»Von mir aus auch Richter ...«

SZ-Interview mit Alexander Blessin:

Ex-Hoffenheimer über Ralf & Ralf: Nicht nur Vorname identisch

rege Siegen. Die Saisonvorbereitung absolvierte er bei der TSG Hoffenheim, am 2. Spieltag lief der Stürmer in Kassel noch im Trikot der Kraichgauer auf, aber dann ging alles ratzfatz: Alexander Blessin entschied sich aufgrund der sportlichen Perspektiven für einen Wechsel zu den Sportfr. Siegen. Der 33-Jährige unterschrieb am 18. August bei den Siegerländern einen bis zum 30. Juni 2008 gültigen Vertrag und machte gleich bei seinem ersten Regionalliga-Einsatz für die »Sportfreunde«, dem 2:0-Sieg über Pfullendorf, mit einem Törchen auf sich aufmerksam. Danach hatte der Offensivspieler zwar ein paar Wochen Ladehemmung, doch pünktlich zum Duell mit seinem Ex-Verein ist der Torjäger wieder auf den Geschmack gekommen. Zwei der drei Siegener Tore am vergangenen Samstag beim 3:3 in Kassel gingen auf sein Konto. Vor dem Gastspiel des Aufstiegsfavoriten am Sonntag im Leimbach-Stadion sprach die SZ mit dem gebürtigen Schwaben, der sich mit seinen Frau und seinen beiden Kindern im Siegerland sehr wohl fühlt. Die ausführlich Vorschau auf das Schlagerspiel des 13. Spieltags der Fußball-Regionalliga Süd gibt es in der morgigen Ausgabe der Siegener Zeitung. – Das Interview:

Siegener Zeitung: »Freuen Sie sich auf das Spiel gegen die TSG Hoffenheim, bei der Sie bis 17. August noch unter Vertrag standen?«

Alexander Blessin: »Ja, auf jeden Fall. Das ist schon ein ganz besonderes Spiel für mich. Ich habe mich im August gar nicht richtig von den Spielern und den Verantwortlichen verabschieden können. Dabei hatte ich zum Trainerstab und den Mitspielern ein gutes Verhältnis. Ich bin in Hoffenheim ja nicht im Bösen weggegangen, sondern nur aus sportlichen Gründen.«

SZ: »Von Ralf zu Ralf: Ihr jetziger Trainer Loose hat den gleichen Vornamen wie ihr vorheriger Coach Rangnick. Was gibt es denn für Unterschiede zwischen den in Deutschland nicht ganz unbekannten Fußball-Experten?«

Blessin: »Ich schätze beide sehr hoch ein. Beide haben sehr viel Ahnung von der ganzen Materie. Es gibt viele Parallelen, und ihre Vorgehensweisen vor einem Spiel sind sehr ähnlich. Sowohl Rangnick als auch Loose haben ein klares Konzept, sie arbeiten akribisch und lassen sich durch Nichts aus der Ruhe bringen. Das zeichnet sie aus. Ralf Rangnick kenne ich schon seit ungefähr zehn Jahren. Er wollte mich damals schon zum SSV Reutlingen holen, doch das hat aus beruflichen Gründen nicht geklappt. Beim VfB Stuttgart (Anm.: Saison 1998/99) habe ich dann erstmals mit ihm zusammengearbeitet. Ich habe auch nach dem Wechsel zu den Sportfreunden noch mit ihm telefoniert, und auch zu einigen Spielern habe ich noch regelmäßig Kontakt.«

SZ: »Wie ist das Umfeld in Siegen im Vergleich zu Hoffenheim?«

Blessin: »Von der Fankultur her ist Siegen top. Das hab ich so selten erlebt. Da steckt in Hoffenheim noch viel in den Kinderschuhen. Wenn in Hoffenheim 2000 Zuschauer kommen, wollen die einfach nur das Spiel sehen. Da ist alles noch sehr verhalten. Dafür sind das Management und die Trainingsbedingungen in Hoffenheim sehr professionell. Es wird wenig Bundesligisten geben, die über so ein Trainingszentrum und solche Trainingsmöglichkeiten verfügen wie die TSG Hoffenheim. Da mangelt’s an nichts.«

SZ: »Warum werden die Hoffenheimer am Sonntag dennoch als Verlierer den Platz verlassen?«

Blessin: »Weil wir auch eine sehr gute Mannschaft haben und in Siegen bisher alle Serien gerissen sind. Das war beim SSV Reutlingen so, das war bei den Stuttgarter Kickers der Fall, und jetzt wollen wir auch Hoffenheim ärgern und selbst eine neue Serie starten. Dennoch ist Hoffenheim für mich der Titelfavorit Nummer 1 und die spielerisch stärkste Mannschaft der Liga. Aber wir dürfen den Gegner nicht stark reden, sondern müssen an unsere eigenen Stärken denken, denn wir sind auch nicht schlecht. Wir dürfen nicht mit voller Hose auf den Platz gehen, sondern müssen unsere Chance suchen, ohne dabei ins offene Messer zu laufen. Wir müssen von der ersten Minute an dagegenhalten und die Gegenspieler aggressiv bearbeiten, bis sie die Lust verlieren.«

SZ: »Ihr Tipp?«

Blessin: »1:0 für Siegen.«

SZ: »Torschütze?«

Blessin: »Von mir aus auch Thomas Richter ...«

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