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Jubiläumsdörfer bangen um ihre Feiern
Vorfreude auf Festsommer gebremst

Solche Szenen sind derzeit undenkbar – und doch laufen Planungen für größere Festveranstaltungen in der Region weiter. Sollte das Stadtfest in Siegen aber nicht am geplanten Termin stattfinden, ist keine Verschiebung möglich.  Foto: Archiv
  • Solche Szenen sind derzeit undenkbar – und doch laufen Planungen für größere Festveranstaltungen in der Region weiter. Sollte das Stadtfest in Siegen aber nicht am geplanten Termin stattfinden, ist keine Verschiebung möglich. Foto: Archiv
  • hochgeladen von Jan Schäfer (Redakteur)

js Siegen. Leergefegte Straßen, Wege und Plätze: Corona hat die Welt aus dem Tritt gebracht, in Zeiten von erhöhter Ansteckungsgefahr und Kontaktverboten hat die Vorfreude auf die großen Feste und Veranstaltungen der kommenden Monate kein leichtes Spiel. Wer weiß schon genau, wann wieder ausgelassen gefeiert werden kann – noch dazu in Gesellschaft? Unsicherer als der diesjährige dürfte noch kein Veranstaltungskalender gewesen sein. Worauf stellen sich die Organisatoren großer Feste ein? Die SZ hörte sich um.

In der Krönchenstadt ist die Arbeitssituation in der Abteilung „Kultur Siegen“ gegenüber dem regulären Betrieb unverändert, berichtet Leiterin Astrid Schneider. „Alle sind im Dienst. Alle arbeiten an laufenden Projekten weiter.

js Siegen. Leergefegte Straßen, Wege und Plätze: Corona hat die Welt aus dem Tritt gebracht, in Zeiten von erhöhter Ansteckungsgefahr und Kontaktverboten hat die Vorfreude auf die großen Feste und Veranstaltungen der kommenden Monate kein leichtes Spiel. Wer weiß schon genau, wann wieder ausgelassen gefeiert werden kann – noch dazu in Gesellschaft? Unsicherer als der diesjährige dürfte noch kein Veranstaltungskalender gewesen sein. Worauf stellen sich die Organisatoren großer Feste ein? Die SZ hörte sich um.

In der Krönchenstadt ist die Arbeitssituation in der Abteilung „Kultur Siegen“ gegenüber dem regulären Betrieb unverändert, berichtet Leiterin Astrid Schneider. „Alle sind im Dienst. Alle arbeiten an laufenden Projekten weiter.“ Zu diesen Projekten gehört das Siegener Stadtfest, das nach wie vor für den Spätsommer geplant ist. Gleichwohl gelte für die Veranstalter, dass behördliche Anordnungen einzuhalten seien und ggf. auf angeordnete Einschränkungen über den 19. April hinaus reagiert werden müsse. Für das Stadtfest heißt es hopp oder top. Einen Ausweichtermin wird es nicht geben. „Entweder es findet wie geplant vom 30. August bis 1. September statt – oder es entfällt in diesem Jahr.“

Ob am 5. Juli der fahrradfreie Sonntag „Siegtal pur“ stattfinden kann, wird erst nach Ostern entschieden, erklären die Veranstalter von Naturregion Sieg. Auch hier wird gewartet, wie die Regelungen nach dem 19. April aussehen werden.

Das Weindorf Kreuztal liegt mit seinem Termin vom 4. bis 6. September einigermaßen weit in der Zukunft. Werbering Kreuztal, Siegerländer Weinkonvent und Stadt Kreuztal lassen die Planungen für die 40. Auflage des Festes weiterhin ganz normal weiter laufen, jedoch immer unter Vorbehalt und Beachtung der aktuellen Lage, sagt Werbering-Vorsitzender Antonio Affronti. Am Montagabend hatte sich das Planungsteam per Videokonferenz ausgetauscht. „Wir hoffen, dass sich die Lage bis September normalisiert hat.“

In der Nachbarkommune wartet die Stadttmarketingabteilung noch bis nach Ostern ab, ob das Hilchenbacher Frühlingsfest am 11. und 12. Mail stattfinden kann. Große Hoffnungen machen sich die Organisatoren allerdings nicht.

Was für die Profis ärgerlich ist, kann für Ehrenamtler richtig schmerzhaft werden. Eine ganze Reihe von Feiern wird auch in diesem Jahr von engagierten Vereinen und Bürgern durchgeführt – zumindest stand der Plan vor Corona fest. Ob das Dorfjubiläum Grund (Ende August und Anfang September) beispielsweise von der Pandemie ausgebremst wird, muss sich noch zeigen. „Alle Planungen und Arbeiten, die mehreren Personen erfordern, sind bis auf weiteres verschoben“, sagt Nick Stein, Vorsitzender des Heimatvereins im nunmehr 675 Jahre alten Jung-Stilling-Dorf. Ein Infotag zum Festmarkt musste bereits verschoben werden. „Wir werden die nächsten Wochen abwarten und die Vorgaben von den offiziellen Stellen verfolgen.“ Besonders schauen die Grunder zurzeit auf „Kultur Pur“ – hier ist noch keine definitive Entscheidung getroffen – und die anderen Ortsjubiläen im Kreisgebiet. „Mit einer Absage bzw. einem Alternativtermin wollen wir uns vor Mai nicht beschäftigen.“ Die Ungewissheit bereitet den Grundern Sorge. „Es wäre eine Schande um die bisher geleitete Arbeit, aber das Wohl und die Gesundheit der Bevölkerung stehen bei uns an oberster Stelle“, so Stein.

Auch Afholderbach steht ganz im Zeichen des 675-jährigen Bestehens. Erste Aktionen hat es bereits gegeben, zum Glück. Ob der Tag des Dorfes am 22. August ebenfalls stattfinden kann, ist laut Ortsbürgermeister Marc Seelbach noch unklar. Er gibt die Hoffnung allerdings nicht auf. Das kleine Dorf kann noch relativ entspannt abwarten: An der Feier hängen keine vertraglichen Verpflichtungen. Kein Festzelt, keine Band – da wäre zur Not eine Terminverschiebung machbar.

Auch in Irmgarteichen sind die Organisatoren froh, die erste Veranstaltung zum 700-Jährigen ihres Dorfes bereits erfolgreich durchgeführt zu haben. Bei den noch ausstehenden Programmpunkten wird es indes schwieriger. Ob die Wanderung zur Sommersonnenwende möglich sein wird, ist laut Ortsbürgermeister Gerhard Schmitt eher fraglich. „Alles liegt zurzeit auf Eis.“ Das Festwochenende selbst liegt etwas später im Jahr. Der Veranstalterverein hält die Hoffnung noch aufrecht, dass am letzten Augustwochenende wieder gefeiert werden kann, berichtet Georg Dombaj vom Vorstand. Ende April wisse man wahrscheinlich mehr. Die Vorbereitungen seien ansonsten schon abgeschlossen.

Bange Blicke auf die Coronazahlen dürften zudem die Veranstalter jährlicher Feiern werfen – etwa die Schützenvereine, die ihre für Mai in Erndtebrück geplante Bezirksjubiläumsfeier bereits auf 2021 verlegt haben. Deren eigentliche Festsaison steht vor der Tür, wenngleich sie auch nicht die Ausmaße wie etwa in Wittgenstein annimmt. Die Hilchenbacher Schützen beispielsweise warten noch ab, ganz ohne Aufregung. Sie möchten den neuen Regenten am dritten Juliwochenende küren, haben also noch Zeit. Zudem müssen sie kein Festzelt mieten, sondern können in der eigenen Halle feiern – oder eben nicht.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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