Waldbauern lehnten Vergleich ab

 Das Ernährungsverhalten der Wisente (hier im Bild Bulle Egnar) ist immer wieder Gegenstand von juristischen Auseinandersetzungen. Am Donnerstag ging es im Amtsgericht in Bad Fredeburg um die Schäden auf Wildäckern. Foto: Archiv
  • Das Ernährungsverhalten der Wisente (hier im Bild Bulle Egnar) ist immer wieder Gegenstand von juristischen Auseinandersetzungen. Am Donnerstag ging es im Amtsgericht in Bad Fredeburg um die Schäden auf Wildäckern. Foto: Archiv
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vö - Bekannte Gesichter am Donnerstag im Amtsgericht in Bad Fredeburg: Auf der Klägerseite nahmen der Oberkirchener Waldbauer Hermann-Josef Vogt und sein Rechtsanwalt Friedrich Freiherr von Weichs teil, auf der Gegenseite argumentierten Stephan Hertel als Anwalt des Wisent-Trägervereins sowie Johannes Röhl als Vertreter des Vorstandes. Was neu war: Diesmal ging es nicht um die durch die Wisente verursachten Schäden an Buchen, sondern um Wildäcker, die die „Könige der Wälder“ offenbar zur Nahrungsaufnahme nutzten.

Hermann-Josef Vogt hatte dem Wisent-Trägerverein eine Rechnung über 3466,16 Euro ausgestellt. Knapp 900 Euro für ein Sachverständigen-Gutachten, rund 1300 Euro Eigenaufwand für die Schadensfeststellung auf den Wildäckern und der Restbetrag zur Begleichung der eigentlichen Schäden. Die Rechnung wurde nie beglichen, weil der Trägerverein zumindest einen Teil der Forderungen für nicht gerechtfertigt hielt. Vor allem der Eigenaufwand des Waldeigentümers war, so Rechtsanwalt Stephan Hertel, ein Stein des Anstoßes: „Wir haben ein grundsätzliches Problem damit, die Leute zu honorieren, die den Wisenten hinterher laufen.“

Ähnlich auch die Einschätzung von Richterin Dr. Christina Behle-Cordes, die den Prozessbeteiligten – zumindest indirekt – deutlich machte, dass sie sowohl das eingeholte Gutachten als auch die eigentlichen Schäden an den Wildäckern für legitim hielt, allerdings Schwierigkeiten mit dem Umfang des Eigenaufwandes hatte. Im Kern ging es auch wieder um eine entscheidende Frage: Gehören die Wisente weiterhin dem Trägerverein oder sind sie herrenlos? Zu einer Grundsatzentscheidung kam es nicht – zu einem von der Richterin angepeilten Vergleich allerdings auch nicht.

Der Trägerverein bot über Anwalt Stephan Hertel eine Zahlung von rund 2000 Euro an, die Hermann-Josef Vogt nach Beratung mit seinem Anwalt allerdings ablehnte. Vogt: „Sämtliche Rechnungen, die ich eingereicht habe, sind das Minimum dessen, was ich tatsächlich an Aufwand zu erbringen hatte.“ Die Richterin räumte dem Kläger nun ein Zeitfenster bis zum 20. Mai ein, um Beweise für ein schadhaftes Verhalten der Wisente zu bringen. Auf der anderen Seite hat der Trägerverein bis zum 11. Juni Zeit für eine weitere Argumentation. Eine zweite Verhandlung verlief ähnlich.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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