Was fehlt, ist nur die Götterspeise

 Mit Konzentration und Spaß bei der Sache: Vanessa (vorne) und Emma aus der 5B des Johannes-Althusius-Gymnasiums. Foto: Nicole Klappert
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nik - Lilli malt Griechenland, und das mit großer Hingabe. Derweil stehen Emma und Vanessa vor einer Karte an der Tafel und überlegen: Welches Gebäude ist eine Sportstätte, und in welchem wurden die Götter verehrt? Tim wiederum brütet über einem Memory-Spiel: Welche Beschreibung passt zu wem? Der Junge mit der stylischen Brille grinst verschmitzt: „Götter sind cool!“

Lehrer Tobias Abke hätte sich auch diesmal für Frontalunterricht entscheiden können. Es steht völlig außer Frage, dass dann deutlich mehr Ruhe herrschen würde im Klassenraum. Weil nur Frontalunterricht in einem faktenorientierten Fach wie Geschichte aber auf die Dauer auch für die Person am Pult eher öde ist, hat er sich gemeinsam mit Referendarin Katharina Filter für seine drei Fünfer etwas Neues überlegt: das sog. Stationenlernen, zwei Stunden pro Klasse und Woche.

Und das kommt ziemlich gut an bei den 25 Mädchen und Jungen. Hier müssen sie nicht stillsitzen und aufzeigen, hier können sie herumlaufen, sich in Normallautstärke unterhalten – und sogar auf dem Flur spielen, und das über volle vier bis sechs Wochen, je nach dem, wie das Projekt fortschreitet, in Abstimmung mit den Schülern.

Stationenlernen – das ist klingt komplizierter als es ist. Im Prinzip orientieren sich die Kinder an einem Laufzettel, der sie durch vier Bereiche rund um Griechenland schleust: Götterwelten, Landschaft, Alltag im antiken Griechenland und natürlich Olympia. Es gibt Pflichtstationen, auf ihnen aufbauend Wahlstationen. Jedem Kind stehen Hilfs- und Lösungsmappen zur Verfügung. So gehört zum Basiswissen der Götterwelten besagtes Memory-Spiel. Ist das erledigt, können sich die Schüler überlegen, ob sie „Götter unter sich“, „Die Entstehung der Welt“, „Götterbilder“, „Der Mythos Europa“ oder „Griechische Helden“ in ihr jeweiliges Programm aufnehmen wollen.

Das sei auch eine Form der Schüleraktivierung, erläutert Lehrer Abke, es gehe dabei unter anderem darum, Selbstständigkeit zu entwickeln. Um herauszufinden, wie die alten Griechen schrieben, fertigte Tobias Abke sogar Holzrahmen mit Bienenwachsfüllung an, in die die Kinder ihre Namen ritzen, er ersteigerte altes Spielzeug im Internet, um ihnen ein Gefühl dafür zu geben, mit was sich Gleichaltrige in der Antike die Zeit vertrieben. Dass er dabei nicht auf Originale zurückgreifen konnte, ist klar – hier muss es eben der Kreisel aus den 60er-Jahren tun.

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