Vor Gericht hat er alle Vorwürfe bestritten

pebe Siegen. Wegen des Vorwurfs mehrfachen sexuellen Missbrauchs an seiner Tochter muss sich seit gestern ein 57 Jahre alter Siegerländer vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts Siegen verantworten. Das Verfahren sollte bereits am 20. August beginnen. Damals kam der Angeklagte jedoch sichtlich schwer erkrankt in den Gerichtssaal und musste sich auf Anweisung des Kammervorsitzenden, Richter Wolfgang Münker, einer amtsärztlichen Untersuchung unterziehen. Deren Ergebnis lautete damals, er sei derzeit nicht verhandlungsfähig.

In einem neuerlichen Gutachten, so der Richter, wurde dem Angeklagten, der wegen seiner Erkrankungen bereits seit langem Rentner ist, gestern dann eine eingeschränkte Verhandlungsfähigkeit attestiert – „zwei Stunden brutto“ pro Verhandlungstag“, wie Münker feststellte und später um den Hinweis erweiterte: „Die Hauptverhandlung wird lange bis sehr lange dauern.“

Gestern standen nur die Anklageverlesung und die Einlassung des Angeklagten auf der Tagesordnung. Der 57-Jährige habe, so Staatsanwalt Rainer Hoppmann, zwischen Ende 1996 und Juni 2004 seine leibliche Tochter als Kind und als Jugendliche mehrfach sexuell missbraucht. Das Mädchen habe sich nicht zu wehren getraut, weil sie Angst vor ihm gehabt habe und körperlich nicht in der Lage gewesen sei, sich zu wehren. Zudem habe er sie mehrfach angeschrien.

„Ich kann nur sagen, dass ich unschuldig bin. Ich habe meine Tochter nicht angefasst“, beteuerte der 57-Jährige. An den Vorwürfen sei „nichts dran“. In einem Verfahren vor dem Familiengericht sei er auch schon einmal beschuldigt worden. Untersuchungen seiner Tochter hätten jedoch nichts Belastendes ergeben. Zeitweilig habe das Mädchen während der Besuchskontakte auch mit einer engen Freundin bei ihm übernachtet.

„Haben Sie denn eine Idee, warum Ihre Tochter Sie belastet?“, wollte der Kammervorsitzende wissen. Der Angeklagte zog die Schultern hoch und führte die Anschuldigungen auf den dauerhaften Zwist mit seiner früheren Frau zurück. Sein Verhältnis zu seiner Tochter sei „immer gut“ gewesen. Aber seit der Anzeige 2004 habe er keinerlei Kontakt mehr zu ihr. Der Prozess wird am 21. September fortgesetzt. Ob der Verhandlungstag öffentlich sein wird, ist fraglich. Denn dann soll die Tochter als Zeugin vernommen werden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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