Warnstreik bei Thyssen-Krupp

 Im Fußball ist es die gelbe Karte, im Tarifstreit ist es der Warnstreik: Am Dienstag legten rund 250 Stahlwerker die Arbeit nieder, um sich mit ihrer Gewerkschaft IG Metall für ein deutliches Plus in der Lohntüte einzusetzen. Foto: Jan Schäfer
  • Im Fußball ist es die gelbe Karte, im Tarifstreit ist es der Warnstreik: Am Dienstag legten rund 250 Stahlwerker die Arbeit nieder, um sich mit ihrer Gewerkschaft IG Metall für ein deutliches Plus in der Lohntüte einzusetzen. Foto: Jan Schäfer
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js - Mit großem Selbstbewusstsein verteidigen die Vertreter der IG Metall dieser Tage ihre Position in der aktuellen Tarifrunde der Eisen- und Stahlindustrie. Dienstagvormittag hatte die Gewerkschaft zu Warnstreiks aufgerufen – darunter auch bei Thyssen-Krupp Steel Europe (TKS) in Eichen und Ferndorf. Rund 250 Beschäftigte legten am Vormittag zeitweise die Arbeit nieder, die Produktion in der Frühschicht stand komplett still.

Betriebsratsvorsitzender Helmut Renk berichtete bei der Kundgebung vor den Eichener Werktoren von den ersten drei Verhandlungsrunden mit den Arbeitgebern, die „traditionell“ einen „Ansporn“ wie einen solchen Warnstreik benötigten. 6 Prozent mehr Entgelt und 1800 Euro zusätzliche Urlaubsvergütung lauten die Hauptforderungen, die aus Sicht der Arbeitnehmer angemessen seien – ein „absolut korrektes und schlüssiges Gesamtpaket“. Die Branche müsse ein Zeichen für die Zukunft setzen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuhalten. „Wir müssen für junge Menschen attraktiv bleiben.“ Daher gehöre auch eine überproportionale Vergütungserhöhung für Azubis zu den Forderungen. Bislang, so bedauerte Renk, habe die Arbeitgeberseite noch kein Angebot vorgelegt.

Auch in die dritte Verhandlungsrunde sei sie nur mit längst beantworteten Fragen gekommen – dabei habe sie die Forderungen nie als überzogen bezeichnet. Probleme bereite ihr aber offenbar der Vorstoß der Gewerkschaft, das Urlaubsentgelt auf Wunsch des Arbeitnehmers auszuzahlen oder als Freizeitausgleich zu gewähren.

Zeit mit der Familie habe „einen höheren Wert, als immer nur zur Maloche zu gehen“, betonte auch IG-Metall-Bevollmächtigter Andree Jorgella. Die Lücke zu den Löhnen in der Elektro- und Metallindustrie müsse endlich geschlossen werden. „Wenn es Brei regnet, halten wir auch eine Schüssel raus!“, rief Jorgella mit Blick auf die wirtschaftlichen Eckdaten über den Platz. 

Am 18. Februar steht die nächste Verhandlungsrunde an. Sollten die Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot mitbringen, gebe es weitere „Instrumente“, die die Gewerkschaft spielen könne: etwa einen unangekündigten 24-Stunden-Streik oder eine „massivere Warnstreikwelle“. Bei der Kundgebung zeigten die Anwesenden den Arbeitgebern zunächst einmal die gelbe Karte.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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