramatischer wurden. Einfach beeindruckende Musik und ein faszinierendes Zusammenspiel der beiden Studentinnen. Ähnlich vielseitig und furios war auch das Rondo capriccioso op. 14 (Mendelssohn Bartholdy), das Anne Fritzen absolut überzeugend spielte. Die wunderschöne Musik war mal tänzerisch, brillant und dann wieder sehr gefühlvoll.

Das zeitgenössische „The Great Train Race für Querflöte Solo“ von Ian Clarke fiel nicht nur durch das Instrument, sondern auch durch die Epoche in dem Klavierprogramm auf. Dafür sorgte es für umso mehr Furore: Sara Beimdieke nutzte die vielfältigen Techniken der Flöte und sorgte für ein aufsehenerregendes, klanglich ungewöhnliches Zugrennen. Der Abschluss gehörte mit dem „Allegro“ aus Haydns Sonate Es-Dur noch einmal klassischeren Klängen. Claudia Heuger bot eine lebendige Interpretation mit musikalischem Gespür.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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