Wanderfreunde bald Geschichte

 Angela Richstein, kommissarische Vorsitzende der Wanderfreunde Wittgenstein, überreichte den Spendengescheck mit einer Summe von mehr als 2400 Euro an Weidenhausens Ortsvorsteher Friedhelm Wilke (r.) Mit dabei war auch das 91-jährige Gründungsmitglied des Vereins, Wilfried Wilke. Foto: Martin Völkel
  • Angela Richstein, kommissarische Vorsitzende der Wanderfreunde Wittgenstein, überreichte den Spendengescheck mit einer Summe von mehr als 2400 Euro an Weidenhausens Ortsvorsteher Friedhelm Wilke (r.) Mit dabei war auch das 91-jährige Gründungsmitglied des Vereins, Wilfried Wilke. Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

vö - Freudige Überraschung auf der einen Seite und dennoch ein trauriger Anlass auf der anderen Seite: So lässt sich die symbolische Scheckübergabe, die in Weidenhausen stattfand, treffend auf einen Punkt bringen. Exakt 2425,90 Euro übergab Angela Richstein an Weidenhausens Ortsvorsteher Friedhelm Wilke. Geld, das in die sehr aktive Seniorenarbeit der Ortschaft investiert werden soll, und zwar über den örtlichen Verkehrs- und Heimatverein.

Bei dem stattlichen Betrag handelt es sich um einen Teil des Restvermögens der Wanderfreunde Wittgenstein, die ihre Auflösung beantragt haben (die Siegener Zeitung berichtete). Im kommenden Jahr sei der Verein, der in seinen besten Zeiten bis zu 220 Mitglieder zählte, nur noch Geschichte, ließ Angela Richstein, die kommissarische Vorsorsitzende der Wanderfreunde, durchblicken. Grund dafür sei die bekannte Vorstandsproblematik gewesen – ähnlich wie bei den Grenzläufern Niederlaasphe oder den Wanderfreunden Fischelbach. „Es hat sich bei uns trotz intensiver Suche niemand gefunden, der das Amt des Vorsitzenden übernehmen wollte.“ Jammerschade, denn nach wie vor zähle der Verein noch 145 Mitglieder.

Überdies machte Angela Richstein kein Geheimnis aus der Tatsache, dass den Wanderfreunden sicher auch der Nachwuchs fehle. Die jüngere Generation könne sich ebenfalls sehr für das Thema Wandern begeistern, allerdings funktioniere das mehr auf individueller Schiene. „Die Bindung an die Vereine ist nicht mehr so eng“, argumentierte auch Friedhelm Wilke. Als er von der angepeilten Vereinsauflösung erfahren habe, so der Ortsvorsteher, habe er darum gebeten, die Weidenhäuser bei der Aufteilung des Restvermögens zu berücksichtigen. Denn der Verein sei in Weidenhausen gegründet worden. Das war 1981 und seinerzeit spielte der Vater des Ortsvorstehers, Wilfried Wilke, als Gründungsvorsitzender eine entscheidende Rolle. „Ich war Mann der erste Stunde und jetzt mache ich auch die letzte Stunde mit“, sagte der 91-Jährige beim Pressetermin.

Etwas Wehmut war heraus zu hören, als Wilfried Wilke an das einst pulsierende Vereinsleben erinnerte: „Als wir unsere erste eigene Veranstaltung in Dotzlar organisiert haben, kamen 50 Busse mit Vereinen aus ganz Deutschland.“ Volkswandern sei ein Volkssport gewesen. Mehr noch: Bei den Veranstaltungen der Wanderfreunde Wittgenstein gehörten auch Radwandern und Schwimmen fest zum Programm. Es komme nicht ganz von ungefähr, dass sich Mitglieder aus ganz Deutschland den Wanderfreunden angeschlossen hätten.

Dennoch war der Schlussstrich, der jetzt gezogen wird, die logische Konsequenz aus der Vorstandsproblematik. Allerdings mit positiven Begleitumständen: Denn neben dem Heimat- und Verkehrsverein Weidenhausen profitieren auch das Olper Kinder- und Jugendhospiz Balthasar (1500 Euro), der Ambulante Hospizdienst Wittgenstein (1500 Euro) und der DRK-Ortsverein Bad Berleburg (1000 Euro) von dem nicht unerheblichen Restvermögen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen