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Bei 16 Grad wird das Insekt aktiv
Waldbauern in Angst: Borkenkäfer sitzt in den Startlöchern

Kleiner Käfer, große Wirkung – ganze Fichtenwälder sind wegen dieses Tieres verschwunden.
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sp Siegen/Bad Berleburg. Noch ein paar Plusgrade fehlen dem Borkenkäfer, dann wird er wieder in Massen unterwegs sein. Die Ersten haben sich bei den steigenden Temperaturen bereits blicken lassen. Wer aufmerksam entlang der abgeholzten Flächen geht, der kann sie an den Holzresten und an Rindenstücken sehen. Dass die Käfer langsam aktiv werden, zeigen auch die aufgestellten Fallen des Regionalforstamtes Siegen-Wittgenstein. Zwischen 20 und 100 Käfer pro Woche sind darin gefunden worden.

Noch sei der großen Massenflug ausgeblieben, erklärt Manfred Gertz, Leiter des Regionalforstamtes. Kritisch werde es, wenn pro Woche etwa 3000 Käfer in einer Falle gefunden würden. Den meisten Borkenkäfern ist es aktuell noch etwas zu frisch.

sp Siegen/Bad Berleburg. Noch ein paar Plusgrade fehlen dem Borkenkäfer, dann wird er wieder in Massen unterwegs sein. Die Ersten haben sich bei den steigenden Temperaturen bereits blicken lassen. Wer aufmerksam entlang der abgeholzten Flächen geht, der kann sie an den Holzresten und an Rindenstücken sehen. Dass die Käfer langsam aktiv werden, zeigen auch die aufgestellten Fallen des Regionalforstamtes Siegen-Wittgenstein. Zwischen 20 und 100 Käfer pro Woche sind darin gefunden worden.

Noch sei der großen Massenflug ausgeblieben, erklärt Manfred Gertz, Leiter des Regionalforstamtes. Kritisch werde es, wenn pro Woche etwa 3000 Käfer in einer Falle gefunden würden. Den meisten Borkenkäfern ist es aktuell noch etwas zu frisch. Hinter der Rinde oder unter der Erde warten sie darauf, sich einen neuen Wirtsbaum zu suchen. Gertz: „Die Temperaturen, die der Käfer benötigt, um aktiv zu sein, liegen bei 16 Grad. An einigen Stellen ist er schon aktiv, aber die Nachtfröste bremsen ihn noch ein bisschen aus.“

Bei 1000 Borkenkäfern hat die Fichte keine Chance

Wenige Hundert Käfer könne ein Baum abwehren, indem er sein Harz einsetze, erklärt der Forstamtsleiter. Die feuchten Waldböden hätten die Fichten gestärkt – auch wenn die Oberflächen schon wieder staubtrocken seien. Doch sobald über 1000 Tiere den Baum befielen, werde es schwierig.
Im Wald wurden Lockstofffallen an den Grenzen zu noch bestehenden Fichtenwäldern aufgehängt. Die Hoffnung: Die Käfer fliegen in die Fallen, nicht zu den noch gesunden Bäumen.

Lieferengpässe und Preisexplosion

Außerdem sind seit etwa drei Wochen die Mitarbeiter des Regionalforsamtes, Förster, Waldbesitzer und Unterstützungskräfte im Einsatz, um befallene Bäume ausfindig zu machen. Das Ziel: Sie möglichst schnell abzuholzen und abzutransportieren, sodass sich die Eier, die sich hinter der Rinde befinden, gar nicht erst entwickeln können. „Den Käferflug kann man nicht aufhalten, nur die Vermehrung“, betont Gertz. Nach dem Befall durch die Käfer blieben noch sechs bis acht Wochen Zeit zum Fällen – wie bei der Pandemie könnte damit die erste Welle gebrochen werden. „Wenn alle Rädchen ineinander greifen, dann könnten wir einen Teil retten“, zeigt sich der Forstamtsleiter vorsichtig optimistisch. Ob es klappt, das wisse man erst im Spätherbst.

Minustemperaturen haben dem Borkenkäfer geschadet

Aber was, wenn der Käfer alle Fichten vernichtet hat? Dann nehme die Massenpopulation ab, so Gertz. Er erklärt: Da, wo die Fichte ursprünglich vorkomme (in nördlicheren Gebieten wie der Taiga) gebe es es pro Jahr nur eine Generation Borkenkäfer, die stelle kein größeres Problem für die Bäume dar. 2020 gab es aber beispielsweise im Kreis Siegen-Wittgenstein zwei Generationen, in den beiden Jahren davor sogar drei. Die Fichte hat dann keine Chance sich zu verteidigen.
Die hohen Minustemperaturen, die es in diesem Jahr gegeben habe, hätten den Käfern sicherlich geschadet, so Gertz. Ob das reicht? Die nächsten Tagen und Wochen werden es zeigen. „Wir warten jetzt auf das Umlegen des Schalters“, sagt Gertz mit Blick auf die zunehmende Aktivität des Käfers bei höheren Temperaturen.

Kleiner Käfer, große Wirkung – ganze Fichtenwälder sind wegen dieses Tieres verschwunden.
Bald wird der Borkenkäfer wieder aktiv.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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