Wahlkampf-Finale im Norden: Umfrage sieht CDU vor SPD Kopf an Kopf-Rennen

Kiel (dpa) - Bei der Landtagswahl am Sonntag in Schleswig-Holstein zeichnet sich einer Umfrage zufolge ein knappes Rennen ab - mit Vorteil für die CDU. In dem am Donnerstagabend veröffentlichten ZDF-«Politbarometer Extra» liegt die CDU unverändert mit 32 Prozent vor der SPD, die im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt auf 29 Prozent einbüßt. Zum Wahlkampf-Endspurt kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag nach Schleswig-Holstein.

Zwei Tage vor der Wahl will die CDU-Bundesvorsitzende ihren Parteifreunden im Norden mit Auftritten in Eckernförde (15.00 Uhr) und Norderstedt (18.00 Uhr) den Rücken stärken. Erwartet wird, dass sich die Kanzlerin zu Verkehrsprojekten, Bildung und Flüchtlingspolitik äußert.

Nach den jüngsten Umfragen hätte die amtierende Regierung aus SPD, Grünen und SSW unter Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) keine Mehrheit mehr. Außer einer großen Koalition wären allein Dreierbündnisse aus SPD oder CDU mit Grünen und FDP möglich. Bei der letzten Landtagswahl 2012 hatte die CDU mit 30,8 Prozent knapp vor der SPD (30,4 Prozent) gelegen.

Die FDP legt im aktuellen ZDF-«Politbarometer» um zwei Punkte auf 11 Prozent zu. Die Umfragewerte von Grünen (12 Prozent), AfD (6 Prozent) und Südschleswigschem Wählerverband SSW (3 Prozent), der von der Fünf-Prozent-Hürde ausgenommen ist, bleiben im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Die Linke büßt einen halben Prozentpunkt auf 4,5 Prozent ein. Viele (35 Prozent) sind der Umfrage zufolge noch unsicher, ob und wen sie wählen wollen.

Bei der Frage, wen man lieber als Ministerpräsidenten hätte, verfügt der SPD-Kandidat und Amtsinhaber Torsten Albig mit 43 Prozent (minus 3 im Vergleich zur Vorwoche) nur noch über einen Vorsprung von sieben Prozentpunkten vor seinem Herausforderer von der CDU. Daniel Günther kommt auf 36 Prozent (plus 5).

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zeigte sich bei seinem Wahlkampfabschluss im Norden am Donnerstag ungeachtet der auch bundesweit nachlassenden Umfragewerte zuversichtlich. «Als ich gewählt wurde, lag die SPD bei maximal 21 Prozent in den Umfragen. Jetzt liegen wir 100 Tage später bei 29, 30 Prozent. Wenn in den nächsten 100 Tagen die Entwicklung so weitergeht, bin ich zufrieden», sagte Schulz am Donnerstag bei einer Zugfahrt von Kiel nach Lübeck.

Entscheidend für ihn sei, dass die SPD wieder an Selbstbewusstsein gewonnen habe. Die Wahl in Schleswig-Holstein an diesem Sonntag und eine Woche später in Nordrhein-Westfalen gelten nach der Saarland-Wahl auch als wichtige Bewährungsproben für Schulz.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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