SZ

Burbach-Prozess
Wachmann weist Vorwürfe zurück

Nächstes Kapitel im Burbach-Prozess.

mick Siegen/Burbach. Nächstes Kapitel im Burbach-Prozess: Der frühere Burbach-Wachmann, dessen Verfahren vor einigen Monaten abgetrennt war, hat am Mittwoch von seinen Verteidigern eine Einlassung vortragen lassen. Wenig überraschend weist der 34-Jährige darin alle sechs gegen ihn gerichteten Vorwürfe zurück. Er sei durch seine Schwester, die einen der beteiligten Wachdienste betreibt, zu der Anstellung gekommen, lässt Steven K. durch Anwalt Philipp Adam verlesen.
Ein Vorwurf, der sich auf den 1. August 2014 bezieht, könne schon deshalb nicht stimmen, weil er erst am Folgetag das erste Mal gearbeitet habe und am Vortag von seinem Schwager abgeholt worden sei. Vor Burbach sei K. nie als Wachmann tätig gewesen, wird weiter ausgeführt.

mick Siegen/Burbach. Nächstes Kapitel im Burbach-Prozess: Der frühere Burbach-Wachmann, dessen Verfahren vor einigen Monaten abgetrennt war, hat am Mittwoch von seinen Verteidigern eine Einlassung vortragen lassen. Wenig überraschend weist der 34-Jährige darin alle sechs gegen ihn gerichteten Vorwürfe zurück. Er sei durch seine Schwester, die einen der beteiligten Wachdienste betreibt, zu der Anstellung gekommen, lässt Steven K. durch Anwalt Philipp Adam verlesen.
Ein Vorwurf, der sich auf den 1. August 2014 bezieht, könne schon deshalb nicht stimmen, weil er erst am Folgetag das erste Mal gearbeitet habe und am Vortag von seinem Schwager abgeholt worden sei. Vor Burbach sei K. nie als Wachmann tätig gewesen, wird weiter ausgeführt. Vor Ort habe er niemals Pfefferspray oder Schlagstock dabei gehabt, „wie andere“, sondern lediglich Handschellen getragen. Das Problemzimmer sei ihm bekannt gewesen, habe zu dieser Zeit allerdings offiziell schon nicht mehr bestanden. K. will selbst niemanden dorthin gebracht oder gar misshandelt haben. Dies gelte gerade auch für den 15. August, an dem das berüchtigte Foto mit dem Fuß im Nacken eines Asylbewerbers entstand. An jenem Tag habe er das erste Mal seit Arbeitsbeginn frei gemacht, weil seine Schwester am 16. August Geburtstag hatte.

Notruf eines weiteren Sicherheitsmannes

K. versichert, nie geschlagen oder sonst Strafbares getan, sondern vielmehr stets ein gutes Verhältnis zu den Bewohnern gepflegt zu haben.Am 5. September 2014, als es in einer Waschküche nach angeblicher Entblößung eines Mannes zu einer Schlägerei gekommen war, sei er mit einem Kollegen auf Streife gewesen, wird weiter vorgelesen.

Die Männer erhielten den Notruf eines weiteren Sicherheitsmannes. Mit diesem zusammen soll K. einen Bewohner grundlos zu Boden gebracht und misshandelt haben. Der vermeintlich Verletzte riss nach der Einlassung einen Feuerlöscher von der Wand, verletzte sich dabei und warf den Gegenstand auf die Wachleute. Der Kollege habe diesen abwehren können. K. selbst habe dabei Blut des Bewohners in den Mund bekommen und Desinfektionsmittel genommen. Der Bewohner sei danach friedlich mit in den Wachcontainer gekommen, dann aber wieder aggressiv geworden, als sich draußen eine Menge versammelte und seine Freilassung gefordert habe.

"Das wäre Selbstmord gewesen"

K. weist den weiteren Vorwurf zurück, draußen einen Menschen geschlagen zu haben: „Das wäre Selbstmord gewesen.“ Der Kollege soll nun noch als Zeuge gehört werden, wahrscheinlich am 25. September. Der dritte Wachmann hingegen, dem 18 Taten vorgeworfen werden, wird von K. als problematisch beschrieben – als einer, der immer einen „frechen Umgangston“ gegen die Bewohner an den Tag gelegt hätte.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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