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Zur Wohnungsknappheit kommt noch Corona hinzu
Wahnsinn bei der WG-Suche

Gina Dethlaff, Anna Herten und Nina Schaumann von der WG am Schleifmühlchen begrüßen ihren nächsten Bewerber: Jonas Trgovrz.
  • Gina Dethlaff, Anna Herten und Nina Schaumann von der WG am Schleifmühlchen begrüßen ihren nächsten Bewerber: Jonas Trgovrz.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

lm Siegen. Die Studiumszusage der Uni trudelt ein, und der Wahnsinn namens WG-Suche läuft an. Das sieht im Alltag vieler Studenten dann so aus: Eine passende Wohngemeinschaft im Internet wird gesucht, eine Bewerbung geschrieben und hoffentlich ein Treffen für ein erstes Kennenlernen vereinbart. Doch bei genauerem Hinsehen erkennt man schnell: Auch hier hat sich durch das Coronavirus einiges geändert. Die Hygiene geht vor, das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes und das Einhalten des Abstandes müssen auch bei der Suche nach einer neuen Bleibe beachtet werden.
Bewerber kommen mit zeitlichem AbstandNina Schaumann etwa studiert Lehramt an der heimischen Hochschule im fünften Semester.

lm Siegen. Die Studiumszusage der Uni trudelt ein, und der Wahnsinn namens WG-Suche läuft an. Das sieht im Alltag vieler Studenten dann so aus: Eine passende Wohngemeinschaft im Internet wird gesucht, eine Bewerbung geschrieben und hoffentlich ein Treffen für ein erstes Kennenlernen vereinbart. Doch bei genauerem Hinsehen erkennt man schnell: Auch hier hat sich durch das Coronavirus einiges geändert. Die Hygiene geht vor, das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes und das Einhalten des Abstandes müssen auch bei der Suche nach einer neuen Bleibe beachtet werden.

Bewerber kommen mit zeitlichem Abstand

Nina Schaumann etwa studiert Lehramt an der heimischen Hochschule im fünften Semester. Sie kümmert sich um die Bewerber für ihr WG-Haus am Siegener Schleifmühlchen, in dem noch sechs weitere junge Frauen wohnen. „Zu diesem Semester hatten wir besonders viele Anfragen. Bei so vielen Mitbewohnern müssen wir in Zeiten der Pandemie so oder so schon darauf achten, dass wir nicht zu viele Leute einladen. Etwa wenn unsere Kommilitonen aus unseren Lerngruppen kommen wollen.“ Also gilt auch für das WG-Casting: Die Bewerber kämen mit zeitlichem Abstand – und alle einzeln.
Die ersten Sekunden beim Kennenlernen entscheiden dann, ob man einen Menschen sympathisch findet oder nicht. Auch bei der Suche nach einem Mitbewohner zählt der erste Eindruck. Doch der Abstand und die Mund-Nasen-Maske stören hier gewaltig. „Es wirkt alles sehr viel ernster, man ist vorsichtiger und will sich nicht zu nahe kommen“, so Nina Schaumann weiter. Früher habe die Wohngemeinschaft Süßigkeiten und Getränke zum Kennenlernen bereitgestellt. Heute wird sich nicht mal mehr die Hand gegeben. „Nach jedem Bewerber desinfizieren wir Hot-Spots wie Türklinken, Treppengeländer und Küchentisch“, erklärt Mitbewohnerin Gina Dethlaff, während sie mit einer Sprühflasche in die zweite Etage des Altbaus läuft.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Jonas Trgovrz ist der dritte Bewerber an diesem Tag. Er fängt im Wintersemester mit dem Studiengang Pädagogik, Entwicklung und Inklusion an. In der Krönchenstadt war er vorher noch nie. Aus Hannover hätte ihn nur das NC-freie Studium in die Universitätsstadt gelockt. Der angehende Student war schon bei mehreren WG-Castings, bei keinem hätte er eine Maske tragen müssen. „Ich habe nicht mal eine Maske mit, die vergesse ich irgendwie ständig“, gesteht der 21-Jährige etwas ratlos. Aber das ist kein Problem für die vorbereitete WG. Wohngemeinschaftlerin Anna Herten händigt ihm einen Mund-Nasen-Schutz aus: „Bei uns ist durch den Altbau alles etwas enger, den Abstand können wir so unmöglich einhalten.“ Jonas Trgovrz zeigt Verständnis, „ich finde die Vorkehrungen sinnvoll“.„Wir sind lieber vorsichtig, bevor sich bei uns irgendwer ansteckt – oder wir uns bei jemandem anstecken“, schildert die BWL-Studentin weiter. „Ein unnötiges Risiko muss man ja nicht eingehen“, wirft Gina Dethlaff ein. „Ich mache bald ein Praktikum in einer Grundschule, da darf ich vorher nicht krank werden.“
Die WG vom Schleifmühlchen ist trotz der coronabedingten Einschränkungen zufrieden mit dem Casting und freut sich schon darauf, wenn bald ein neuer Mitbewohner in ihr Haus einzieht.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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