Vorschriften werden strenger

 Vorbildlich: Die türkischen Spezialitäten waren beim Geisweider Bürgerfest durch einen gläsernen „Spuckschutz“ gesichert. Die Verkäuferinnen trugen Handschuhe. Archivfoto: Christian Hoffmann
  • Vorbildlich: Die türkischen Spezialitäten waren beim Geisweider Bürgerfest durch einen gläsernen „Spuckschutz“ gesichert. Die Verkäuferinnen trugen Handschuhe. Archivfoto: Christian Hoffmann
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ihm - Wird es in zehn Jahren noch die leckere Eierlikörtorte von Tante Jutta auf dem Straßenfest geben? Oder die köstlichen Frikadellen vom Heimatverein? Zweifel an der Zukunft hausgemachter Leckereien auf Festen und Märkten sind angebracht. Denn die Auflagen für die Spezialitäten aus privaten Küchen, die vielen Festen erst die richtige Würze geben und reichlich Besucher anlocken, werden immer schärfer und detaillierter.

Dieter Endres, 2. Vorsitzender der Werbegemeinschaft Geisweid und Mitorganisator des traditionsreichen Bürgerfests, weiß, dass es die Vorschriften schon seit Jahren gibt. Von der Europäische Union (EU) aus greifen sie direkt auf die nationale und regionale Ebene durch. 

Spuckschutz: Kuchenplatten offen auf einem Klapptisch? Das geht nicht, denn die Lebensmittel müssen vor Niesen oder Husten geschützt werden – sowohl vor den Kunden als auch vor den Verkäufern.

Händewaschen: An jedem Stand müssen leicht erreichbare Handwaschgelegenheiten mit fließendem Wasser, Seifenspender, Händedesinfektionsmittel und Einmal-Handtüchern vorhanden sein. Die Installationsdetails der Schlauchleitungen sind vorgeschrieben.

Kleidung: Angemessene Schutzkleidung ist Pflicht.

Herstellung: Sind keine näheren Informationen über die Herstellungsweise in den Privathaushalten vorhanden, sollten grundsätzlich nur durcherhitzte Lebensmittel, wie zum Beispiel durchgebackene Kuchen ohne Cremefüllung, angenommen werden.

Verantwortliche: Jeder Veranstalter sollte eine für lebensmittelrechtliche und -hygienische Fragen zuständige verantwortliche Person oder ein Team benennen, die oder das die Lebensmittelhygiene auch überwacht.

Dieter Endres berichtet, dass Gruppen bereits vor den strengen Anforderungen kapituliert hätten, die das Geisweider Bürgerfest mit sich bringe. Die Verantwortung für die Einhaltung aller Vorschriften wiege immer schwerer. Er selbst lasse sich inzwischen von allen Vereinen schriftlich geben, dass sie die vorgeschriebene Belehrung zur Hygiene bekommen hätten – allein könne er als Organisator diese Verantwortung nicht mehr übernehmen. Im Zusammenhang mit den neuen Bedingungen für verkaufsoffene Sonntage oder der Forderung, nur noch Mehrweggeschirr zu verwenden, befürchtet Endres gar das Ende der ehrenamtlich organisierten Feste.

Die Furcht vor verdorbenen oder Allergien auslösenden Lebensmitteln führt unterdessen offenbar schon im Kindergarten zum Sterben einer Tradition: Es gibt Kitas, die beim Kindergeburtstag keinen selbstgebackenen Kuchen der Mamas mehr annehmen. Begründung: Zum einen wisse man nicht, unter welchen hygienischen Bedingungen der Kuchen entstanden sei, zum anderen gebe es Speisevorschriften der muslimischen oder vegan lebenden Familien, die der Kuchen möglicherweise nicht erfülle.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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